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Pfalzgrafenweiler Erstes Bioenergiedorf im Nordschwarzwald

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Sie freuten sich über die Ernennung Pfalzgrafenweilers zum Bioenergiedorf (von links): Konrad Raab vom Umweltministerium, Bürgermeister Dieter Bischoff, die Vorstände der Weiler Wärme, Klaus Gall, Siegfried Neub und Heinz Weiß, Aufsichtsrat Frank Ritthaler sowie Landrat Klaus Michael Rückert. Foto: Schwenk

Pfalzgrafenweiler - Ab sofort darf sich Pfalzgrafenweiler Bioenergiedorf nennen. Damit ist die Kommune nicht nur die erste im Nordschwarzwald mit dieser Bezeichnung, sondern auch die größte in Baden-Württemberg.

Das Landesumweltministerium zeichnete damit die vorbildliche Umsetzung der Kraft-Wärmekopplung durch die Genossenschaft Weiler Wärme aus. Gefeiert wurde dies mit einem kleinen Festakt im evangelischen Gemeindehaus und damit just an dem Ort, an dem die Idee zur 2008 gegründeten Energiegenossenschaft geboren wurde.

Gemeinderäte und Einwohner (Anteilseigner der Weiler Wärme) demonstrierten durch ihr Erscheinen, dass die ökologische Energieerzeugung in Pfalzgrafenweiler Fuß gefasst hat. Aufsichtsrat Frank Ritthaler erinnerte an die Historie der anfangs von vielen als "spinnert" belächelten Idee, die bis dahin ungenutzte Abwärme eines Holzheizkraftwerks und einer Biogasanlage in einem Nahwärmenetz zusammenzuführen.

Entstanden sei diese Idee, als das Umweltteam "Grüner Gockel" der evangelischen Kirchengemeinde über die Erneuerung der Heizungsanlage der Kirche beratschlagt habe, so Ritthaler. Von Anfang an sei man davon überzeugt gewesen, dass eine ehrenamtlich organisierte Genossenschaft der richtige Weg sei.

Preise günstig halten

"Wir wollten ein Unternehmen, das unseren Ort und die Bürger von Pfalzgrafenweiler stärkt", betonte Ritthaler. Man arbeite nach dem Kostendeckungs-, nicht nach dem Gewinnmaximierungsprinzip, so könne man die Preise günstig halten, erklärte er.

Vorstand Klaus Gall erläuterte, was in den vergangenen zweieinhalb Jahren aus der Vision wurde. 417 Mitglieder halten 943 Geschäftsanteile an der Energiegenossenschaft, rund sieben Kilometer Wärmeleitung durchziehen das Ortszentrum mit einer durchgehenden Leitung vom Bioenergiekraftwerk im Gebiet Schornzhardt zur Biogasanlage am Heuwasenhof, so Klaus Gall. Rund 200 Gebäude sind angeschlossen. Die Energieeinsparung entspreche etwa 500.000 Litern Heizöl, rechnete Gall vor. Dies bedeute eine Einsparung von rund 2.600 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.

In den Straßenzügen, die erschlossen würden, liege die Anschlussquote zwischen 85 und 100 Prozent. "Das zeigt, dass wir alle am gleichen Strang ziehen auf unserem Weg zum Bioenergiedorf", so Klaus Gall.

Konrad Raab, Referent des Umweltministeriums, skizzierte den technischen Stand der rund 700 Biogasanlagen im Land. Nur ein Drittel davon habe ein vernünftiges Wärmekonzept. Der Rest arbeite nicht effizienter als herkömmliche Kraftwerke. Um das zu ändern, sei die Umsetzung der Kraft-Wärmekopplung ein ausschlaggebendes Kriterium für die Ernennung zum Bioenergiedorf. Rund 30 gebe es im Moment, bis zum Jahresende rechne er mit rund 40 Bioenergiedörfern, so Raab. Im Endausbau werde Pfalzgrafenweiler zu den größten Bioenergiedörfern in Deutschland gehören.

Während Bürgermeister Dieter Bischoff die anfänglich kontroversen Diskussionen um den Bau des Holzheizkraftwerks Revue passieren ließ und sich über die "tolle und einmalige" Auszeichnung freute, gratulierte Landrat Klaus Michael Rückert den Verantwortlichen zu "ihrem Mut und ihren gesunden Visionen". Und er entwickelte gleich noch eine eigene Vision: Er hoffe, Pfalzgrafenweiler sei die Initialzündung für einen Bioenergielandkreis, so der Landrat.

 
 

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