Die Trachtenkapelle Todtnauberg lädt bei ihrem Jahreskonzert an Pfingsten dazu ein die Welt zu entdecken.
Erst kürzlich inspirierten die beeindruckenden Bilder unseres schönen Planeten von der Artemis-Mission zu einer anderen Sichtweise auf die Welt, die aus dieser Perspektive keine Ländergrenzen erkennen lässt. Ganz in diesem Zeichen stand das Motto „Weltentdecker“ des Pfingstkonzerts der Trachtenkapelle Todtnauberg im Kurhaus, denn Musik in all ihrer internationalen Vielfalt verbindet ebenfalls, statt Grenzen zu schaffen. Ob kleine Weltkugeln, Globusse oder Länderfähnchen - auch die liebevoll gestaltete Deko im Saal spiegelte dies wider.
Musikalische Reise um den Globus
Dirigent Matteo Abbate nahm das Publikum mit auf eine durch die Ansagen von Natalie Haude und Ann-Kathrin Schneider mit Tiefgang und Humor begleitete musikalische Reise rund um den Globus. Mit paukengewaltigem Auftakt, unterstrichen von majestätischen Fanfarenklängen der von Richard Strauss komponierten Festmusik der Stadt Wien konnte das Publikum sofort in die Welt der Musik eintauchen. Über den Atlantik ging es nun mit der „Appalachian Overture“ von James Barnes in die malerische Kulisse der nordamerikanischen Appalachen und der dort lebenden Menschen, getragen von vielen Soloelementen und anspruchsvollen, schnellen Tonfolgen der Holzbläserinnen. A
ls Abschluss des ersten Konzertteils begab sich die Kapelle in instrumentaler und klangdynamischer Vielfalt auf eine lange, abwechslungsreiche Reise: Bernd Appermons Konzertwerk „Gullivers Travel“ ist eine musikalische Hommage in vier unterschiedliche Länder darstellenden Sätzen von Swifts satirischem Roman „Gullivers Reisen“, in denen Schiffsarzt Lemuel Gulliver in fantastischen Welten strandet.
Energiegeladen, die Dynamik des Feuers musikalisch spürbar machend, begann das Blasorchester den zweiten Teil mit dem Konzertwerk „On Fire“ von Michael Geisler mit dem Drum-Solo des stellvertretenden Vorsitzenden Simon Sütterlin. Prompt folgte als Gegensatz die Abkühlung mit „Highlights from Frozen“, eine Auswahl von Filmmusik aus dem Disney-Kinohit 2013 „Die Eisprinzessin“ mit einer besonderen Überraschung, denn Saskia Rees bot eine von der Kapelle untermalte, stimmgewaltige Sologesangseinlage zum Song „Let it go“ dar und erntete langanhaltenden Beifall.
„Nothing gonna change my love for you“, geschrieben von Gerry Goffin und komponiert von Michael Masser ist ein Welthit, den der hawaiianische Sänger Glenn Medeiros 1987 gelandet hatte.
Beifall für Trompetensolo von Josua Brender
Zum Blasmusik-Arrangement des Songs von Thomas Asanger gehört ein Trompetensolo, mit dem Josua Brender das Publikum begeisterte und ebenfalls für nicht enden wollenden Beifall sorgte. „Amparito Roca“, der feurige, stolze Marsch von Jaime Texidor im Stil des Paso Doble bot ein würdiges Finale der Reise, nun im heißen Süden Spaniens angekommen.
Von so viel musikalisch inszenierter Leidenschaft angesteckt, gab sich das Publikum nicht mit nur einer Zugabe zufrieden. Der sichtlich erfreute erste Vorsitzende Sebastian Thoma hob dankend die Leistung des musikalischen Leiters Matteo Abbate hervor. Es folgte zunächst der aus Tschechien stammende Andulka-Marsch.
Die letzte Zugabe, die aus dem Böhmischen stammende Marsch Polka „Alte Liebe“, wurde in berührender Weise dem verstorbenen Musikerkollegen Gerhard Klingele gewidmet.