Blick in die Dreiländerausstellung Foto: Axel Hupfer

Wenn die Dauerausstellung dem Anspruch des Lörracher Dreiländermuseum entsprechen soll, muss sie modernisiert werden: Sein grenzüberschreitender Ansatz ist heute wichtiger denn je.

Das Lörracher Dreiländermuseum behauptet sich erfolgreich im Konzert der international bekannten Museen im Raum Basel. Damit das so bleibt, muss die Dauerausstellung erneuert werden. Wichtig ist dieser Wandel nicht nur für das Museum selbst, sondern auch für die Stadt und die trinationale Regio.

 

Das Konzept stellt die Menschen und ihr Zusammenleben ins Zentrum

Mit seiner grenzüberschreitend konzipierten Ausstellung hat das Haus ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland und der Schweiz. Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Region: Dieser Ansatz stellt die Menschen und ihr Zusammenleben ins Zentrum – und ist damit für Besucher aller Altersgruppen von Interesse.

Von der klassischen Kunstausstellung bis zur Street Art

Darüber hinaus hat sich die Einrichtung mit ihren Sonderausstellungen einen Namen gemacht – und auch mit deren Inhalten als Grenzgängerin in der Museumsszene etabliert. Klassische Kunstausstellungen gehören ebenso zum Programm wie das inklusive Projekt „Inspiration“, historische Ausstellungen („Umbrüche 1525“) und zeitgenössische Themen wie etwa derzeit „Graffiti und Street Art“: eine beachtliche Vielfalt.

Das Museum als Plattform für den gesellschaftlichen Diskurs

Was die Einrichtung zudem auszeichnet, ist ihr Rahmenprogramm. Das Museum versteht sich immer auch als öffentliche Plattform für den gesellschaftlichen Diskurs, als Ort des Austauschs. Zudem hat das Dreiländermuseum eine wichtige Koordinierungsfunktion im trinationalen Netzwerk der Museen am Oberrhein inne. Und mit dem neuen Museumsdepot in Brombach wurden auch die Rahmenbedingungen der Sammlungsbetreuung verbessert und professionalisiert.

Die aktuelle Dauerausstellung ist sichtlich in die Jahre gekommen

Über all diese Aktivitäten und Entwicklungen ist die zweisprachige Dauerausstellung ein bisschen in den Hintergrund getreten. Sie ist fraglos in die Jahre gekommen und wirkt stellenweise ein bisschen betulich – fast schon ein wenig aus der Zeit gefallen. Das ist angesichts ihres stattlichen Altes von 25 Jahren keine Überraschung.

Das Museumsteam will den Prozess weitgehend selbst gestalten

Aber die Stadt hat enorme finanzielle Verpflichtungen: Die Erneuerung der Ausstellung mit kommunalen Mitteln ist aus dem Stand heraus nicht zu stemmen. Insofern ist der Ansatz, diesen Prozess so weit als möglich mit dem Museumsteam zu gestalten, punktuell externe Expertise hinzuzuziehen und unterdessen intensive Drittmittelakquise zu betreiben, der richtige Ansatz von Museumsleiter Jan Merk.

Unverzichtbare für die Reflexion von Kernfragen regionaler Identität

Die Dauerausstellung muss dem Anspruch des Museums entsprechen. Gegenwärtig kann sie das nur noch bedingt. Deshalb ist ihre Erneuerung notwendig. In Zeiten knapper Finanzen geraten Kultureinrichtungen besonders unter Druck. Obgleich das Museum zum Wandel selbst möglichst viel beitragen will, sollten Stadt und Gemeinderat die Bedeutung einer zeitgemäßen Dreiländerausstellung nicht vergessen. Das Museum ist ein Standortfaktor für Lörrach und eine unverzichtbare Adresse für die Erklärung und Reflexion von Kernfragen regionaler Identität. Der grenzüberschreitende Ansatz des Lörracher Dreiländermuseums ist heute aktueller denn je.