Die Pfiffe gegen Leroy Sané beim Länderspiel in Stuttgart gegen Ghana waren nicht zu überhören – nun springen zwei VfB-Profis ihrem DFB-Kollegen zur Seite.
Als Leroy Sané eingewechselt wurde, gab es Pfiffe. Nach 78 Minuten kam der Offensivmann am Montagabend beim Testspiel der DFB-Elf gegen Ghana (2:1) für Nick Woltemade ins Spiel. Die Unmutsbekundungen von den Rängen der Stuttgarter Arena waren nicht vereinzelt, sondern geballt und daher nicht zu überhören.
Hinterher gab es klare Ansagen der Teamkollegen – allen voran von Alexander Nübel und Deniz Undav, den beiden Profis des VfB Stuttgart. „Absoluter Schwachsinn, ich weiß nicht, was das soll“, sagte Keeper Nübel: „Wir wollen als Nation zusammen nach Amerika fahren und die WM spielen und nicht getrennt. Diese Euphorie, die wir jetzt entfachen wollen, es geht nur zusammen. Und deswegen kann ich es nicht nachvollziehen, warum da gepfiffen wird.“
Offensivmann Undav sagte später nach seinem Siegtor in Minute 88 dies: „Ich appelliere nochmal an die Fans: Wir brauchen jeden Spieler, egal ob man lieber mag oder nicht, wir werden ihn brauchen. Wir wissen um Leroys Qualität - und wir sind eine Mannschaft, wir sind eine Nation und wir müssen zusammenhalten.
Da darf man keinen ausgrenzen. Und ich hoffe, dass die Fans, wie gesagt, beim nächsten Mal, wenn Leroy wieder dabei ist, dass man ihn genauso unterstützt.“ Er bitte darum, so Undav weiter, „dass wenn Leroy oder ein anderer Spieler das nächste Mal reinkommt, dass man dann nicht buht“.
Fakt ist: Sané polarisiert schon länger beim Publikum. Es gibt traditionell viel Licht und Schatten bei seinen Auftritten, und immer wieder klingt bei einigen Experten der Vorwurf durch, dass der Offensivmann sein Potenzial nicht ausschöpft.
Mit Blick auf Sanés mögliches WM-Ticket sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann am Montagabend: „Am Ende hängt es davon ab, was er die nächsten acht Wochen macht.“ Generell fände er es nicht schön, so der Coach weiter, „wenn unser Spieler ausgepfiffen wird, bevor er die erste Situation hat. Das finde ich nicht fair, aber du wirst nie allen gerecht werden“.