Der Evangelische Diakonissenverein Siloah will in der Neuen Mitte in Schömberg ein Pflegeheim bauen und betreutes Wohnen anbieten. Noch laufen die Verhandlungen über das Grundstück mit dem derzeitigen Eigentümer, der Firmengruppe Krause aus Bayreuth. 2019 stellte Siloah Pläne im Gemeinderat vor. Seitdem wuchs in der öffentlichen Wahrnehmung aber Gras über die Angelegenheit. Nach der Sommerpause will Siloah dem Gemeinderat erneut seine Pläne darlegen. Foto: Krokauer

Um das Projekt des Evangelischen Diakonissenvereins Siloah mit Sitz in Pforzheim für ein Pflegeheim und betreutes Wohnen in Schömbergs Neuer Mitte ist es ruhig geworden. Doch hinter den Kulissen wird eifrig verhandelt.

Schömberg - Nach der Sommerpause will Siloah dem Gemeinderat Schömberg sein Konzept für ein Pflegeheim und betreutes Wohnen vorstellen, teilte Ulrich Schulze, Krankenhausdirektor des Siloah St. Trudpert Klinikums Pforzheim, auf Anfrage unserer Zeitung mit. Als Standort ist ein rund 5000 Quadratmeter großes Grundstück oberhalb der Kindertagesstätte "Am Eulenbächle" geplant.

 

Siloah habe jedoch den Kaufvertrag über das Grundstück mit dem derzeitigen Eigentümer, der Firmengruppe Krause in Bayreuth, noch nicht abgeschlossen, so Schulze. "Wir stehen aber mit Vertretern der Firmengruppe Krause im Dialog und prüfen weiterhin die Option, das Grundstück zum Zwecke der Errichtung eines Pflegeheims zu erwerben", schrieb Schulze auf Nachfrage unserer Zeitung in einer E-Mail.

Wie sehen Pläne von Siloah für Pflegeheim aus?

Und wie sehen die Pläne von Siloah für das Pflegeheim derzeit aus? Genaueres wollte Schulze dazu noch nicht sagen. Er bestätigte jedoch, dass ein Konzept für ein Siloah Pflegeheim und betreutes Wohnen in Schömberg vorliege.

"Die weitere Realisierung ist vom Ausgang der Gespräche mit der Firmengruppe Krause abhängig", so Schulze. Nach der Sommerpause will Siloah das Konzept mit dem Gemeinderat hinsichtlich Ausrichtung und Größe abstimmen, war von ihm weiter zu erfahren.

Wie sieht es mit dem Zeitplan aus? Das hänge vom Ausgang der Gespräche mit der Firmengruppe Krause und dem Gemeinderat ab, so Schulze. Es sei vorgesehen, mit der Realisierung des Projektes 2022 zu beginnen.

Zur Höhe der Investition meinte Schulze: "In Abhängigkeit vom Konzept einen mindestens achtstelligen Betrag."

Siloah hatte dem Gemeinderat bereits vor rund zwei Jahren ein Konzept für betreutes Wohnen und ein Pflegeheim vorgelegt. Damals war von Kosten zwischen zwölf und 15 Millionen Euro die Rede.

Im Erdgeschoss des zu errichtenden Gebäudes sollten eine Tagespflege und die Verwaltung untergebracht werden. Außerdem war ein Café vorgesehen.

Im ersten Obergeschoss sollten zwei Wohngruppen mit je 15 Betreuungsplätzen entstehen. Für die Zimmer als klassische Pflegeplätze war eine Fläche von jeweils rund 25 Quadratmetern geplant.

Pläne von 2019 sahen drei Vollgeschosse vor

Für das zweite Obergeschoss waren 22 Wohneinheiten mit Zimmern von jeweils rund 35 Quadratmetern Größe vorgesehen. Dort sollten Menschen wohnen, die noch in der Lage seien, selbstständig zu leben. Sie könnten aber Angebote des ambulanten Pflegedienstes hinzukaufen.

Ins Dachgeschoss sollten zwölf Appartements mit eineinhalb bis zweieinhalb Zimmern und einer Fläche zwischen 40 und 60 Quadratmetern kommen. Auch die dortigen Bewohner sollten Leistungen des ambulanten Pflegedienstes hinzukaufen können. Vorgesehen waren drei Vollgeschosse.

Die Pläne von Siloah sind in der Glücksgemeinde durchaus umstritten. Im Herbst 2019 meldeten sich die Verantwortlichen der beiden Pflegeeinrichtungen Haus Tanneck und Haus Martényi in einem Brandbrief ans Rathaus zu Wort.

Tanja Dickmann vom Haus Martényi sowie Oliver Zajac, Geschäftsführer des Hauses Tanneck, machten in dem Schreiben deutlich, dass es durch zusätzliche Kapazitäten zu einem Verdrängungswettbewerb kommen könne, der für alle Marktteilnehmer ruinös werden könne. Die beiden Pflegeeinrichtungen fürchteten eine, wie es in dem Brief wörtlich heißt, "Kannibalisierung im Wettbewerb um Pflegekräfte".

Mit der Corona-Krise wurde es dann still um die Pläne von Siloah in Schömberg. Die Betreiber von Pflegeheimen hatten schließlich alle Hände voll zu tun, in ihren bestehenden Häusern die Pandemie zu bekämpfen.