Hortleiterin Simone Rieger (rechts) und ihr Team am Schulhort im Schulzentrum Pfalzgrafenweiler. Foto: Stadler

Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt deckt weiter steigenden Bedarf. Ganztagesbetreuung mit flexibler Gestaltung.

Pfalzgrafenweiler - Seit 1. September 2016 betreibt die Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Freudenstadt, am Schulzentrum Pfalzgrafenweiler einen Hort als ganztägige Betreuungsform mit flexibler Gestaltung. Leiterin Simone Rieger blickte im Gemeinderat auf die bisherigen Erfahrungen zurück. Die sind positiv.

Momentan nehmen 29 Kinder der Grundschule, Werkrealschule und der Realschule in Pfalzgrafenweiler das Angebot einer Betreuung im Schülerhort in Anspruch. Laut Rieger kann es monatliche Veränderungen aufgrund neuer Lebensumstände geben. Elf Schüler der zweiten Klasse bilden die stärkste Gruppe, gefolgt von sieben aus der ersten und fünf aus der vierten Klasse. Der Rest verteilt sich auf die übrigen Klassen bis Stufe sechs.

Angebot wird auf 40 Kinder ausgeweitet

Aufgrund zunehmender Anmeldungen wird zusätzlich eine halbe Gruppe eingerichtet, sodass künftig insgesamt 40 Kinder im Hort betreut werden können. Die Personaldecke wurde um eine Praktikantin aufgestockt.

Ein Raum im Untergeschoss des Schulgebäudes wurde mit neuem Boden ausgestattet, Elektroarbeiten wurden vorgenommen und frische Farbe auf die Wände aufgebracht, sodass er jetzt als Kreativraum fungiert. Darüber hinaus sind im Hort ein Spielzimmer, eine Leseinsel, ein sogenannter Hausi-Raum und ein Fitnessraum vorhanden. Dort können sich die Schüler nach dem Unterricht bewegen und austoben, bevor Hausaufgaben anstehen oder einfach entspannen, lesen oder spielen.

Jeder Tag, so Rieger, steht unter einem neuen Motto. An dem Angebot können die Schüler freiwillig teilnehmen. Durch die Anschaffung eines Box-Sacks konnte eine Box-AG eingerichtet werden. Dienstags heißt es "Die Piraten sind los", mittwochs geht’s – als einziger Pflichttermin – in die Turnhalle, donnerstags wird mit Hinblick auf gesunde Ernährung gekocht und gebacken, und der Freitag bleibt flexibel für alle Themen, die an den vorangegangenen Tagen zu kurz gekommen sind.

Zusätzlich findet einmal pro Monat eine "Kinderkonferenz" statt. Sobald bei einem Angebot nachlassendes Interesse beobachtet wird, reagieren die Hortbetreuer, und es gibt ein neues. Ein Ferienprogramm gibt es, außer zwischen Weihnachten und Neujahr sowie in drei Wochen im Sommer, in allen Ferienzeiten. Dabei ist eine Anmeldung drei Wochen vorher verpflichtend. In der Vergangenheit waren jeweils bis zu 20 Kinder pro Ferienwoche angemeldet, die auch an einem Ausflug teilnehmen können.

Bürgermeister Dieter Bischoff sieht den Bedarf nach Ganztagsbetreuung, aber auch ein Alleinstellungsmerkmal durch den Hort, der mehr bieten könne als die Ganztagsschule, da es auch in den Ferien eine Betreuung gibt. Im Nachhinein sei der Weg richtig gewesen, einen Hort einzurichten, so der Rathauschef.

Benjamin Finkbeiner (FWV) fragte, ob auch Kinder aus finanziell schwächeren Familien unkompliziert Unterstützung bekommen und das Hortangebot in Anspruch nehmen können. Dafür seien, so Simone Rieger, alle Voraussetzungen geschaffen.

Die Kinder kommen zum überwiegenden Teil aus dem Kernort, aber auch aus den Teilorten von Pfalzgrafenweiler. Sie werden mit Mittagessen durch die Firma Essig aus Spielberg versorgt. Wer möchte, kann aber auch ein eigenes Vesper mitbringen. Ein Essen mit Vorspeise, Salat, Hauptmahlzeit und Nachtisch kostet momentan 3,60 Euro am Tag.