Mitten im Grünen soll das Senioren- und Pflegeheim "Villa Sophia" entstehen – am Ortsrand von Winterlingen. Foto: Schwarzwälder Bote

Bebauungsplan: Gemeinderat schafft Voraussetzungen für den Bau eines Pflegeheims

Winterlingen. Ein Pflegeheim soll in Winterlingen am nordöstlichen Ortsrand entstehen. Dafür hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Voraussetzungen geschaffen und den Entwurf für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Erweiterung Kalkgruben" samt der öffentlichen Auslegung gebilligt – einstimmig.

Bis zum Jahr 2030 werde sich die Altersstruktur in der Großgemeinde signifikant verändern, wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht, und die Zahl der 65- bis 79-Jährigen um 36 Prozent steigen, die der über 80-Jährigen gar um 39 Prozent. Die Gemeinde rechnet deshalb mit einem "vollstationären Betreuungsbedarf" von 267 bis 301 Pflegeplätzen.

Das derzeit einzige Seniorenheim, Haus Kleebühl, reicht mit 60 Pflegeplätzen also bei weitem nicht mehr aus, und so kommt das geplante Pflegeheim mit 75 weiteren Plätzen in einem Neubau gerade recht. Außerdem sollen 18 Tagespflegeplätze und zehn bis 14 Wohnungen für betreutes Wohnen entstehen. Hinzu kommen schließlich noch sechs Appartements für Mitarbeiter. Der geplante Platz für die Einrichtung ist von Grün umgeben, das durch "ausreichend viele Spielplätze" zusätzlich aufgewertet werden soll. Vor allem Einfamilienhäuser stehen in der Nachbarschaft. Eine Alternative zum Standort gibt es ohnehin nicht, da der Träger der "Villa Sophia" – so soll das Senioren- und Pflegeheim heißen – bereits in der Nachbarschaft tätig ist und somit Synergieeffekte entstehen.

Das Plangebiet grenzt an die Hülbstraße im Nordwesten und an die Steinstraße an.

Öffentlich ausgelegt war der Bebauungsplan bereits, und auch die Träger öffentlicher Belange haben bereits Stellung bezogen. Im Rahmen des beschleunigten Verfahrens wird der Plan nun nochmals ausgelegt.

"Das ist bei Herrn Henle über den Gartenzaun gelaufen"

Als "erfreulich" bezeichnete es Rainer Pfersich, Fraktionschef von "Zukunft Winterlingen", dass es offenbar keine kritischen Anmerkungen von Bürgern gegeben habe. Ob überhaupt Anregungen im Rathaus eingegangen seien? "Das ist bei Herrn Henle teilweise über den Gartenzaun gelaufen", kommentierte Bürgermeister Michael Maier scherzhaft mit Blick auf den zuständigen Mitarbeiter des Bauamtes und die kurzen, unbürokratischen Wege in Winterlingen, bevor er wieder ernst wurde: "Nein, weder bei Herrn Henle, noch bei mir."

Anton Blau fragte nach einer Tiefgarage für das Gebäude. Eine solche sei allerdings weder vorgesehen noch Gegenstand des Bebauungsplanes, so Maier. Das sei einzig die Sache des Bauherren.