Notfallbetreuung an der Kita "Villa Regenbogen" in Pfalzgrafenweiler-Durrweiler: Leiterin Conny Schoch verbringt mit einigen notbetreuten Kindern Zeit im Garten. Foto: Kita

Kindergartenpersonal steht vor großen Herausforderungen.  Hoher Aufwand bei der Notbetreuung.

Pfalzgrafenweiler - Wie sollen Drei- bis Sechsjährige verstehen, dass sie im Kindergarten nicht mit ihren Freunden spielen dürfen und auf verschiedene Gruppen aufgeteilt wurden? Die Notbetreuung: einerseits geschätzt und wichtig, andererseits sehr aufwendig und für die Kleinen nicht nachvollziehbar.

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In Pfalzgrafenweiler bieten alle vier kommunalen und die beiden kirchlichen Kindertageseinrichtungen eine Notbetreuung an. Auch am Schulzentrum werden zehn Grundschüler und ein Realschüler auf diesem Weg betreut.

Kein Kontakt zwischen den Gruppen erlaubt

Von den berufstätigen Eltern oder Alleinerziehenden wird dieses bis zu zehnstündige Tagesangebot sehr geschätzt. Für die Kinder und deren Betreuer bedeutet die seit mehr als vier Wochen bestehende Situation in den Betreuungseinrichtungen eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Im Kindergarten "Villa Regenbogen" im Ortsteil Durrweiler werden, so Leiterin Conny Schoch, in vier Gruppen jeweils bis zu zwölf Kinder betreut. Eine Bestätigung des Arbeitgebers von beiden berufstätigen Elternteilen oder von Alleinerziehenden musste dabei im Rathaus vorgelegt werden.

Notbetreuungsgruppe und Vorschülergruppe dürfen keinen Kontakt pflegen

"Mit unserem Konzept konnten wir allen Kinder, bei denen Bedarf vorlag, einen Notbetreuungsplatz zur Verfügung stellen", sagte die Kitaleiterin. Bei einer Vollbelegung können in den vier Gruppen der Villa Regenbogen jeweils 25 Kinder betreut werden, während der coronabedingten Notbetreuung reduziert sich die Zahl aufgrund von Vorgaben des Landes auf maximal zwölf, wobei trotz der Halbierung fast das gesamte Betreuerteam im Einsatz ist. Herausfordernd für die Betreuer, aber auch für die Kinder, ist die Tatsache, dass die Notbetreuungsgruppe und die Vorschülergruppe untereinander keinen Kontakt pflegen dürfen.

Natur- und Gartenkonzept hat Schwachpunkte

Das Natur- und Gartenkonzept des gemeindeeigenen Kindergartens in Durrweiler bietet sich zwar äußerst gut für eine Umsetzung der Notbetreuung an, hat aber gewisse Schwachpunkte. Notbetreut wird hier von montags bis freitags zwischen 7 und 13.30 Uhr, Vorschulkinder dürfen an drei, und alle anderen Kinder noch an zwei weiteren Tagen in der Woche zur Kita kommen. "Nach der zehnwöchigen Schließung war bei den Kleinen die Freude über die Wiedereröffnung ihres Kindergartens groß", erzählte Conny Schoch. "Verstehen können die Kinder jedoch nicht, dass sie aufgrund der erforderlichen Gruppenumstrukturierung nicht mit der Freundin oder dem Kumpel in derselben Gruppe betreut werden."

Komplette Öffnung könnte Ende Juni sein

Organisatorisch setzt das achtköpfige Betreuerteam mit festen Gruppen und festen Erzieherinnen die Vorgaben so um, dass jeweils zwei Gruppen einen Waldtag absolvieren, während eine weitere Gruppe zum Spaziergang aufbricht und die vierte Gruppe im Garten spielt. Dabei muss der sonst geltende Sicherheitsabstand nicht unbedingt eingehalten werden. Auch tragen weder Kinder noch Pädagogen einen Mund-Nasen-Schutz. Jedoch werden die Hygienevorschriften allesamt eingehalten und im Umgang mit den Eltern achten alle auf den erforderlichen Mindestabstand. Auch die Spielsachen werden nach Bedarf desinfiziert.

"Die Betreuung erleichtert die Organisation sehr"

Während die Mutter der fast dreijährigen Zoe die Betreuung ihrer Tochter als reinen Luxus bezeichnet, ist die Mama von Alessio, 6 Jahre, froh, dass ihr Sohn täglich fünf Stunden in der Villa Regenbogen notbetreut wird. Sowohl ihr Mann als auch sie sind berufstätig und arbeiten jetzt im Home-Office. "Die Betreuung erleichtert die Organisation sehr", sagte sie.

Die Kindergärtnerinnen warten auf eine Komplettöffnung ihrer Einrichtung, die möglicherweise am 30. Juni kommen soll. Leiterin Conny Schoch hofft, dass hierzu rechtzeitig durch das Land informiert und auch geklärt werde, was dies für Risikopatienten unter den Betreuern bedeutet. "Nur so können wir mit dem entsprechenden Vorlauf gut planen", sagte Schoch.

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