Seit 34 Jahren ist Peter Fuchs für die Sektion Schwarzwald des Deutschen Alpenvereins im Ehrenamt tätig und jetzt erstmals auch als Vorsitzender. Das allerdings nur für ein Jahr – und das hat seine Gründe.
1989 gründete Peter Fuchs die Familiengruppe innerhalb der Sektion. Seine erste von zwei Töchtern war damals gerade fünf Jahre alt, seine Frau schon Vereinsmitglied und er als Naturfreund und Wanderer, nicht abgeneigt, ebenfalls beizutreten.
Er ließ sich auch sogleich zum Gruppenleiter ausbilden und organisierte bis 2006 Ausflüge und Unternehmungen für die ganze Familie. Nachdem es in den vergangenen Jahren aus demografischen Gründen – „die Jungen sind gemeinsam erwachsen geworden“ – sehr ruhig um die Familiengruppe geworden war, wurde sie jetzt wieder wachgeküsst.
Verein verjüngt sich
Und Peter Fuchs freut es ungemein, dass mit Florian und Patrick Müller zwei „ehemalige Kinder“ aus der Familiengruppe, inzwischen selbst Väter, das Ruder übernommen haben. Die spürbare Folge: „Der Verein verjüngt sich gerade“.
Als Schriftführer, Beirat und zuletzt Vize-Vorsitzender kümmerte sich Peter Fuchs auch nach der Familiengruppenzeit um den Verein. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung ließ er sich erstmals sogar zum Vorsitzenden wählen – für ein Jahr. Danach, so der Deal, übernimmt Ulrich Michalski, der in dieser Zeit seine Arztpraxis übergibt und sich von Peter Fuchs einarbeiten lässt. Eigentlich wollte dieser sich gänzlich in den Ruhestand verabschieden, doch seinem Alpenverein diesen letzten Dienst zu verweigern, brachte er nicht übers Herz.
Der gebürtige Aldinger kam 1983 der Liebe wegen nach Villingen. Mit seiner zweiten Frau lebt er seit 2012 zwar in Hüfingen, doch die in der Villinger Rietgasse angesiedelte Geschäftsstelle der Sektion suchte er nach wie vor regelmäßig auf – zu Vorstandssitzungen und zum monatlichen Sektionshock.
Über 4300 Mitglieder
Über 4300 Mitglieder zählt die Sektion und umfasst neben VS auch St. Georgen, Furtwangen und Bonndorf. Angeboten werden Berg- und Hochtouren, Klettern, Bouldern, Mountainbike, Schwarzwaldtouren für die älteren Mitglieder sowie ein komplettes Winterprogramm mit Skitouren, Langlauf und Schneeschuhwandern.
Bis 2030 klimaneutral
Der 1905 gegründete Deutsche Alpenverein (DAV) ist einer der ersten Verbände, der es sich für alle Sektionen zum Ziel gemacht hat, bis 2030 klimaneutral zu sein. Das macht Peter Fuchs einerseits stolz, denn auch ihm liegt das Klima sehr am Herzen, zum anderen beschert es ihm als Funktionär aber auch jede Menge Arbeit. „Vermeiden vor reduzieren vor kompensieren“ lautet die Strategie, der freilich eine Klimabilanzierung vorangehen muss. Dabei stellte sich heraus: allein 13 Tonnen CO₂ produziert die Sektionen im vergangenen Jahr mit Anfahrten zu den Ausgangspunkten der Unternehmungen.
Sektionsbus angeschafft
Ein Dilemma, denn während der Coronapandemie fehlten die sozialen Kontakte besonders und man ist froh, das Programm endlich wieder ausweiten zu können. „Wir bauen deshalb jetzt alles neu auf“, sagt Peter Fuchs. Um einen Reisebus ganz voll zu kriegen, werden Touren mit demselben Start- und Zielpunkt zeitgleich für unterschiedliche Zielgruppen kreiert. Gerade wurde ein Sektionsbus angeschafft, damit auch kleinere Gruppen nicht mit mehreren Fahrzeugen anreisen müssen.
Im Büro der Geschäftsstelle wird Papier eingespart und der ohnehin sehr beliebte Boulderraum „Fritzbox“ in St. Georgen möglichst optimal ausgelastet. Sehr entgegen kam dem ambitionierten Vorhaben der Bau der Kletterhalle „blocwald“ in Villingen, in der jetzt – quasi vor der Haustür – Kletterkurse angeboten werden können.
Seit 2019 bezahlt die Sektion außerdem für jedes Mitglied einen Klima-Euro an den Hauptverband in München. Der wiederum hat als Anreiz zum Energiesparen eine Rechnung aufgemacht, wonach jede Sektion jährlich für jede produzierte Tonne CO₂ 90 Euro auf ein gesondertes Sektionskonto abzuführen hat, ab 2025 sogar 140 Euro.
Als Zwischenziel für 2026 wurde ein Rückgang des Energieverbrauchs um 30 Prozent ausgerufen. Aus dem entstehenden Klimafonds sollen künftig in den eigenen Reihen entstehende Klimaschutz-Projekte gefördert werden.
Peter Fuchs steht dahinter, obwohl er befürchtet, dass das nur sehr schwer zu erreichen sein wird. Schließlich ist der DAV und seine Sektionen dafür da, Menschen mit gleichen Leidenschaften möglichst einmal im Monat zusammenzubringen und das in unterschiedlichen Naturlandschaften.
Bald im Ruhestand
Der Straßenbaumeister, der im nächsten Jahr auch als Kalkulator bei einem Hoch- und Tiefbauer in Furtwangen in den Ruhestand geht, wird dann auch beim DAV kein Ehrenamt mehr bekleiden, aber dem Verein noch als Tourenführer treu bleiben. „Ganz steige ich noch nicht aus“, sagt er.