Der ehemalige Zunftmeister der Pfetzer wurde bei der Brauchtumssitzung gewürdigt. In Zukunft wird er den Titel eines Narren-Obristen führen. Die Narrenvereinigung lobt seinen Einsatz für die Fastnacht.
Bei der Brauchtumssitzung der Zunftmeister der Narrenvereinigung Hegau/Bodensee in Ehingen wurde der ehemalige Zunftmeister der Pfetzerzunft Blumberg-Zollhaus, Werner Waimer, in den närrischen Adelstand erhoben. Das Urgestein der Zollhauser Fastnacht wird in Zukunft den Titel eines Narren-Obristen führen und als graue Eminenz der heimischen Fastnacht das Zepter schwingen. Allzeit habe er den alemannischen Fastnachsbrauch gefördert und unterstützt, hieß es bei der Ehrung. Als „Zeichen des ewiglich währenden Dankes in Gnade und Freiheit“ wurde ihm die handsignierte Urkunde unter würdigem Applaus überreicht.
Für den 72-jährigen Erznarr war es nicht die erste bedeutende Auszeichnung. In seiner Heimatzunft wurde der bereits mit den höchsten Orden gewürdigt. 22 Jahre führte er die Pfetzer als Zunftmeister bis vor einigen Jahren an und erwarb sich für den Erhalt der lokalen Fastnacht hohe Verdienste. Bereits 1974 trat er in die Pfetzerzunft aktiv ein. Wie so viele Zollhauser verdiente er sich im Fanfarenzug seine ersten Fastnachtssporen. Mit Leib und Seele ein Narr, war er schon in seiner Jugend in der fünften Jahreszeit auf den Zollhauser Straßen zu finden.
Viel Verantwortung
Bereits 1976 durfte er seinen ersten Pfetzerorden für seinen närrischen Tatendrang in Empfang nehmen. Von 1986 bis 1992 übernahm er als Säckelprüfer und Pressewart im Verein weitere Verantwortung. Von 1992 bis 2014 stand er als Zunftmeister an der Spitze.
Mit der Gründung des historischen Pfetzergerichtes führte er ab 1993 am Fastnachtsdienstag-Vormittag in der Vereinsstätte Gemeinschaftshaus eine inzwischen traditionelle Instanz ein. Unter seiner Feder als oberster Ankläger wurden zahlreiche Blumberger Persönlichkeiten, wie die Bürgermeister Clemens Stahl und Markus Keller oder der ehemalige Vorsitzende der Blumberger Narrengesellschaft, Dieter Selig, zu feuchtfröhlichen oder kulinarischen Strafen verurteilt. Seine Urteile aufgrund der besonderen Anklage „wegen groben Verstoßes gegen den närrischen Allefanz“ hatten es immer in sich und erreichten Kultstatus. Auch in diesem Jahr darf man sich auf das Pfetzergericht freuen, bei dem einem musikalischen Blumberger Fastnachtsgenie der Prozess gemacht wird.
Überzeugter Traditionalist
Für den überzeugten Traditionalisten Werner Waimer ist die Fastnacht mehr als nur eine fünfte Jahreszeit. Nicht nur er selbst war schon immer ein Zollhauser Narr. Seine gesamte Familie ist ebenfalls närrisch. Ehefrau Jutta Waimer zog im Häs von Anfang an mit. Seine Kinder Silvio und Alexandra sind im Fanfarenzug aktiv und die Fastnacht hat für alle Familienmitglieder einen hohen Stellenwert.
„Fastnacht gehört zu unserem Leben“, sagt Waimer. Vieles habe sich zwar verändert. Dennoch denkt er gerne an unzählige Kampagnen zurück. Besonders der Gasthof Adler Post sowie das Hotel Kranz waren für ihn in früheren Jahren in Zollhaus Fasnet-Hochburgen.
Termine und Ordensvergabe
Termine
Mit der Teilnahme beim Umzug des Gaszuges Randes zeigte die Pfetzerzunft am Samstag, 20. Januar volle Präsenz. Weitere Termine: Sonntag, 28. Januar Umzug in Gottmadingen, Dienstag, 6. Februar: Gemeinschaftshaus schmücken. Schmutziger Donnerstag, 8. Februar. Wecken durch die Katzenmusik ab 7.30 Uhr Schulbefreiung in Blumberg. 13.31 Uhr Kinderumzug in Zollhaus. Samstag, 10. Februar Programmabend Kamelia Tengen. Sonntag, 11. Februar: Umzug in Mengen, Fastnachtsdienstag, 10.11 Uhr: Pfetzerfrühschoppen, Pfetzergericht und Ehrungen 18.01 Uhr Hemdglonkerumzug.
Ordensvergabe
An weitere 17 Narren wurde im Rahmen der Brauchtumssitzung die Obristen-Urkunde vergeben: Marita Bogenschütz (NV Hasenbühl Anselfingen), Robert Braun (NV Neu-Böhringen Singen), Dorit Wurstbauer (NZ Buronia Beuren an der Aach), Otto Skoda und Burkhard Grob (beide NZ Welsbart Möggingen), Wolfram Spetzke (Heufresser Horn), Marianne Gebhardt (MZ Holzbirregüggel Schienen), Peter Meier (NV Hindelwangen), Werner Hirt und Manfred Braun (Wasserburger Talgeister Honstetten), Wolfgang Hertrich (Storchenzunft Steißlingen), Alois Keller und Alexandro Cucino (Rehbockzunft Volkertshausen), Werner Niedermann (Narrengesellschaft Hödingen), Martina Braun (Taubenriedgärtner Seelfingen), Thomas Zenger (NV Burgwichtel Schwandorf) und Egon Grüninger (Fuchszunft Menningen).