Kräftig packten die Helfer bei der Grindenaktion mit an. Foto: Fotos: Schwark

Natur: Viele Helfer beteiligen sich an Pflegeaktion / Ein Beitrag zum Arten- und Biotopschutz

Rund 100 Helfer aus dem Landkreis Freudenstadt und darüber hinaus waren im Einsatz bei der Grinden-Pflegeaktion. Dabei ging es einmal mehr darum, die Grinden auf Vordermann zu bringen.

Baiersbronn-Schliffkopf. Zu der Aktion hatte – nach einer Coronapause im vergangenen Jahr ­– der Nationalpark Schwarzwald eingeladen. Forstwirt Thomas Gamio freute sich über die große Zahl der Helfer. Für die motivierten Ehrenamtlichen hatte er die Grinde "Hübscher Platz" ausgewählt, etwa einen Kilometer linksseitig vom Schliffkopf in Richtung Ruhestein entfernt. Vorwiegend wurden junge Fichten entfernt und auf den einzelnen Latschengruppen abgelegt.

Die jährliche Schliffkopfaktion dient dem Arten- und Biotopschutz. Denn im Laufe der Jahrhunderte haben sich auf den nahezu waldfreien Hochflächen des Nordschwarzwalds seltene Pflanzen und Tiere angesiedelt, so der Nationalpark Schwarzwald.

Vor etwa 150 Jahren gab es im Nordschwarzwald noch rund 2000 Hektar Grinden. Heute sind es dagegen nur noch rund 200 Hektar, erläuterte Gamio. Grinden sind Flächen, die extrem der Nässe oder der Trockenheit ausgesetzt sind. Für den Bereich "Hübscher Platz" war die Pflegeaktion laut dem Forstwirt dringend notwendig. Als vierbeinige Rasenmäher waren in diesem Jahr schon rund 700 Schafe mit ihrer Schäferin Ute Svenson in dem Gebiet.

Mit viel Engagement gingen die Helfer aller Altersgruppen – bis hin zum rüstigen Rentner –­ ans Werk. Die Aktion kam auch bei der Jugend gut an. So beteiligten sich rund zehn Jugendliche von der Feuerwehr Obertal. Mit etwa 20 Helfern, darunter einige Jugendliche, half auch die Bergwacht Obertal mit. Ebenfalls mit von der Partie waren 20 Jugendliche der Waldjugend Kappelrodeck. Viel Anklang fand die Grindenaktion zudem bei Wanderern, die auf dem Schliffkopf unterwegs waren. Zum Erfolg trug auch das schöne Spätsommerwetter bei. Da floss bei manchen der Schweiß, wenn Heckenscheren und Sägen zum Einsatz kamen.

Pflegeaktion gibt esseit Jahrzehnten

Seit den 1960er-Jahren sorgen regelmäßig ehrenamtliche Helfer von der Bergwacht, vom Schwarzwaldverein und anderen Organisationen dafür, dass die Grinden offen gehalten werden.

Denn sie bieten laut dem Nationalpark Schwarzwald mit ihren Latschenkiefern, Beerensträuchern, Heidekraut und Pfeifengras ein Biotop für seltene Arten. Von den Heideflächen profitierten Auerhühner, Baumpieper, alpine Gebirgsschnecken oder Kreuzottern.

Nach der kräftezehrenden Arbeit konnten sich die Helfer an einer Verpflegungsstation mit Speisen und Getränken stärken. Einig waren sie sich, dass es sich auch in Zukunft lohnt, sich für die Natur einzusetzen.