Brasilianische Kinder im Projekt Sao Paulo Fotos: Fuchs Foto: Schwarzwälder-Bote

Jana Fuchs aus Bösingen engagiert sich in Brasilien für Kinder / Unterstützung von den Brühlbach-Sportlern

Von Walter Maier Pfalzgrafenweiler-Bösingen/Waldachtal-Salzstetten. Brasilien steht nicht nur als aufstrebende Industrienation im Fokus, sondern auch als Austragungsland der Fußball-WM 2014. Ganz andere Sorgen hat die deutsche Abiturientin Jana Fuchs, die sich in einem Armenviertel in Sao Paulo für arme Kinder engagiert.Seit Oktober arbeitet die junge Frau aus Bösingen in der südamerikanischen Millionen-Metropole in einem Projekt des Vereins "Educare" (www.educareev.de) mit. Sie berichtet aus Sao Paulo: "Wir arbeiten mit Kindern aus sozialen Randgruppen mitten im ›schlimmen Viertel‹ der größten Stadt Brasiliens, bieten ihnen verschiedene Programme wie Selbstverteidigung, Tanzen, Chor, Fotografie, Theater und Englisch an und verbringen einfach Zeit mit ihnen." Dank Sascha Spohn aus Salzstetten, der zum Freundeskreis der jungen Frau aus Bösingen zählt, haben die Brühlbach-Sportler in Salzstetten "Educare" und Jana Fuchs mit einer Spende unter die Arme gegriffen. Aus Sao Paulo dankt die deutsche Abiturientin den Trendsportlern, wie sie sich selbst nennen, für ihre Spende, mit der dort eine Aktivbox, ein Mischpult und ein Mikrofon angeschafft werden konnten. Den tollen Sound erlebten die brasilianischen Kinder schon bei einer Freizeit.

"Was für mich normal ist, ist für dich ein Traum. Was für dich Alltag ist, ist für mich ein Albtraum." Diese zwei Sätze fassen für die 20-Jährige perfekt zusammen, was sie in den Monaten ihres Brasilien-Einsatzes erlebt hat. "Seit ich hier bin, wird mir immer klarer, wie wichtig es ist, hier zu investieren, da es die Kinder wirklich nötig haben. Jedes Kind hat seine eigene tragische Geschichte, eine schlimmer als die andere, und wir wollen ihnen helfen", schreibt Jana aus der brasilianischen Hitze. "Wir von ›Educare‹ arbeiten mit Kindern aus einem illegal besetzten Hochhaus, das sich in einem verheerenden Zustand befindet." Die meisten leben dort nur mit einem Teil ihrer Familie. Sie leben alle zusammen in einem kleinen Zimmer, und viele Mütter prostituieren sich, um die Familie über Wasser halten zu können. Manchmal sogar vor den Augen der Kinder im Familienzimmer.

"Da dies meistens nicht einmal reicht, über die Runden zu kommen, stiehlt der Großteil der Kinder oder dealt mit Crack, was in Sao Paulo leider gang und gäbe ist. Wir holen die Kinder aus ihrem elenden Alltag heraus und nehmen sie mit in unser Haus, wo wir ihnen sinnvolle Beschäftigungen anbieten. Außerdem suchen wir natürlich das Gespräch mit ihnen und möchten ihnen helfen, ihre Lebenssituation zu verbessern. Wir wollen ihnen zeigen, dass sie mehr verdient haben! Mehr vom Leben erwarten und träumen dürfen", berichtet Jana Fuchs.

"Die Zeit in Brasilien war für mich sehr prägend und ich bin unheimlich froh, dass ich mich von Deutschland dorthin auf den Weg gemacht habe. Ich werde die lachenden Gesichter nie wieder vergessen, wenn man die Kinder nur in den Arm nimmt und ihnen einfach Zeit und Zuneigung schenkt. Sie brauchen so wenig um glücklich zu sein, und sie haben mich gelehrt, wie zufrieden und dankbar ich sein kann für meine Familie, meine Freunde und den Wohlstand, in dem wir in Deutschland leben."

Jana Fuchs ist froh, dass sie den Blick über den Tellerrand hinaus gewagt hat und auch in Zukunft weiß, wo Menschen Geld wirklich benötigen.