Der Brückenneubau in der Peterzeller Straße in Villingen nimmt immer weiter Formen an. Die Stadträte entscheiden nun hinsichtlich des Hochwasserschutzes. Klar ist weiterhin: Gebaut wird dieses Jahr nicht mehr.
Pendler, die tagtäglich über die Brücke in der Peterzeller Straße fahren, fragen sich sicher: „Wie lange geht das eigentlich noch?“ Klar ist: Die Planungen laufen auf Hochtouren, aber der Baubeginn ist erst für das kommende Jahr terminiert.
Die Stadträte müssen sich nun allerdings mit der Stadtverwaltung über die Ausgestaltung des Neubaus einig werden. Im vergangenen Herbst war bereits die Planungsleistung für rund eine Million Euro vergeben worden. Ein Teil der Planung beinhaltet nun den Hochwasserschutz an der Brücke.
Brückenniveau wird steigen
Hinsichtlich drei möglicher Varianten muss sich der Technische Ausschuss am kommenden Dienstag beraten, ehe der Gemeinderat am 24. April den Beschluss fasst. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Höhe die Brücke zukünftig haben wird.
Klar ist dabei, dass das Höhenniveau im Vergleich zum Bestand steigen muss. Denn angesichts des Klimawandels und der häufigeren Gefahr eines Hochwassers muss eine entsprechende Durchflussmenge der Brigach unter der Peterzeller Straße gewährleistet sein.
Steigung und Gefälle wären Herausforderung
Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass – um auch für ein 100-jähriges Hochwasserereignis gewappnet zu sein – die Fahrbahnoberkante um 1,2 Meter im Vergleich zum jetzigen Niveau angehoben werden müsste. So wäre der optimale Hochwasserschutz umgesetzt, welcher von Genehmigungsbehörden angesichts der Ahrtal-Katastrophe bei Neubauten gefordert wird.
Allerdings würde diese 4,8 Millionen teure Variante erhebliche Probleme mit sich bringen. Denn dann müssten die Planer auch Steigungen und Gefälle in den Griff bekommen, was angesichts der Bahnbrücke und der Kreuzungssituation eine große Herausforderung wäre. Zudem wären Stützmauern notwendig.
Bevorzugte Variante nur 50 Zentimeter höher
Die Stadtverwaltung schlägt daher eine Variante vor, bei der die Fahrbahnhöhe lediglich 50 Zentimeter über dem bisherigen Niveau liegt. Auch diese Variante würde eine „deutliche Verbesserung der aktuellen Situation darstellen“. Die Genehmigungsbehörde würde ein Abweichen vom bestmöglichen Hochwasserschutz daher durchwinken. Die Kosten hierfür betragen 4,3 Millionen Euro – die Maßnahme wird jedoch gefördert. Allerdings rechnet die Stadt noch ein Risikozuschlag von rund 400 000 Euro oben drauf.
Baubeginn soll voraussichtlich 2025 sein, die Stadt rechnet damit, dass der Neubau erst 2026 steht. Zwei Jahre müssen sich die Autofahrer also noch gedulden, bis sich die Situation dort entspannt.