Die Stallweihnacht in Kälberbronn hat inzwischen schon eine gewisse Tradition. Foto: Privat Foto: Schwarzwälder-Bote

Im Hotel Schwanen in Kälberbronn wird die Geburt Christi zwischen Ochs und Esel gefeiert

Pfalzgrafenweiler-Kälberbronn. Alljährlich wird das Fest der Geburt Christi in Kälberbronn mit viel Musik zwischen Ochs und Esel gefeiert.

Was vor einigen Jahren im kleinen Kreise mit Hausgästen des Kälberbronner Hotels Schwanen in einem Pferdestall begann, hat sich zu einer ausgewachsenen besinnlichen Feier gemausert: Die Stallweihnacht lockt Jahr für Jahr am 22. Dezember Groß und Klein nach Kälberbronn.

Pünktlich zur beginnenden Dämmerung fährt Knecht Ruprecht in seinem roten Gewand zusammen mit dem blond gelockten Christkind auf dem Pferdeschlitten im Ziefleschen Hof vor und wird sofort von vielen erwartungsvollen Kindern umringt. Dazu begleiten die Bläser der Waldachtal-Musikanten das muntere Festpublikum. Es kehrt erst Ruhe ein, wenn Knecht Ruprecht seine metallene Handglocke läutet. Er verspricht jedem Kind ein kleines Geschenk aus seinem allseits bekannten Jutesack, wenn es ein Gedicht aufsagen oder ein Lied singen kann.

Kurze Zeit später dringt moderne Musik vom Band in alle Ritzen des Stalls, in dem neben den angestammten Kühen, Ochsen, Kälbern, Katzen, Ponys und dem Esel sich wieder Jung und Alt eingefunden hat. "Vier Kerzen" heißt das Singspiel, das vom Regenbogenchor Pfalzgrafenweiler unter Leitung von Andreas Hauser aufgeführt wird. Pfarrer Jochen Wolber erinnert kurz vor der Aufführung daran, dass diese Feier schon eine gewisse Tradition hat, und betont: "Im Stall kommen wir Weihnachten am nächsten." Das Musical wird von manchem Muhen und Wiehern der Tierabteilung begleitet, was sowohl den jugendlichen Darstellern als auch den Zuschauern gut gefällt.

Es erzählt von der Adventszeit, in der wie so häufig die Werte Glaube, Liebe und Friede – dargestellt von drei Kindern in Kerzengewand – in den Hintergrund treten. Stattdessen hetzen die Menschen nach Geschenken, besinnen sich auf das voneinander Trennende und nicht auf gegenseitige Zuneigung, um sich schließlich in Streitereien zu verlieren.

Dieses allzu menschliche Verhalten mündet in den mit viel Leidenschaft vorgetragenen Gesängen und Texten zum Schluss aber in Zuversicht – die vierte Kerze entzündet sich, und mit ihr greift die Hoffnung um sich. Einmal mehr wird gezeigt, dass in schwierigen Zeiten der Sinn für die frohe Botschaft nicht verloren gehen muss.

Am Ende stimmt Pfarrer Wolber Weihnachtslieder an, die die Besucher mit Inbrunst mitsingen.