Seine Arbeit in der evangelischen Kirchengemeine Rottweil hat Pfarrer Christian Honold Spaß gemacht. Am Sonntag wird er verabschiedet. Foto: Siegmeier

"Es war eine sehr ergiebige Zeit, auf die ich sehr gerne zurückschaue", sagt Christian Honold.

Rottweil - Knapp zehn Jahre lang hat der evangelische Pfarrer in der Rottweiler Kirchengemeinde gewirkt, betreute das Pfarramt Süd, unterrichtete Religion an den Schulen, setzte Akzente bei der Seniorenarbeit und hatte die Klinikseelsorge evangelischerseits inne.

Am 1. Dezember tritt Christian Honold seine neue Stelle in der Kirchengemeinde Alpirsbach an, für die er im Juni den Zuschlag erhalten hatte. "Ich möchte mich in den letzten zehn Jahre meines Berufslebens noch einmal einer neuen Herausforderung stellen", sagte Honold damals im Interview.

Am Sonntag, 14. November, wird Christian Honold um 9.30 Uhr in der Predigerkirche seinen letzten Gottesdienst in Rottweil halten und von Dekastellvertreterin Märit Kaasch am Ende aus dem Dienst entlassen. Im Anschluss, ab etwa 11 Uhr, gibt es eine Feierstunde mit Grußworten und Mittagessen im Gemeindehaus Johanniter.

Im März 2012 hat Christian Honold seinen Dienst in der evangelischen Kirchengemeinde in Rottweil angetreten. Damals war Marcus Keinath geschäftsführender Pfarrer und das Pfarrehepaar Oelze wirkte noch in Rottweil. Die gemeinsame Zeit sei für Honold sehr wertvoll gewesen, betont er. Doch dann verließen Oelzes Rottweil und die Stelle war für ein Jahr vakant. Keinath und Honold haben die Gemeindearbeit daraufhin ein Jahr lang zu zweit gestemmt, bis schließlich Gabriele Waldbaur und Esther Kuhn-Luz das Team wieder komplettierten.

Eine tolle Zusammenarbeit

Nach dem Weggang von Marcus Keinath kam Annegret Künstel mit in die Pfarrerriege, und Gabriele Waldbaur übernahm die geschäftsführende Stelle von Keinath. "Es war eine reichhaltige und bunte Zeit", so Honold rückblickend.

Auch die zurückliegenden Jahre mit seinen Kolleginnen seien sehr gut gewesen. "Es war eine tolle Zusammenarbeit, wir haben uns Raum gegeben, haben uns aber auch kritisch begleitet", so der Theologe. Die Klinikseelsorge, die ebenfalls zu seinem Aufgabenfeld gehörte, sei eine sehr schöne Aufgabe gewesen. "Die Klinikseelsorge hat mich immer interessiert, zumal ich eine Ausbildung dafür habe. Als sie von 25 auf 50 Prozent aufgestockt wurde, war das eine große Bereicherung, da man sich dann wirklich ganz auf die Aufgabe einlassen konnte", resümiert er.

Sehr geschätzt habe Honold auch die ökumenische Zusammenarbeit in der Klinik. "Das war eine sehr positive Erfahrung, mit den Ärzten und dem Klinikpersonal zusammenzuarbeiten und nicht nur so mitzulaufen. Die Unterstützung von Seiten des Fachpersonals war sehr aufbauend".

In Sachen Religionsunterricht sei er an vielen Schulen "herumgekommen". Das vergangene Jahr habe er am Leibniz-Gymnasium unterrichtet, was ihm sehr großen Spaß gemacht habe. Zu Honolds Aufgaben zählte zudem die Seniorenarbeit. "Die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Älterwerden hat auch mir gut getan", gibt er zu und hebt sein "sehr zuverlässiges Team" hervor.

Stelle wird gestrichen

Doch nun heißt es, Abschied zu nehmen. Kisten packen muss Christian Honold indes noch nicht, denn das Pfarrhaus in Alpirsbach kann vermutlich erst Anfang nächsten Jahres bezogen werden. So wird man Christian Honold sicher hier und da noch in Rottweil treffen.

Eine Nachfolge für Christian Honold wird es nicht geben. Aufgrund der Planungen der evangelischen Landeskirche stehen in den nächsten Jahren unter anderem Streichungen kompletter Pfarrstellen an – eine davon ist das Pfarramt Süd.