Sie gratulierten dem neuen Ehrenbürger Bernhard Kuberczyk (Mitte): MdL (FDP) Frank Bonath (von links), Bürgermeister Andreas Braun und die Gemeinderäte Susanne Ciampa sowie Patrick Seng. Von den Gästen gab es stehende Ovationen. Foto: Hella Schimkat

35 Jahre war Bernhard Kuberczyk Mitglied des Gemeinderats Unterkirnach, davon 25 Jahre Bürgermeisterstellvertreter – jetzt bekam er die Ernennung zum Ehrenbürger.

Bürgermeister Andreas Braun durfte bei seiner Festrede in der vollbesetzten Halle Gemeinderäte aus dem jetzigen Gremium begrüßen und auch Gemeinderäte aus der Zeit von Altbürgermeister Gerold Löffler und Altbürgermeister Siegfried Baumann. Dazu waren ehemalige Kolleginnen und Kollegen der Gemeindeverwaltung Unterkirnach, zum Teil weite Wege gefahren, um ihm die Ehre zu erweisen.

 

Seine Ehefrau Elisabeth, seine 96-jährige Mutter Theresia, seine Söhne Martin und Christian mit ihren Familien – 150 Einladungen hatten Bernhard und Elisabeth Kuberczyk verschickt, sie alle waren gekommen, es war ein überwältigender Anblick in der Schlossberghalle.

Er hatte immer Verantwortung übernommen, Unterkirnach mit seinem Wirken im Gemeinderat, als Architekt und als Sportler im Fußball- und Tischtennisverein geprägt, dass er es verdient hatte, die Ehrenbürgerwürde zu erhalten, bewies die Anwesenheit der vielen Gäste in der Halle.

Rückblick auf sein Leben

Bürgermeister Andreas Braun blickte weit zurück auf das Leben und Wirken von Bernhard Kuberczyk. Geboren in Oberschlesien in einer ländlichen Region, begann in seiner Kindheit seine Liebe zu den Tauben, denn sein Großvater betrieb einen Taubenschlag. Das sei für Bernhard als Kind schon ein Stück Geborgenheit gewesen, so Braun. Viel später ließ er in Unterkirnach dieses Hobby wieder aufleben, es sei eine Hommage an seine Kindheit und seine Herkunft gewesen, fuhr er fort.

1959 führte der Weg der Familie Kuberczyk in den Schwarzwald, Unterkirnach wurde zu ihrer neuen Heimat. Ein Haus wurde gebaut, hier half der junge Bernhard schon unermüdlich mit, wusste Braun.

Bernhard Kuberczyk bei seiner Dankesrede. Foto: Hella Schimkat

Er entschied sich für eine Ausbildung zum Technischen Zeichner, arbeitete später im Architekturbereich, gründete schließlich 1986 sein eigenes Architekturbüro in Unterkirnach. 1976 war er Mitgründer des TTC Unterkirnach und über 25 Jahre Vorsitzender, jahrzehntelang war er aktiver Fußballer, wurde zum erfolgreichen Torschützen und es war fast folgerichtig, dass er 1989 in den Gemeinderat gewählt wurde und dort für 35 Jahre blieb.

Sein Wirken für Unterkirnach

Die Weiterentwicklung der Ortsmitte und hier ganz besonders sein Herzstück: der Mühlentreff, eine überdachte Veranstaltungsfläche, wie es sie kaum ein zweites Mal gibt, trugen sein räumliches Denken und seine Genauigkeit.

Als Altbürgermeister Gerold Löffler krankheitsbedingt ausfiel, übernahm Bernhard die Verantwortung, ruhig, sicher und verlässlich, zollte ihm Braun seine Anerkennung. „Bernhard, Du warst für mich nicht nur Stellvertreter, Du warst Ratgeber, Begleiter, Freund und ein Mann mit viel Humor“, schloss Braun seine Festrede.

Patrick Seng, Stellvertreter von Bürgermeister Braun richtete das Wort an Kuberczyk und erklärte: „Du hast an das Gestalten und das Bessermachen geglaubt, Du war unbequem und leidenschaftlich, wir ehren Dich heute für Prägung, für das, was bleibt“. Seng und überbrachte Kuberczyk die Glückwünsche des gesamten Gemeinderats.

Dank auch an Ehefrau Elisabeth

Gemeinderätin Susanne Ciampa war es ein Herzensanliegen, auch Elisabeth Kuberczyk zu danken, der Frau, die immer hinter ihm stand, immer zu ihm hielt, auch sie habe ihren großen Anteil der heutigen Ehrung, betonte sie.

Landtagsabgeordneter Frank Bonath, ehemaliger Unterkirnacher Bürger, erinnerte sich an seine Zeit als Gemeinderat in Unterkirnach, zusammen mit Kuberczyk am Ratstisch und betonte: „Alle Diskussionen mit Dir waren immer pragmatisch und konstruktiv, Du sagtest immer, man müsse schauen, was möglich sei.“

Sein Wirken

„Ich muss noch sagen, was Du für Deine Gemeinde bist“, ergriff Braun noch einmal das Wort. Kuberczyk sei ein Mann, der Unterkirnach über Jahrzehnte geprägt habe, ein Kommunalpolitiker mit Haltung, aber nicht mit Ruhepuls.

„Dein Kompass war immer klar: Was dient Unterkirnach? Was ist gut für die Menschen?

„Du warst Demokrat im besten Sinne, einer, auf den man sich verlassen konnte, einer, der nicht wegduckt, sondern hinschaut“, so Braun.

13 Jahre habe Kuberczyk mit Altbürgermeister Siegfried Baumann zusammengearbeitet, elf Jahr mit Altbürgermeister Gerld Löffler und und elf Jahre mit ihm selbst, so Braun: „Vertrauen, Offenheit und gegenseitiger Respekt, dafür danke ich Dir von Herzen“, so Braun.

Susanne Ciampa bei ihrer Ansprache. Foto: Hella Schimkat

„Wir beide standen für den Erhalt der Ärztlichen Versorgung, die Übernahme des Supermarkts, die Sanierung der Schlossberghalle, bei der Du die Mitglieder des Skiclubs, des Tischtennisclubs und des FC Alemannias zusammenbrachtest und sie alle rund 400 Stunden ehrenamtlichen Rückbau leisteten“, dankte ihm Braun.

„Hinter all dem steht Elisabeth, Deine Frau, Ruhepunkt, Kraft, Partnerin, Rückhalt, Managerin, Büroorganisatorin mit unglaublicher Gelassenheit. Dazu gehören Deine Söhne, Martin, Landschaftsarchitekt und jetzt Gemeinderat, und Christian, ebenfalls Architekt, und ihre Familien, so Braun.

Dank des neuen Ehrenbürgers

Zu stehenden Ovationen der Festgemeinde überreichte ihm Braun die Ehrenurkunde. Das Schlusswort hatte der neue Ehrenbürger Bernhard Kuberczyk: Er dankte zuerst dem Musikverein Unterkirnach mit Dirigent Harald Schilling: „Vielen Dank, dass Ihr meinen Musikgeschmack heute Abend gespielt habt“.

Altbürgermeister Siegfried Baumann sei sein Lehrmeister gewesen, erklärte er und erinnerte sich an Sitzungen, die bis 23 Uhr gingen, anschließend sei es in die Wirtschaft gegangen, die damals noch offen hatte, unterstrich er. Zwei Bürgerentscheide habe er miterlebt, wobei es auch immer um die Sache ging.

„Wir haben eine super Infrastruktur aufgebaut, aber keine Rücklagen gebildet“, zeigte er sich auch selbstkritisch. Das letzte Stück, dass der Musikverein ihm und seiner Ehefrau zu Ehren spielte war von Eric Clapton: „You look wonderful tonight“. Bei dem anschließenden Buffet gab es viele Gespräche von ehemaligen Weggefährten, die sich lange nicht mehr gesehen hatten.