Gemeinsam freuen sich von links: Anita Maier, Lisa Schäfer, Gebhard Gfrörer, Katrin Maier, Jean-Marc Maier, Josef Hellstern, Jennefer Kreidler (Heimleitung), Wolfgang Kronenbitter und Sarah Böttiger (Assistentin). Foto: Jürgen Baiker

Es ist geschafft. Endlich ist das dritte Pflegeheim in Empfingen startklar. Am Freitagabend wurde mit geladenen Gästen gefeiert.

Jean-Marc Maier, Bauherr und Betreiber des neuen Pflegeheims, ließ es sich nicht nehmen selbst durch den Festabend zu führen. Er begrüßte viele Gäste, Bürgermeister, Behördenvertreter. Handwerker und Vereinsvertreter. Er freue sich, dass so viele Menschen der Einladung gefolgt sind und Freude daran haben, gemeinsam die Fertigstellung und kurz bevorstehende Inbetriebnahme der neuen Pflegeeinrichtung „Haus am Tälesee“ gebührend zu feiern.

 

Bauherr gibt Überblick über das Projekt Vor der eigentlichen Feier gab es noch im Freien einen Sektempfang, bei dem die Gäste miteinander ins Gespräch kamen. Jean-Marc Maier ließ nochmals das ganze Projekt Revue passieren.

Traumgrundstück im Naherholungsgebiet bekommen Vor viereinhalb Jahren begann alles mit einem Anruf von Bürgermeister Ferdinand Truffner „Thema war ein neues Pflegeheim in Empfingen.“ Und weiter: „Nach längerem Hin- und Her, zahlreichen Gesprächen und Abwägungen auf vielen Ebenen, war irgendwann endlich klar, dass wir unser Traumgrundstück hier im Naherholungsgebiet von der Gemeinde Empfingen für den Neubau einer Pflegeeinrichtung kaufen können.“

Das Gebäude kann nachträglich aufgestockt werden Jean Marc Maier: „Jetzt nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit und einer Investition von rund 16,5 Millionen Euro stehen wir vor einer sehr schönen und gelungenen Pflegeimmobilie, die in einem ersten Schritt künftig 60 Bewohnerinnen und Bewohnern für eine gute Heimat für die letzte Lebensphase sein wird. Es ist möglich auf das Gebäude einen dritten Stock für weitere 30 Personen aufzustocken.“

Das Haus am Tälesee Foto: Jürgen Baiker

In der Pflege gibt es viele offene Baustellen

In den nächsten zehn Jahren fehlen 160 000 Pflegeplätze

Maier zitierte den Präsidenten des Arbeitgeberverbandes Pflege Thomas Greiner mit einer Aussage vom April 2024, in der deutlich wird, dass das Thema Pflege nahezu unlösbar ist: „In den nächsten zehn Jahren fehlen 160 000 zusätzliche Plätze in Pflegeheimen um unsere Pflegebedürftigen zu versorgen – das entspricht der Einwohnerzahl von Städten wie Leverkusen oder Darmstadt. Um den steigenden Bedarf zu decken, müsste in Deutschland fast jeden zweiten Tag ein großes Heim eröffnet werden. Stattdessen hat im vergangenen Jahr fast jeden Tag eines geschlossen oder Insolvenz angemeldet. Dieses Heimsterben kostete uns im vergangenen Jahr zwei Prozent der stationären Pflegeplätze. Und statt die Versorgung zu sichern, spielen Pflegeklassen, Bundesländer und die Bundesregierung Schwarzer Peter.“

Jean-Marc Maier begrüßte viele Gäste. Foto: Jürgen Baiker

Den Betroffenen sind die Zuständigkeiten egal Den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen sei es zurecht egal, wer für was zuständig ist. Sie suchten händeringend einen Pflegeplatz. Deshalb müssten die Pflegekassen gesetzlich verpflichtet werden das Heimsterben zu stoppen. Pflegebedürftige brauchen seiner Meinung nach einen Rechtsanspruch auf einen Platz im Pflegeheim.

Pflegeplatz in 50 Kilometer Entfernung Maier befürchtet, dass man in den nächsten Jahren viel Glück haben muss, um irgend-wo überhaupt och einen Heim-platz zusagen zu ergattern. Und dies könnte dann auch 50 km vom Heimatort entfernt sein. Bis 2049 fehlen laut Maier in Deutschland bis zu 690 000 Pflegekräfte in Kliniken, ambulanten Diensten und Pflegeheimen. Fast jeder dritte Arbeitsplatz in der Pflege könne nicht mehr besetzt werden. Maier kritisierte: „Uns als Heimbetreiber wird das Leben seitens der Arbeitsagenturen oder der Regierungspräsidien oft sehr erschwert, wenn es um Arbeitsgenehmigungen für ausländische Pflegemitarbeiter geht.“

Harald Dürrschnabel, Chef des Sozialamts Freudenstadt. Foto: Jürgen Baiker

Bezüglich des Pflegeheimes in Empfingen zeigte sich Maier zufrieden: „Wir haben es geschafft, dass wir bereits zum heutigen Tage fast alle Stellen besetzen konnten. Dies war möglich dank unserer Führungskräfte, die mit ihrer persönlichen und fachlichen Qualifikation dafür sorgen, dass der berühmte „Gute Geist“ entsteht und von allen Beteiligten gerne gepflegt und gelebt wird.

Zahlreiche Gespräche wurden beim Empfang geführt. Foto: Jürgen Baiker

6000 Pflegeplätze im Landkreis Freudenstadt

Chef des Sozialamts würdigt Weitblick

Weitere Grußworte schlossen sich an, so von Harald Dürrschnabel, Chef des Sozialamtes Freudenstadt. Der Standard des Hauses am Tälesee entspreche einem 4-Sterne-Hotel. Im Landkreis Freudenstadt gibt es 6000 Pflegebedürftige, davon werden 80 Prozent zuhause gepflegt. Der Bau des Hauses am Tälesee in Empfingen bedeute handeln und entscheiden mit viel Weitblick. Für die musikalische Umrahmung sorgte Martin Heer aus Pfronten im Allgäu.

Bürgermeister Ferdinand Truffner und Theo Walz auf der von der Gemeinde Empfingen gespendeten Sitzbank. Foto: Jürgen Baiker

Tag der offenen Tür stößt auf reges Interesse

Am folgenden Tag gab es noch einen Tag der offenen Tür, zu dem sich viele Empfinger Bürger bei schönstem Wetter einfanden. Es gab Hausführungen. Der Musikverein Empfingen sorgte für die musikalische Unterhaltung. Wie am Vorabend sorgte die Sportgemeinschaft Empfingen für eine reichliche kulinarische Verpflegung.

Bürgermeister Truffner spricht von großem Kino

Geschafft:
Endlich ist das dritte Pflegeheim in Empfingen startklar, dies ab Montag.

Der Rückblick:
Wir schreiben das Jahr 2019 – das neue Pflegeheim in Eutingen geht an den Start und auch der Empfinger Schultes, wie sollte es anders sein, liest Zeitung … doch halt, Genau das da fängt es an „Pflegeheim“.

Die Situation heute
Truffner: „Vorbei ist die Zeit des Planens und Bauens. Ein Haus ist entstanden, das allen Ansprüchen an eine zeitgemäße Pflege gerecht wird, ein Zuhause, das eigentlich keine Wünsche offen lässt. Die Nähe zum Naherholungsgebiet ist einmalig und das Gebäude bildet ein Junktim zwischen Kernort, der neuen Entwicklungsfläche Reichenhalden, der Naherholung, der Freizeit und des Gewerbes – also eigentlich mitten im Herzen unserer Gemeinde.“