Beim VfB Stuttgart sind die Planspiele für kommende Saison in vollem Gange. Speziell in der Offensive könnte noch einiges in Bewegung kommen, sollten der VfB und Nicolas Gonzalez dem Werben einiger Topclubs nachgeben.
Stuttgart - Am Sonntag wurde vermeldet, was sich schon länger angebahnt und deshalb keinen großen Überraschungseffekt mehr hatte: Der VfB Stuttgart verlängert den Vertrag mit seinem Angreifer Hamadi Al Ghaddioui um ein weiteres Jahr. Nach der langen Verletzung des 30-Jährigen ein Akt der Solidarität, wie Sportdirektor Sven Mislintat deutlich machte. „Er brennt darauf, endlich wieder Fußball zu spielen. Er hat in der Reha sehr hart gearbeitet und sich die Vertragsverlängerung auch deshalb verdient.“ Die künftige sportliche Rolle des bisherigen Edelreservisten definiert der Sportchef wie folgt: „Er wird Druck auf die Spieler ausüben, die in der Vergangenheit viel Spielzeit hatten.“
Anders gesagt: Eine tragende Rolle wird der frühere Regensburger, der für den VfB mit einer Reihe von Jokertoren in der vorvergangenen Saison die Rückkehr in die Bundesliga möglich gemacht hat, auch in der kommenden Saison nicht einnehmen. Eher die des klassischen Ergänzungsspielers. Insofern bildet Al Ghaddioui nur ein kleines Puzzleteil im Baukasten des VfB-Angriffs, an dem Mislintat in diesen Tagen verstärkt hantiert. Klar ist, dass Silas Katompa Mvumpa aufgrund seines Kreuzbandrisses noch bis Ende des Jahres ausfallen wird.
Lesen Sie hier: Der stille Abgang des Millionen-Mannes
Ebenso klar sind die Abwanderungsgedanken, die seinen kongenialen Sturmpartner Nicolas Gonzalez seit geraumer Zeit umwehen. Nachdem der Argentinier bereits vor einem Jahr deutlich gemacht hat, seine Zukunft nicht länger als zwingend nötig in Stuttgart zu sehen, hatte sich das Fernweh – auch als Folge zahlreicher Verletzungen – zwischenzeitlich gelegt. Noch beim Saisonabschluss Ende Mai sprach Mislintat davon, dass Gonzalez aktuell keine Luftveränderung anstrebe.
Inzwischen haben sich die Dinge ein wenig geändert. Der 23-Jährige wird von zahlreichen Topclubs umworben – was ihn nicht kalt lässt. Neben dem AC Florenz, der bereits in Verhandlungen mit dem VfB getreten ist, haben auch die beiden Premiere-League-Clubs Brighton & Hove Albion und Tottenham Hotspur Gonzalez im Visier. Die Fiorentina, 13. der abgelaufenen Saison in der italienischen Serie A, hat bekanntlich ein Angebot über 25 Millionen Euro abgegeben. Gut, aber (noch) nicht gut genug für den VfB, dem zusätzliche Extrazahlungen etwa in Form von Weiterverkaufsprämien vorschweben. Aus England heißt es, will vor allem Tottenham Hotspur ernst machen. Erste Gespräche mit dem Spieler seien bereits geführt worden.
Gonzalez bei der Copa América im Fokus
Im Moment ist Nicolas Gonzalez weit weg. In Brasilien bei der Copa América steht an diesem Montag das erste Vorrundenspiel zwischen Argentinien und Chile auf dem Plan. Ein wiedergenesener und stark aufspielender Nationalspieler Gonzalez könnte die Verhandlungsposition der Stuttgarter noch einmal verbessern. Deren Fans sich nur die Frage stellen, warum der VfB überhaupt bereit ist, den mit einem Vertrag bis 2024 ausgestatteten Gonzalez abzugeben. Die Antwort ist simpel und heißt Corona. Zu groß ist das Loch, welches die Krise in die Clubkassen gerissen hat, als dass nicht ernsthaft der Verkauf eines Hochkaräters in Betracht gezogen werden müsste.
Corona zwingt den VfB zu einem Transferplus
Zumal potenzieller Ersatz zumindest in Sichtweite ist. Ein ernst zu nehmender Kandidat heißt Karl Jesper Karlsson und steht beim niederländischen Club AZ Alkmaar unter Vertrag. Den 22 Jahre alten Schweden haben auch andere Clubs im Visier. Als Ablöse soll Alkmaar zwölf Millionen Euro aufgerufen haben.
In unserer Bildergalerie sehen Sie den aktuellen VfB-Kader. Viel Spaß beim Durchklicken!