Das Coronavirus hat die Pflegeheime in Hallwangen und Eutingen in den Krisenmodus versetzt. Foto: © triocean/StockAdobe.com

Nach Ausbrüchen herrscht in Pflegeheimen der Maier-Gruppe in Hallwangen und Eutingen Ausnahmezustand.

Seit vergangenem Sonntag herrscht Ausnahmezustand im Haus Panorama in Hallwangen und im Haus am Talbach in Eutingen. In den beiden Pflegeheimen der Unternehmensgruppe Maier aus Schopfloch hatte es Corona-Ausbrüche gegeben.

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Dornstetten-Hallwangen/Eutingen - Insgesamt mehr als 60 Bewohner der beiden Heime seien nach Stand vom Freitag derzeit über mit dem Coronavirus infiziert, teilt die Unternehmensgruppe Maier, nach eigenen Angaben größter Anbieter vollstationärer Pflegeplätze im Landkreis Freudenstadt, mit. Und täglich kämen neue Fälle hinzu. Zudem seien in beiden Einrichtungen bisher 23 Mitarbeiter infiziert, die sich in Absonderung zu Hause befänden "und natürlich gerade in dieser absoluten Ausnahmesituation schmerzlich fehlen", schreibt Jean-Marc Maier, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe, in einer Pressemitteilung.

Doppelzimmer bereiten in Hallwangen Probleme

"Jetzt ist fast zeitgleich in zwei unserer Einrichtungen das passiert, was wir seit März dieses Jahres erfolgreich verhindern konnten: Menschen in unseren Häusern haben sich mit dem neuartigen Virus sars-cov-2 infiziert", so Maier.

Im Haus am Talbach in Eutingen, noch ganz neu, existieren nur Einzelzimmer. Mittlerweile seien drei der insgesamt vier Wohnbereiche zu Covid-19-Stationen umorganisiert worden, sodass eine unverzügliche Trennung von infizierten und nicht infizierten Menschen stattfinden könne. Im Haus Panorama in Hallwangen sei die Trennung von Infizierten und Nichtinfizierten anspruchsvoller, denn dort gebe es auch noch Doppelzimmer.

Noch am Freitag vor den Ausbrüchen hätten die Heime, wie bereits seit Anfang November, Reihentestungen mit PoC-Schnelltests bei Mitarbeitern und Bewohnern vorgenommen, so Maier weiter, die alle negativ gewesen seien. "Umso fassungsloser waren wir, dass bereits am Sonntagabend einige Bewohner Krankheitssymptome gezeigt haben. Bei den nächsten Reihentestungen am vergangenen Montag lagen dann leider schon einige positive Testergebnisse vor, denen immer mehr folgten", berichtet der Geschäftsführer. Viele der positiv Getesteten seien bisher symptomlos. Der andere Teil habe grippeähnliche Symptome wie Husten, Schnupfen und/oder Fieber, punktuell auch Atemnot. Bisher seien zwei Bewohner ins Krankenhaus überwiesen worden, da sich der Gesundheitszustand rapide verschlechtert habe. "Wir alle hoffen inständig, dass wirklich alle Bewohnerinnen und Bewohner diesen Ausbruch überleben werden", so Maier.

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Das Krisenmanagement laufe bisher erfolgreich: Die beiden Pflegeeinrichtungen, die Heimärzte, die zuständige Heimaufsichtsbehörde, Angehörige und die Kommunen arbeiten laut Maier Hand in Hand. Allerdings stünden die Einrichtungen mit den Reihentestungen derzeit alleine da. Sie müssten neben der täglichen Arbeit erledigt werden, bei einem ohnehin knappen Personalschlüssel. "Wir bewältigen das derzeit nur mithilfe äußerst engagierter Mitarbeiter", so Maier. "Es ist eine Ausnahmesituation, wie wir sie bisher noch nicht kennengelernt haben."

Besuche sind nur in Sonderfällen möglich

Derzeit seien in beiden Einrichtungen aufgrund des Ausbruchsgeschehens normale Besuche nicht möglich. Lediglich in Sonderfällen, etwa einer Sterbebegleitung, werde den engsten Familienangehörigen der Besuch unter strengen Hygienebedingungen ermöglicht.

Durch den plötzlichen Ausfall vieler Mitarbeiter würden zeitnah externe Pflegekräfte das Ausbruchsgeschehen unterstützen, so der Geschäftsführer weiter. In seiner Mitteilung weist er auf das Spannungsfeld zwischen Gesundheitsschutz und Zulassen unbedingt notwendiger Sozialkontakte, insbesondere zu Familienangehörigen, hin. "Diesen Spagat können wir gar nicht auflösen und maßen uns das auch nicht an. Hierzu muss die Politik unter Einbindung aller Interessensgruppen endlich eine tragfähige und vor allem nachhaltige Lösung erarbeiten."

Infektionen seien trotz aller Hygiene- und Schutzmaßnahmen und der aufopferungsvollen Arbeit aller Mitarbeiter auch künftig und auch mit den anstehenden Impfungen nicht gänzlich auszuschließen, "wenn wir soziale Kontakte der uns anvertrauten Menschen zulassen wollen", so Maier.

Angehörige und sonstige Interessierte können unter www.unternehmensgruppe-maier.de stets aktuelle Informationen abrufen. Zudem stehen Geschäftsführer Jean-Marc Maier (E-Mail: jm.maier@unternehmensgruppe-maier.de) und insbesondere Corona-Managerin Barbara Pews (E-Mail: b.pews@unternehmensgruppe-maier.de) bei Fragen zur Verfügung.