Wie sieht es mit dem geplanten Pflegeheim des Evangelischen Diakonissenvereins Siloah mit Sitz in Pforzheim aus? Bislang hat der Verein noch nicht einmal das betreffende Grundstück gekauft.
Schömberg - Als Standort für das Pflegeheim und betreutes Wohnen sieht der Evangelische Diakonissenverein Siloah ein rund 5000 Quadratmeter großes Grundstück oberhalb der Kindertagesstätte "Am Eulenbächle" vor. Bereits seit einiger Zeit sieht das Areal in Schömbergs Neuer Mitte recht verwildert aus. Dabei war vorgesehen, dass mit der Umsetzung des Projektes in diesem Jahr begonnen wird, teilte Ulrich Schulze, Krankenhausdirektor des Siloah St. Trudpert Klinikums in Pforzheim, im Sommer des vergangenen Jahres auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Doch schränkte er ein, dass die weitere Realisierung vom Ausgang der Gespräche mit der Firmengruppe Krause mit Sitz im oberfränkischen Bayreuth abhänge. Ein Konzept für ein Pflegeheim mit betreutem Wohnen liege in Schömberg jedoch vor, sagte Schulze damals weiter.
Bislang habe aber Siloah das betreffende Grundstück noch nicht gekauft, wie Ljerka Pap, Leiterin der Unternehmenskommunikation beim Siloah St. Trudpert Klinikum, am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion per E-Mail mitteilte: "Es gibt keine neuen Informationen zum Projekt." Dabei hatte Schulze im August des vergangenen Jahres gesagt, dass Siloah nach der Sommerpause das Konzept mit dem Gemeinderat hinsichtlich Ausrichtung und Größe abstimmen will.
Große Ungeduld im Ort
Dabei ist die Ungeduld in Schömberg deutlich zu spüren. "Die Verhandlungen mit der Krausegruppe müssen endlich abgeschlossen und zeitgleich die Gespräche mit dem Siloah über die Schaffung von seniorenbetreutem Wohnen vertraglich besiegelt werden", forderte etwa CDU-Fraktionschef Joachim Zillinger in seiner Rede im Gemeinderat bei der Verabschiedung des Haushalts für 2022.
Furcht vor Verdrängungswettbewerb
Dabei ist das Vorhaben von Siloah durchaus umstritten. Konkurrenten fürchten einen Verdrängungswettbewerb. Tanja Dickmann vom Haus Martényi und Oliver Zajac, Geschäftsführer des Hauses Tanneck, meldeten sich im Herbst 2019 in einem Brandbrief an das Rathaus zu Wort. Sie fürchten, dass zusätzliche Kapazitäten zu einem Verdrängungswettbewerb führe, der unter Umständen für alle Marktteilnehmer ruinös werden könnte. Es war von einer "Kannibalisierung im Wettbewerb um Pflegekräfte" die Rede. Dann kam die Corona-Krise und die Lage verschärfte sich eher noch.
Zudem gehen derzeit die Baupreise steil nach oben. Hinsichtlich der Kosten des Vorhabens von Siloah war Schulze im vergangenen Sommer sehr vage. In Abhängigkeit vom Konzept sprach er von einem mindestens achtstelligen Betrag. Auch Dickmann und Zajac wollen in ihren Häusern Martényi und Tanneck investieren.