Urlaubsgrüße von Unbekannten sind zurzeit auch im Tagespflegebereich der Renner. Foto: Baumgartner

Damit jeder Bewohner des Pflegeheims Gottlob-Freithaler-Haus in Schiltach einen Urlaubsgruß erhält, hat sich die Sozialgemeinschaft eine Aktion überlegt.

„Unterm Eiffelturm hat er mich gefragt“, „In Dresden war ich auch schon mal“, „In Wolfach habe ich gute Freunde“, „Olé – hier ist sogar eine aus Spanien“, so hört man zurzeit viele Gesprächsbeginne an den Tischen des Pflegeheims Gottlob-Freithaler-Haus. Dafür nehmen sich die Bewohner eine Postkarte mit Urlaubsgrüßen vom Stapel, und geben sie in die Runde.

 

Denn Postkarten sind besonders in der Urlaubszeit begehrte „Vorzeigeobjekte“ unter den Pflegeheimbewohnern sowie eine Eintrittskarte in die Welt – und häufig auch ein Schlüssel zur Schatzkiste der Erinnerungen.

Die kleinen Grüße regen zu Erinnerungen an, lassen Pflegeheim-Bewohner ins Gespräch kommen und an der Gesellschaft außerhalb ihres direkten Umfelds teilnehmen. Persönliche Nachrichten geben das Gefühl, nicht vergessen und geschätzt zu werden, spenden Trost, machen Spaß und lassen träumen. Und hängt man die Urlaubsgrüße auf, sind sie auch noch dekorativ und man kann im Vorbeigehen träumen.

Postboten werden sehnlichst erwartet

Leider bekommen nicht alle einen Urlaubsgruß ins Pflegeheim geschickt. Deshalb rief die Sozialgemeinschaft Schiltach/ Schenkenzell in den Sozialen Medien, auf dem hauseigenen Youtube-Kanal und per Plakatwerbung alle Urlauber und Daheimgebliebene auf, doch mal eine Postkarte ins Pflegeheim zu schicken – ganz gleich, ob die Absender Bewohner dort kennen oder nicht.

Seither werden die Postboten mit ihrer sehnlichst erwarteten Fracht persönlich empfangen. Fast täglich gibt es Grüße von der Ostsee, aus Italien, vom Bodensee oder von Tageszielen in der Region – und dann heißt es oft: „Hallo alle, wir sind jeden Tag am Strand oder mit dem Fahrrad unterwegs und senden Grüße in die Heimat.“

In den Alltag integriert

Die Karten werden auch ins Programm der täglichen Alltagsbetreuung eingebaut, wie gemeinsames Postkarten gestalten und schreiben oder Rätselfragen beantworten, welche Urlaubsdestinationen besonders beliebt sind und wie weit weg diese sind. Die Postkarten werden auch für Bewegungsübungen oder als Erinnerungs- und Gesprächsanreize genutzt.

Und so kommt nicht nur Abwechslung in den Alltag der Pflegeheimbewohner, sondern auch ein Gefühl von Teilhabe an Urlaubs- und Ferienzeit ins Haus.

Aktion läuft noch

Die SGS-Aktion dauert mindestens bis Ende der Sommerferien. Karten können gesendet werden an Sozialgemeinschaft Schiltach/Schenkenzell e.V., Aktion „Urlaubsgrüße“, Vor Ebersbach 1, 77761 Schiltach.