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Pfalzgrafenweiler Wegearbeit ist sein schönstes Hobby

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Im Weiler Wald wie zu Hause: Wegewart Willi Bosch auf seiner Kontrolltour. Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Der Schwarzwaldverein Pfalzgrafenweiler hat coronabedingt bislang alle Veranstaltungen in diesem Jahr abgesagt. Bei Wegewart Willi Bosch führt dies jedoch keineswegs zu Unterbeschäftigung. Gerade jetzt sind viele Wanderer unterwegs – und brauchen Orientierung.

Pfalzgrafenweiler. Willi Bosch sorgt an 93 Standorten für den ordnungsgemäßen Zustand von 320 Wegetafeln rund um Pfalzgrafenweiler, Grömbach und Wörnersberg. Der 77-Jährige ist seit 52 Jahren Mitglied im Schwarzwaldverein Pfalzgrafenweiler und seit fast 40 Jahren Wegewart, Skiwanderwart und Fachwart für Öffentlichkeitsarbeit. Zudem ist er seit 2002 Schriftführer im Verein. Im Weiler Wald betreut er das 162 Kilometer umfassende Wanderwegenetz – meist zu Fuß.

Beim Rundgang an diesem Tag, bei dem ihn der Schwarzwälder Bote begleitet, trägt Bosch einen acht Kilo schweren Rucksack mit sich. Darin hat er alles verstaut, was ein Wegewart für seine Arbeit braucht: Hammer, Zange, Säge, Gartenschere, Rauten aus Emaille, Richtungspfeile, aber auch Unterlagshölzer und -scheiben sowie Nägel und Schrauben. Die rund zweistündige Tour führt vom Rathaus zunächst der Burgstraße entlang und über die Christoph-Decker-Straße zum Gedenkstein zu Ehren von Julius Levi, Gründungsmitglied der Ortsgruppe Pfalzgrafenweiler. Über einen Teil des Ostwegs geht es weiter am Jubiläumsplatz vorbei zur Wiese mit den "Bäumen des Jahres" zwischen 1989 und 2018.

Der Nachwuchs bereitet ihm etwas Sorgen

Auf dem weiteren Weg – Bosch hält stets die Augen offen und hat viel zu erzählen – entdeckt er Wegweiser, die verbogen oder abgerissen wurden und von ihm wieder befestigt werden, oder solche, die zu eng am Baum befestigt sind. Während er abgerissene Rauten wieder anbringt, löst er solche, die festsitzen, oder entfernt Gestrüpp, das den freien Blick auf die wegweisenden Rauten versperrt.

Zu seinem Zuständigkeitsbereich, den er sich mit Gerhard Dietz teilt, gehören auch der 15 Kilometer lange Jubiläumsweg und der Vier-Burgen-Weg, also rund 190 Kilometer Wanderrevier. Alles fein säuberlich markiert mit gelben Rauten für örtliche und blaue Rauten für regionale Wanderwege, aber auch mit schwarz-roten Rauten für den 245 Kilometer langen Ostweg von Pforzheim nach Schaffhausen. Pfalzgrafenweiler ist dabei die vierte von zwölf Etappen. "Etwa zwei- bis dreimal im Jahr wandere ich jeden dieser Wege ab", erzählt Willi Bosch auf der weiteren Strecke rund um den Heuwasenhof und zurück in den Ort.

Nächste Termine: Entscheidung im Oktober

Bosch bedauert, dass die mit knapp 500 Mitgliedern stärkste Ortsgruppe im Bezirk Kniebis nur 15 junge Menschen in ihrer Jugendgruppe zählt. Er würde sich sehr freuen, wenn auch jüngere Menschen den Weg in den Verein fänden, er sein Wissen weitergeben und seine ehrenamtliche Arbeit bald in jüngere Hände übergeben könnte. Aber noch ist er fit und genießt seine Wanderungen, um alles in Schuss zu halten.

Wie in anderen Vereinen auch, wurden alle für dieses Jahr geplanten Veranstaltungen des Schwarzwaldvereins Pfalzgrafenweiler abgesagt. Davon betroffen war das Jakobusfest im Zinsbachtal ebenso wie die geplante Wanderwoche in Südtirol und die Irlandreise. Wanderungen, Radtouren und Jugendveranstaltungen wurden zugunsten der Sicherheit und Gesundheit aller Mitglieder ebenfalls gestrichen.

Anfang Oktober will der Vorstand entscheiden, ob es dieses Jahr noch eine Seniorenfeier, die Waldweihnacht, den Vereinsstammtisch und die Hauptversammlung geben soll. In der Zwischenzeit hält Willi Bosch in seiner Funktion als Schriftführer die Mitglieder mit heimatkundlichen Berichten auf dem Laufenden. Dass er dies und alles andere ehrenamtlich macht, begründet der Wegewart so: "Mein schönstes Hobby ist die Wegearbeit. Daran hat sich auch nach 39 Jahren im Amt wenig geändert."

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