Er hat es erneut geschafft. Steffen Brauchle aus Bösingen bei Pfalzgrafenweiler hat bei der Deutschen Meisterschaft der Ponyfahrer wieder den Titel gewonnen. Seine Schwägerin Anna Genkinger holte zudem die Bronzemedaille mit ihrem Pony Bella Donna.
Steffen Brauchle aus Bösingen scheint den Titel mit dem Pony-Vierspänner bei der Deutschen Meisterschaft abonniert zu haben – das könnte man fast meinen, denn zum fünften Mal in Folge bejubelte er diesen Erfolg. Insgesamt ist es seine 15. nationale Goldmedaille.
Im hessischen Herchenrode war der 36-Jährige mit seinen fünf Ponys Mastros-Princess, AMD Latenight, T-Pau, Dana und Diamant an den Start gegangen. Die Deutsche Meisterschaft hätte eigentlich bereits um Pfingsten ausgetragen werden sollen. Doch sie fiel sprichwörtlich ins Wasser und wurde kurzfristig verschoben. Für die Sportler und Tiere eine nicht ganz einfache Situation: „Man bereitet sich vor, um das Bestmögliche rauszuholen.“
Junges Pony
Allerdings sagt Brauchle auch, dass ein so früher Zeitpunkt in der Saison nicht ganz optimal ist. „Je später desto besser. Dann hatte man schon mehr Turniere und konnte mehr ausprobieren“, so der Bösinger, der nicht ganz unglücklich über die Verlegung der Meisterschaft war.
Allerdings müsse es auch in den Urlaubsplan reinpassen. „Wir hatten da glücklicherweise keine Probleme, aber andere schon. Allerdings kann man es nie allen recht machen.“
Egal, ob Pfingsten oder August. Für Brauchle lief der Wettbewerb optimal. In allen drei Teilprüfungen überzeugte der 36-Jährige mit seinen Tieren. In der Dressur trat er mit seinem sehr jungen Pony Mastros-Princess an. „Für sie war es die erste Deutsche Meisterschaft. Das Ergebnis war aber sehr gut“, freut sich Brauchle.
Der Marathon sei sehr anspruchsvoll gewesen. „Es war sehr warm und die Strecke sehr bergig. Aber es hat alles gut funktioniert und die Ponys waren fit.“
Im Kegelfahren war der Platz nach viel Regen tief. „Es war ein anspruchsvoller Parcours.“ Die Konkurrenz handelte sich etliche Strafpunkte ein. Brauchle kam gut durch und erhielt am Ende nur einen 0,5 Zeitfehler. „Alle waren topfit.“
In der kombinierten Wertung lag der 36-Jährige am Ende 30 Punkte vor dem Zweiten und sicherte sich damit überlegen die 15. Deutsche Meisterschaft.
Ohne Frau, aber mit Sohn
Ist damit dieser Titel noch etwas Besonderes für den Fahrer? „Es ist jedes Mal eine Herausforderung. Mit den Lebewesen kann so viel schief gehen. Deshalb ist es auf jeden Fall noch immer besonders.“
Anders war in diesem Jahr für Brauchle allerdings, dass er ohne seine Frau zum Turnier musste. Denn diese ist hochschwanger und hat in dieser Woche Entbindungstermin. Mit dabei war allerdings sein dreieinhalbjähriger Sohn, für den es eine tolle Erfahrung war.
Platz drei erreicht
Dass das Gespannfahren bei den Brauchles eine Familienangelegenheit ist, beweist auch die erfolgreiche Teilnahme von Anna Genkinger an der DM. Die Schwägerin von Steffen Brauchle hatte im vergangenen Jahr ebenfalls die Meisterschaft gewonnen. Sie siegte im Pony-Einspänner. In diesem Jahr wurde sie Dritte.
Im Gelände hatte sie mit ihrem Pony Bella Donna gewonnen und mit nur sechs Strafpunkten zeigte sie die zweitbeste Runde im Kegelparcours. Sie kam auf insgesamt 139,93 Strafpunkte.
Dass es nicht mit Gold geklappt hat, lag auch am mangelnden Glück an diesem Wochenende. In der Dressur waren sich die Richter nicht ganz einig. Einer schätzte ihr Ergebnis deutlich schlechter ein als die anderen beiden. Das kostete Punkte.
Trotz des Sieges im Gelände lief es auch hier nicht ideal und es fehlten wieder zwei Punkte. Beim Kegelfahren rutschte zudem die Kutsche weg. „Es war nicht ihr Glückswochenende“, erzählt Brauchle, der bei Genkinger Beifahrer war. Sie fuhr zudem bei ihm mit.
Direkt nach dem Wettbewerb war Genkinger nicht glücklich mit dem Ergebnis, aber im Nachhinein war die 27-Jährige doch einverstanden mit Bronze.
Qualifikation für den Bundeskader
Sehr zufrieden sind beide Bösinger vor allem damit, dass die Formabfrage für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr geglückt ist. Denn die deutsche Meisterschaft ist auch die Qualifikation für den Bundeskader. Bei beiden scheint es geklappt zu haben. „Im Endeffekt erfahren wir es erst im Herbst, aber wenn man die Leistung bringt, dann bleibt man in der Regel auch im Kader“, erklärt Brauchle.
So wird man beide Fahrer wohl auch wieder bei der Weltmeisterschaft sehen, die voraussichtlich 2025 in Frankreich stattfinden wird. 2023 waren Brauchle und Genkinger mit der Mannschaft auf Platz drei gekommen. Brauchle war zudem Dritter im Einzelfahren. Das wollen die beiden Ausnahmetalente natürlich toppen.