Eine Behelfsbrücke wurde als Interimslösung in der Peterzeller Straße in Villingen errichtet – bald soll der Neubau kommen. Dieser wird offenbar teurer als geplant. Foto: Marc Eich

Der beschlossene Neubau der Peterzeller Brücke in Villingen wird offenbar teurer als geplant: Der Technische Ausschuss hat eine Erhöhung des Budgets vorberaten.

Die marode Brücke in der Peterzeller Straße hat eine wahre Odyssee hinter sich und sorgt nach wie vor für Verkehrsbehinderungen. Seit Jahren beschäftigt das Bauwerk Verwaltung und Gemeinderat – und stand am Dienstagabend erneut auf der Tagesordnung des Technischen Aussschusses.

 

Bereits 2018 wurden massive Schäden an der Brücke festgestellt. In der Folge mussten Tragfähigkeit und zulässige Geschwindigkeit reduziert sowie eine Höhenbegrenzung eingerichtet werden, an der es jedoch mehrfach zu Kollisionen kam. Ende 2024 wurde die Brücke schließlich vollständig gesperrt, nachdem sich ihr Zustand deutlich verschlechtert hatte. Als Interimslösung wurde eine Behelfsbrücke errichtet, um den Verkehr weiterhin aufrechterhalten zu können.

Im Oktober 2025 fasste der Gemeinderat den Projektbeschluss für den Neubau der Brücke. Bislang war dafür ein Budget von 5,38 Millionen Euro vorgesehen. Die Ausschreibung Ende April hat nun jedoch gezeigt, dass das Angebot – es wurde lediglich ein einziges Angebot abgegeben, wie Bürgermeister Detlev Bührer auch auf Nachfrage der Stadträte im Technischen Ausschuss nochmals bestätigte – über der bisherigen Kostenberechnung liegt. Unter anderem gestiegene Kosten für energieintensive Baustoffe, Transport und Entsorgung führen laut Sitzungsvorlage zu einem höhren Angebotspreis.

Knapp 300.000 Euro mehr

Um den Neubau umzusetzen, sei daher eine Anpassung des Budgets erforderlich. Unterm Strich stehen nun aktuell Kosten in Höhe von 5,64 Millionen Euro.

Durch die höheren Baukosten erhöht sich ebenfalls die voraussichtliche Förderhöhe, so dass der Eigenanteil der Stadt mit rund 3,22 Millionen Euro laut Sitzungsvorlage nahezu unverändert bleibt. Es folgt eine Finanzierungslücke in Höhe von 281.000 Euro, die durch rund 257.000 Euro zusätzliche Fördermittel und 24.000 Euro als Umschichtung aus dem Projekt Baugebiet „Die oberen Äcker“ (Herzogenweiler) gedeckt werden soll.

Keine Vergleichbarkeit

Die Erhöhung sei ärgerlich, aber zu erwarten gewesen, stellte CDU-Stadtrat Dirk Sautter angesichts steigender Preise fest. Für zusätzlichen Unmut sorgte im Technischen Ausschuss aber vor allem, dass auf die Ausschreibung lediglich ein einziges Angebot eingegangen ist. „Bei nur einem Bieter bleibt immer ein komisches Gefühl“, meinte Armin Schott (Bündnis 90/Die Grünen). Dennoch betonte er, dass „das Projekt kommen muss“ und kündigte an, seine Fraktion werde der Budgetanpassung „zähneknirschend“ zustimmen.

Auch FDP-Stadtrat Michael Steiger kritisierte die fehlende Vergleichbarkeit bei nur einem Angebot. Man wisse nicht, ob man hier „über den Tisch gezogen wird“ oder das Angebot tatsächlich die aktuelle Marktlage widerspiegele.

Der Technische Ausschuss empfahl letztlich einstimmig dem Gemeinderat die Fortschreibung des Gesamtausgabebedarfs für den Brückenneubau auf 5,64 Millionen Euro. Der Verwaltungs- und Kulturausschuss wird am Mittwoch, 13. Mai, über das Projekt weiter beraten.