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Pfalzgrafenweiler Faszination digitaler Medien blendet negative Folgen aus

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Referent Peter Hensinger bei seinem Vortrag in Pfalzgrafenweiler. Foto: Lambacher Foto: Schwarzwälder-Bote

Pfalzgrafenweiler. "Die Digitalisierung verändert derzeit grundlegend unsere Gesellschaft", stellte Referent Peter Hensinger bei einer gemeinsamen Informationsveranstaltung von BUND, Naturheilverein und Bürgerinitiativen Mobilfunk in Pfalzgrafenweiler fest.

Im Koalitionsvertrag der grün-schwarzen Landesregierung komme der Begriff Digitalisierung 142-mal vor – von der digitalen Industrie 4.0 über die digitale Bildung bis zur digitalen Landwirtschaft. Das Erscheinungsbild der Digitalisierung, so Hensinger, könne man auf Schritt und Tritt beobachten, ob im Bus, in der S-Bahn oder auf der Straße: ruhelose, gebückte und schweigende Menschen, die auf ihr Smartphone starren. Lenke man den Fokus auf die Jugend, sei festzustellen, dass sich das Kommunikationsverhalten völlig verändert. Eine neue Sucht, so Hensinger, die Internetsucht sei entstanden, und mit dem Elektrosmog habe man einen neuen medizinischen Risikofaktor.

2011 hatten 26 Prozent der Jugendlichen ein Smartphone, 2016 waren es schon 92 Prozent. Die Kultusministerkonferenz habe jetzt beschlossen, dass die digitale Bildung durchgesetzt werden soll, führte Hensinger aus. Medien- und Bildungspolitiker predigten Eltern, ihre Kinder seien in Schule und Beruf chancenlos, wenn sie nicht schon in der Grundschule Apps programmieren lernten. Die Hauptinitiative der Digitalisierung der Bildung komme von der IT-Branche. Sie sei es auch, die die Bundesministerin berate. Vergeblich suche man in dem Beratungsgremium nach Kinderärzten, Pädagogen, Lernpsychologen oder Neurowissenschaftlern, die sich mit den Folgen der Nutzung von Bildschirmmedien bei Kindern beschäftigen und auf die Folgen aufmerksam machen. Bertelsmann gehöre bereits zu den drei größten Datenhändlern in Deutschland. Auch die PISA-Tests zielten auf rein anwendungsorientierte Kompetenzen, "also auf die Erziehung von Fachidioten", so Hensinger. Alle übrigen Bereiche der Kultur würden ausgeklammert.

Es stelle sich also die Frage, so der Referent, ob der Einsatz von digitalen Medien zu besserem Lernen führe. Er zitierte OECD-PISA-Chef Andreas Schleicher: "Wir müssen es als Realität betrachten, dass Technologie in unseren Schulen mehr schadet als nützt." Im Zusammenhang mit der Strahlenbelastung sei auch der Hinweis im Handbuch der Telekom von Interesse, in dem empfohlen werde, zu vermeiden, den Speedport in unmittelbarer Nähe zu Schlaf-, Kinder- und Aufenthaltsräumen aufzustellen, um die Belastung durch elektromagnetische Felder so gering wie möglich zu halten.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, habe davor gewarnt, Kinder im "digitalen Kosmos" allein zu lassen. Kleinkinder bräuchten kein Smartphone, habe Mortler festgestellt. Dem Referenten zufolge gelten in Deutschland mittlerweile rund 600 000 Jugendliche und junge Erwachsene als internetabhängig und zweieinhalb Millionen als problematische Internetnutzer.

"Wir müssen die gesundheitlichen Risiken der Digitalisierung ernstnehmen", forderte Hensinger. Die Bundesregierung und die politischen Parteien seien jedoch nicht bereit, daraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Vielmehr steckten sie den Kopf in den Sand und würden nach dem Motto "Weiter so" verfahren – dabei gebe es genügend Alternativen.

Im Anschluss beantwortete der Referent dem diskussionsfreudigen Publikum noch viele Fragen.

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