Auf „openPetition“ läuft aktuell eine Petition gegen die Reaktivierung der Talgangbahn.
Albstädter Gegner einer Reaktivierung der Talgangbahn können seit dem 7. April ein entsprechendes Votum auf der Internetplattform openPetition abgegeben.
Als Initiatorin der Petition wird Stefanie Löffler- Roth genannt; Adressaten sind Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer, die Gemeinderäte und das Landratsamt. Die Stadt wird aufgefordert, den Gemeinderat neu über das Reaktivierungsprojekt abstimmen zu lassen und es auf diesem Weg zu stoppen. Die Zeichnungsfrist endet am 6. Oktober.
Die Petenten begründen ihre Forderung primär damit, dass sich die Stadt die Reaktivierung der Talgangbahn nicht leisten könne. Eine verlässliche Kalkulation der Differenz zwischen den Kosten eines Stunden- und eines Halbstundentakts, welche zumindest in den ersten beiden Jahren die Stadt Albstadt finanzieren müsste, liege nicht vor; die Schätzung des Zweckverbands Regional-Stadtbahn Neckar-Alb von 500 000 bis 800 000 Euro pro Jahr basiere auf einer „einseitigen Kostenbetrachtung“. Einschließlich der Zubringerkosten gehe der zu erwartende jährliche Kostenaufwand in die Millionen. Das sei Geld, dass eigentlich in „Schulen, Kindergärten, Hallen, Spielplätze, Straßen, Vereine ...“ zu investieren wäre.
Zweifel an Fahrgastprognosen des Zweckverbands
Die Fahrgastprognosen des Zweckverbands halten die Petenten für übertrieben optimistisch – die neue Talgangbahn, so ihre Annahme, werde zu wenige Passagiere haben und ihr Betrieb unwirtschaftlich sein. Dass der Straßenverkehr durch den Bahnbetrieb entlastet werde, glauben die Petenten auch nicht – das Gegenteil sei der Fall; lange Rückstaus an den Bahnübergängen würden den Verkehrsfluss massiv behindern. Auch die ökologischen Vorzüge des Bahnverkehrs ziehen sie in Zweifel; vielmehr rechnen sie damit, dass die Baumaßnahmen „ein dickes Minus in der CO2-Bilanz“ bescheren werde.
Nach den ersten Tagen flaut die Zahl der Unterschriften merklich ab
Die Petition gegen die Reaktivierung der Talgangbahn hat es in den ersten neun Tagen auf 548 Unterschriften gebracht, davon 497 aus Albstadt – letztere Eingrenzung ist nicht unwichtig, weil die 750 Voten, die openPetition als Quorum für eine Forderung an die Stadt Albstadt ansetzt, Stellung zu nehmen, aus Albstadt kommen müssen. Die Zahl der Unterschriften ist in den ersten fünf Tagen der Petition stetig angestiegen; danach flaute der Eingang merklich ab.
Gänzlich hindernisfrei war der bisherige Weg nicht: Am 8. April mahnte openPetition Quellenangaben und eine eindeutige Kennzeichnung persönlicher Meinungsäußerungen an; die Petition wurde aus dem Netz genommen und erst nach diversen Änderungen und Streichungen, unter anderem von nicht belegten Zahlen, wieder zugelassen.
In den nächsten Tagen folgten weitere Änderungen; unter anderem wurde die nicht fundierte Aussage entfernt, Zuschusszusagen könnten hinfällig werden, wenn sich der Zeitrahmen – Inbetriebnahme der neuen Talgangbahn im Jahre 2030 – wegen Verwaltungsklagen oder Belangen des Naturschutzes nicht einhalten ließe.
Dieser Passus und noch weitere sind auf der Webseite sichtbar gestrichen; auf dem Flugblatt, das derzeit in Albstadt die Runde macht, steht noch die ursprüngliche Fassung der Petition.