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Pfalzgrafenweiler Flutkatastrophe: Helfer besuchen Dörfer

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Der islamische Kulturverein sammelte für Opfer der Flutkatastrophe in Bosnien, Herzegowina und Serbien und brachte die Hilfsgüter selbst hin. Foto: Verein

Pfalzgrafenweiler - Die Flutkatastrophe in Bosnien-Herzegowina und Serbien im Mai dieses Jahres hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst – auch in Pfalzgrafenweiler. Hier haben sich Mitglieder des Islamischen Kulturvereins Bosnjak auf den Weg gemacht.

Schon oft hat der Verein Geld und Güter gesammelt und damit Menschen in Not geholfen. Doch anders als bisher sollten die Spenden nicht nur einer Hilfsorganisation, sondern den Hilfsbedürftigen direkt übergeben werden. Nach einem Aufruf des Vorstands sprachen die Mitglieder Freunde, Firmen und Vereine an und sammelten neben Geldspenden auch haltbare Lebensmittel wie Nudeln und Konserven, Hygieneartikel wie Windeln und Haarshampoo, Kleidung für Kinder und Erwachsene und selbst Arzneimittel. Innerhalb weniger Tage kamen 16 Tonnen Hilfsgüter im Wert von rund 20 000 Euro und weitere 7700 Euro in bar zusammen. Zwölf Tonnen mit Hilfsgütern brachten die Vereinsmitglieder zur Sammelstelle nach Sindelfingen. Den Rest packten sie auf einen Anhänger und in einen Transporter und holten sich von der bosnischen Botschaft in Stuttgart eine Transportbescheinigung.

Mit einer exakten Liste über alle Hilfsgüter machten sich Mirza Zolota und Esad Tokovic aus Pfalzgrafenweiler sowie Besim und Armin Puskar aus Altensteig vom Vereinssitz in der Hauptstraße 40 in Pfalzgrafenweiler an einem Freitagabend auf den 1600 Kilometer langen Weg, der sie über Österreich, Slowenien und Kroatien bis nach Bosnien in die serbische Region um Sandzak führte. Ihre Mission, die Menschen, die zum Teil alles verloren haben, mit dem Notwendigsten zu versorgen, dauerte 59 Stunden.

Am Montagmorgen waren die vier wieder zurück. In dieser Zeit haben sie sieben Städte und zwölf Dörfer angefahren. Eine Hilfsorganisation in Srebrenica hat sie vor Ort unterstützt. In einem der Dörfer trafen die Vier auf eine große Gruppe von Frauen, die mit ihren Kindern in einer Sammelunterkunft untergebracht waren. Ihre Männer versuchten verzweifelt, in ihrem von einem Erdrutsch völlig verschütteten Heimatdorf zu retten was zu retten ist. Den Frauen waren Entsetzen und Angst in den Gesichtern abzulesen, erinnern sich die Vereinsmitglieder aus Pfalzgrafenweiler.

"Etwa 280 Personen haben gespendet und 1100 Menschen Hilfe gebracht", freut sich der Vorsitzende Edin Aljkovic. Der Verein hatte alle Helfer zu einem Grillfest eingeladen, bei dem Bilder von dem Hilfstransport gezeigt wurden und die Fahrer von ihren Erlebnissen berichteten. Dabei erhielten die Spender auch umfassende Informationen darüber, wo die 16 Tonnen an Hilfsgütern abgeladen wurden. "Die große Hilfsbereitschaft hat unseren Verein motiviert, sich weiterhin ehrenamtlich zu engagieren", erklärt der Vorsitzende, der mit seinen Vorstandskollegen bereits über eine weitere Hilfslieferung in die Katastrophengebiete nachdenkt. "Wir haben den Menschen Nudeln gebracht, doch sie können sie teilweise gar nicht kochen", macht Edin Aljkovic deutlich. Deshalb gebe es Überlegungen, Haushaltsgeräte zu sammeln. "Wenn wir das machen, werden wir die Geräte wieder selbst hinbringen", verspricht er.

Wer mehr über die Hilfstransporte des Islamischen Kulturvereins Bosnjak Pfalzgrafenweiler erfahren oder sich daran beteiligen möchte, kann sich unter bosnjak@ikvb.de melden.

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