Acht neugeborene „Eyachgeister“ standen bereits Spalier am Skulpturenweg zur Pfeffinger Eyachquelle – jeder für einen Monat des Jahres. Jetzt sind die restlichen vier hinzugekommen und machen das Dutzend voll. 120 Kinder hatten Grund zu feiern.
Die Anfänge liegen über elf Jahre zurück – Vorausgegangen war bei den Kreativtagen der Grundschule das Projekt „Eyach“. Im Sommer 2013 hatten sich die Pfeffinger Grundschüler im Unterricht intensiv mit ihrem heimatlichen Bach, der Eyach, befasst und dabei erfahren, dass die Menschen in alten Zeiten an Quellgeister glaubten. Sie unterstellten, dass die Altvorderen das nicht ohne Grund taten, dass eine Quelle und der Weg zu ihr ständigen „Schutz“ und Wächter benötigte – und dass es deshalb „Eyachgeister“ geben müsse.
Gedacht, getan. Die Viertklässler ließen ihrer Fantasie freien Lauf und bemalten zwölf zweieinhalb Meter hohe Kieferstämme so richtig „geisterhaft“. Die wurden dann längs dem Weg zwischen Bleiweißmühle und Eyachquelle aufgestellt. Im Frühherbst 2013 war der erste Skulpturenweg zur Quelle vollendet, auch dank finanzieller Unterstützung durch die Stiftung „Umwelt-Natur“ der Sparkasse Zollernalb.
Irgendwann waren die „Geister“ morsch – neue mussten her
Danach verging die Zeit – und ihr Zahn nagte an den Baumstämmen, bis ein Teil von ihnen morsch war. Mitglieder des Schulfördervereins um Stefan Maier bauten sie deshalb – mit dem Ergebnis, dass der Weg jetzt ungeschützt war. Neue Geister mussten her.
Die Pfeffinger Außenstelle der Langenwand-Eyachquellgrundschule nahm erfolgreich am Bildungswettbewerb der Sparkasse teil, die nachhaltige, innovative und generationsübergreifende Projekte fördert, und fand weitere Verbündete und Mitstreiter für die Wiedererweckung der „Eyachgeister“. Ortsvorsteher Roland Merz aktivierte fünf Senioren, die mithalfen, das Bildungshaus mit den Vorschülern des Kindergartens wurde ebenfalls als Kooperationspartner hinzugezogen, und der Forst stellte zwölf Kiefer- und Eschenstämme zur Verfügung.
Das Ergebnis war ein generationsübergreifendes Projekt mit rund 100 Beteiligten. Die Schüler fertigten für jeden Monat von Januar bis Dezember Modelle auf Papierrollen an und bemalten die Bäume, nachdem sie abgeschliffen waren. Die langjährige Pfeffinger Schulleiterin Iris Schlegel, heute Rektorin der Schule unterm Malesfelsen, malte die Gesichter auf, Zimmermeister Ralf Maute und sein Team passten die Baumstämme an die bereits vorhandenen Balkenschuhe an und stellten, beginnend bei der Bleiweißmühle, die acht Stämme der Monate von Januar bis August am Weg auf.
Bekenntnisse zur Eyach auf Aluplatten
Jetzt sind auch die restlichen vier Eyachgeister für die Monate September, Oktober, November und Dezember hinzugekommen – das einzige, was jetzt noch fehlt, sind Regenschutzkappen, denn auch Geister werden nicht gerne nass. Zudem wurden 13 blaue Hinweistafeln aufgestellt, auf denen die Pfeffinger Bürger kundtun, was sie mit der Eyachquelle verbindet. Es handelt sich um Rückmeldungen auf einen Aufruf der Schule im Amtsblatt, die Natascha Huonker anschließend auf Aluplatten gelasert hat.
Bei der Einweihung herrschte viel Betrieb rings um die Eyachquelle: Rund 120 Pfeffinger und Burgfelder Kinder aus Schule und Kindergarten waren gekommen. „Die letzten vier Eyachgeister haben lange in der Schule warten müssen; jetzt sind sie endlich zur Eyachquelle zurückgekehrt“, freute sich Konrektorin Nadine Siedler, und die Kinder riefen laut „Herzlich willkommen!“ Hungern mussten sie indes nicht – um die Verpflegung kümmerten sich das Rentnerteam und Stefan Maier, der Vorsitzende des Schulfördervereins.