Heidi Frohna-Binder spricht über Auswirkungen von Strahlen auf Mensch, Tier und Umwelt

Pfalzgrafenweiler. Mit der Aussage von Schauspieler Götz George, das Handy sei "das größte Übel" unserer Zeit, eröffnete Hans Lambacher die gemeinsame Veranstaltung von Bürgerinitiativen, Naturheilverein und BUND zu Risiken der Mobilfunktechnologie im evangelischen Gemeindehaus in Pfalzgrafenweiler.

Die Referentin, Baubiologin Heidi Frohna-Binder, ging im ersten Teil des Vortrags auf die Funktionsweise der menschlichen Zellen und ihre Steuerung sowie auf die Wirkung der Mobilfunk- und Mikrowellenstrahlung ein. Die Gefahr dieser Strahlung liege vor allem darin, dass sie auf derselben Frequenz arbeiten wie die Steuerung menschlicher Zellen. Dies führe nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Tieren und Pflanzen zu Fehlsteuerungen und Informationsstörungen. Frohna-Binder erklärte außerdem, dass das Wasser sowohl Informationsträger sei als auch ein Gedächtnis habe und verwies auf Untersuchungen aus Japan und von Bernd Kröplin vom Institut für Luft- und Raumfahrt der Universität Stuttgart zu Veränderungen von Wasserkristallen durch den Einfluss elektromagnetischer Felder. Insoweit sei es sehr wohl berechtigt, über die Sinnhaftigkeit von Mobilfunksendeanlagen an Wassertürmen nachzudenken.

Auch Bäume leiden, wenn sie im direkten Einflussbereich von "Funkkeulen" stehen, so die Referentin. Das Absterben von Wipfeln und Ästen dokumentierte sie anhand von Aufnahmen. Weitere Beispiele negativer Auswirkungen der Strahlung seien Miss- und Fehlgeburten bei Kühen und Schweinen sowie, nach einer Studie von Ulrich Warnke, Orientierungslosigkeit bei Bienen. Es seien nicht nur Pestizide und die Varoa-Milbe, sondern auch die Mobilfunkstrahlen, die zum Bienensterben beitragen.

Die Auswirkungen im pädagogischen und gesellschaftlichen Bereich sind nach Darstellung der Referentin weitaus gravierender als zunächst angenommen. So spreche etwa der bekannte Hirnforscher Manfred Spitzer nicht von ungefähr von "digitaler Demenz". Bei zu frühem und zu umfangreichem Einsatz von Mobilfunkgeräten bestehe die Gefahr, dass sich bei Kindern die beiden Gehirnhälften nicht mehr richtig miteinander vernetzen. In Amerika rücke man in Schulen vom verstärkten Einsatz von Computern wieder ab, während man in Baden-Württemberg plane, das Schulbuch durch digitale Medien zu ersetzen.

Nach einer engagierten Diskussion empfahl die Referentin, die neuen Medien auf ein Mindestmaß zu reduzieren und wenigstens nachts abzuschalten, vor allem WLAN. Sie hoffe, dass bei den staatlichen Stellen die Einsicht einkehrt, die Grenzwerte abzusenken und die Strahlenbelastung zu reduzieren.