Das dürfte für eine deutliche Entlastung auf den Straßen in Villingen sorgen: Die Durchfahrt in der Peterzeller Straße ist bald wieder frei. Denn an der maroden Brücke wird derzeit ein Provisorium geschaffen.
Die Realisierung der Behelfsbrücke in der Peterzeller Straße in Villingen wird nun ganz konkret. Die Stadt hatte vor rund einem Monat die Idee der Freien Wähler aufgegriffen, die eine Interimslösung für das marode Bauwerk vorgeschlagen hatten.
Die Stadtverwaltung hatte daraufhin Gespräche mit einem Bauunternehmen geführt, das einen Überbau realisieren kann. Zudem war der Austausch mit Fachämtern aber auch Genehmigungsbehörden notwendig. In der letzten Gemeinderatssitzung am 12. Februar hatte Oberbürgermeister Jürgen Roth mitgeteilt, dass sich die Verwaltung weiterhin mit dem Landratsamt und dem Fischereisachverständigen im Austausch befindet.
Die Zuversicht war groß, dass die entsprechenden wasserrechtlichen Genehmigungen erteilt werden – auch mit Blick auf den Schutz der Fische.
Erste Betonteile sind gelegt
Das scheint mittlerweile erledigt zu sein. Denn in den sozialen Medien verkündete die Stadt Ende vergangener Woche: „An der Peterzeller Brücke tut sich was!“ Demnach wurden zunächst die ersten Betonteile für die Behelfsbrücke gelegt. In dieser Woche ging es an dem neuralgischen Bauwerk dank der beauftragten regionalen Firmen, die sich um das Provisorium kümmern, Schlag auf Schlag.
Zunächst war auf die Betonteile eine Tragekonstruktion aus Holz gesetzt worden. Sie dient aber nur der Absicherung. Denn die Behelfsbrücke überspannt die marode Brücke und sorgt nicht für zusätzliche Belastung. Am Mittwoch war die eigentliche Stahlkonstruktion der „neuen“ Brücke mit Kränen platziert worden. Voraussichtlich nach der Fasnet sollen die Arbeiten beendet sein – dann kann der Verkehr zumindest einspurig wieder fließen.
Auch Fußgängerverkehr gesperrt
Die Stadt hatte die marode Brücke im vergangenen Dezember aus Sicherheitsgründen vollständig für den Verkehr gesperrt. Eine Brückenprüfung zwei Tage zuvor hatte massive Hohlräume in der Bausubstanz aufgedeckt, die die Tragfähigkeit stark beeinträchtigen.
Ein externes Ingenieurbüro bestätigte am 22. Januar „das extreme Schadensbild an den Kragarmen und der Überbauplatte“, wie es seitens der Verwaltung heißt. Infolgedessen wurde auch der Fußgängerverkehr untersagt. Daraufhin war auch die Prüfung einer provisorischen Überbaubrücke veranlasst worden.
Schäden 2018 entdeckt
Insbesondere deshalb, weil die Sperrung – wie zu erwarten – zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf den umliegenden Straßen geführt hatte. Insbesondere zu den Stoßzeiten brach gar das Chaos aus.
Daher entschieden sich die Verantwortlichen auch dazu, die betroffenen Ampelschaltungen zu optimieren. Die Ampelanlage an der Kreuzung Kirnacher Straße/Richthofenstraße/Dattenbergstraße wurde umprogrammiert, um den Verkehrsfluss zu verbessern. Linksabbieger aus Richtung Unterkirnach sowie Fahrzeuge aus der Richthofenstraße erhalten längere Grünphasen.
Die Schäden an der Brücke wurden erstmals 2018 entdeckt. Untersuchungen ergaben, dass Chloride aus Streusalz die Stahlbetontragkonstruktion angegriffen hatten. Eine Sanierung war nicht wirtschaftlich, weshalb der Gemeinderat 2019 einen Neubau beschloss. Aufgrund strenger Hochwasserschutzvorgaben und steigender Kosten wurde die Planung mehrfach überarbeitet.