Rudolf Koger ganz entspannt: Er genießt seinen Ruhestand. Foto: Siegfried Feuchter

Rudolf Koger, ein Urgestein der Weiler Stadtverwaltung, blickt entspannt und gelassen auf seine geradlinige Karriere vom Auszubildenden bis zum Ersten Bürgermeister zurück.

Seit knapp zwei Jahren genießt der in Haltingen groß gewordene gebürtige Weiler seinen Ruhestand.

 

Das heißt, seine letzte Funktion in den Diensten der Stadt Weil am Rhein, nämlich die des nebenamtlichen Geschäftsführers bei der Wohnbau Weil am Rhein wird der 70-Jährige Ende März aufgeben und sich vollends ins Privatleben zurückziehen.

„Zahlen sind meine Welt“, sagt Rudolf Koger, der schon beim Abitur am Lörracher Wirtschaftsgymnasium mit einem Preis im Fach Volks- und Betriebswirtschaft ausgezeichnet wurde.

„Mit Zahlen umzugehen und daraus die entsprechenden Schlüsse zu ziehen, haben mich schon immer fasziniert“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung und fügt hinzu: „Zahlen sind unbestechlich.“

Und diese Begeisterung für Zahlen zog sich wie ein roter Faden durch sein Berufsleben.

Geradlinige Karriere durchlaufen

Zunächst bildete sich Rudolf Koger zum Verwaltungsfachmann bei der Stadt Weil am Rhein aus, ehe er an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl erfolgreich studierte und anschließend in seine Heimatstadt zurückkehrte. Seine wichtigsten Stationen bei der Stadtverwaltung, wo er Spuren hinterlassen hat: Zwölf Jahre war er zunächst Leiter des Rechnungsprüfungsamts, 15 Jahre Stadtkämmerer als Nachfolger von Ulrich Gramer sowie acht Jahre Bürgermeister und davon drei Jahre Erster Bürgermeister in Weil am Rhein.

Jahre an der Seite von Wolfgang Dietz haben ihn geprägt

Vor allem die 24 Jahre an der Seite des damaligen Oberbürgermeisters Wolfgang Dietz haben ihn geprägt. „Wir haben nicht nur gut, sondern sehr gut harmoniert, da wir beide von unserer Grundeinstellung her gleich ticken“, resümiert der ehemalige Herr der Zahlen im Weiler Rathaus. Wie gut diese Verbindung war und noch ist, lässt sich auch daran ablesen, dass sich die beiden immer wieder mal zum zwanglosen Gedankenaustausch treffen. Darüber hinaus pflegt Koger noch gute Kontakte ins Rathaus und schaut gelegentlich bei ehemaligen Kollegen in der Kämmerei vorbei.

Tram-Projekt als berufliches Highlight

Wenn man Rudolf Koger nach seinem beruflichen Highlight in der mehr als 40-jährigen Tätigkeit für die Stadt Weil fragt, fällt spontan das Wort „Tram“. Die 30 Millionen teure und 2014 eröffnete Straßenbahn zwischen Basel und Weil am Rhein als erste grenzüberschreitende Tram-Verbindung war für ihn von herausragender Bedeutung. Obwohl er kein Bauingenieur oder Bautechniker ist, hatte ihn Wolfgang Dietz mit der Projektleitung auf Weiler Seite beauftragt. „Er wollte einen Zahlenmenschen haben, der bei diesem Großprojekt mit Bogenbrücke und Dreizack die Kosten immer genau im Blick hatte“, erinnert sich Rudolf Koger. Der damalige OB sollte seine Entscheidung nicht bereuen.

In das Thema Tram-Verlängerung hat er sich richtig reingehängt

Der souveräne Stadtkämmerer, für den diese herausfordernde Aufgabe als Projektleiter auch Anerkennung seiner Leistungen war, betrat Neuland und kniete sich in das neue Tätigkeitsfeld hinein. Stunden zählte er nicht, zu sehr machte ihm das Koordinieren und Managen dieses großen Bauwerks Spaß. „Ich möchte das Tramprojekt nicht missen“, sagt Rudolf Koger im Nachhinein, der auch eine Begleitgruppe als Bürgerbeteiligung ins Leben gerufen hatte. Und ein weiteres größeres Projekt, das er als kaufmännischer Leiter der Stadtwerke initiiert und auf den Weg gebracht hat, waren das Nahwärmeprojekt und die Heizzentrale an der Römerstraße. Und im Gemeinderat waren seine stets akkuraten Vorlagen und Haushaltsplanentwürfe geschätzt.

Passion fürs Tischtennis

Rudolf Koger blickt rundum zufrieden auf sein Berufsleben zurück. „Wenn ich nochmals vor der Entscheidung stünde, würde ich den selben Weg wieder einschlagen“, sagt der ehemalige Erste Bürgermeister, der im Ruhestand nun verstärkt seinen Hobbys nachgehen kann. An erster Stelle steht das Tischtennis, das er schon seit mehr als 50 Jahre im ESV betreibt.

Noch heute spielt er in der vierten Mannschaft mit. Zudem gehört er der Arbeitsgruppe an, die das Jubiläumsfest zum 100-jährigen Bestehen des Eisenbahner-Sportvereins vorbereitet. Darüber hinaus kann man ihn und seine Frau Elisabeth im Winter beim Langlaufskating, eine besondere Technik des Skilanglaufs, im Schwarzwald antreffen, während im Sommer Wandern und Radfahren zu den sportlichen Betätigungen gehören.