Viele Autos, wenig Übersicht: Mit einem Minikreisel soll im kommenden Jahr der Knotenpunkt an der Wankelstraße entschärft werden. Foto: Eberhardt

Mit Minikreisel soll Knotenpunkt an der Wankelstraße entschärft werden. Auch Sanierungen im Paket.

Pfalzgrafenweiler - "Es wird weiter gekreiselt", eröffnete Bürgermeister Dieter Bischoff bei der Sitzung des Gemeinderats die Diskussion um aktuelle Straßenbaumaßnahmen. Doch die hat nun ein Ende. Neben dem Kreisverkehr bei der Firma Gwinner ist auch der an der Wankelstraße beschlossene Sache. Bis es so weit kam, hatte sich die Verwaltung zunächst den Unmut des Gemeinderats eingefangen. Planungsbedingt war der Kreisverkehr am Knotenpunkt Wankel-, Porsche- und Spielberger Straße nämlich zuerst in der Haushaltsdebatte gelandet, bevor er dem Gremium offiziell vorgestellt wurde. Jene Vorstellung wurde nun umfänglich nachgeholt, und Bischoff bemühte sich bei der ausführlichen Frage- und Antwortrunde, den Forderungen seines Gremiums nach stärkerer Einbeziehung nachzukommen.

Die Diskussion um den Verkehrsknoten an der Wankel-straße begleitet die Gemeinde bereits seit Jahren. Nach einer Verkehrsschau im Sommer wurde entschieden, den Gefahrenpunkt mit einem Minikreisverkehr – ähnlich jenen in Glatten und Baiersbronn – zu entschärfen.

"Minikreisel heißt: überfahrbar und im Durchmesser unter 25 Metern", erklärte Theo Gärtner, vom beauftragten Ingenieur-Büro Gall & Gärtner aus Pfalzgrafenweiler, der das Bauvorhaben in der Gemeinderatssitzung präsentierte. Der Kreisverkehr wird später ein leichtes Gefälle haben und auf einen Querschnitt von 22 Metern kommen. Schilder und Glasreflektoren sollen den Rundkurs für Autofahrer gut erkennbar machen. Der Bau des Kreisverkehrs erfolgt gemeinsam mit der Oberflächensanierung in der Daimler- und Wankelstraße. Für Letztere wurden im kommenden Haushaltsjahr 270 000 Euro eingeplant. Der Kreisverkehr schlägt mit 50 000 Euro zu Buche.

Zum Vergleich: Die Verkehrsunfälle, die sich während der vergangenen zehn Jahre an der tückischen Kreuzung ereignet hatten, bringen es auf einen Sachschaden von 260 000 Euro. Trotz Erhebungszahlen und bereits eingeplanter Mittel war der Kreisverkehr an der Wankelstraße aber alles andere als ein Selbstläufer in der Diskussion. Claus Kübler warf die Grundsatzfrage nach der Sinnhaftigkeit der Investition auf: Sei die Gemeinde für jede brenzlige Verkehrssituation zuständig? Und täten es zur Entschärfung nicht auch Geschwindigkeitsbegrenzungen und eine Blitzeranlage? Weiterer Kritikpunkt: Es wird keinen Fußgängerüberweg geben, da laut Verkehrszählung die erforderlichen Personenzahlen nicht erreicht werden. Angesichts der auf der anderen Seite liegenden Supermärkte hielten Roland Mäder und Marco Steinwandt (Freie Wähler) diesen aber nicht zuletzt für ältere Menschen, Kinder und Kinderwagen für unverzichtbar. Jens Graf (CDU) bat darum, im Notfall wenigstens eine Querungshilfe in Erwägung zu ziehen.

An den Grundanforderungen für Fußgängerüberwege konnte Dieter Bischoff allerdings nichts ändern, aber man werde die Fußgänger-Situation im Auge behalten, versicherte der Bürgermeister. "Nichts ist schlimmer, als ein Fußgängerüberweg, der nicht ernst genommen wird", warnte jedoch Matthias Fritz, Leiter des Straßenbauamts. Er war nach Pfalzgrafenweiler gekommen, um die Baumaßnahmen am Gwinner-Kreisverkehr nochmals im Gemeinderat vorzustellen. Dieser ist ein Projekt des Landkreises und war bereits im Technischen Ausschuss des Kreistags beraten worden (wir berichteten). Die Gemeinde ist jedoch mit 52 Prozent an den Ausbaukosten beteiligt. Zudem sollen die beiden Kreisverkehre inklusive der Straßensanierungen im Paket ausgeschrieben werden, um so bessere Preiskonditionen zu erzielen.

Dass der Gwinner-Kreisel bereits im Kreistag diskutiert worden war, hinderte die Gemeinderäte nicht daran, nochmals eine rege Debatte über Vorteile, Nachteile und Verbesserungsbedarf zu eröffnen. Dreimal musste Bürgermeister Dieter Bischoff schließlich ansetzen, bis er sein Gremium wieder für die Beschlussfassung gesammelt hatte. Claus Kübler und Hans-Jakob Rath konnten sich letztlich nicht mit den Plänen in der Wankelstraße anfreunden. Der Rest des Gemeinderats stimmte den Baumaßnahmen geschlossen zu.

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