Im Trossinger Rathaus ist die Stelle des Wirtschaftsförderers derzeit vakant. Wie die Nachfolgelösung für Florian Widmann auf diesem Posten aussehen wird, ist noch offen. Seine Ablösung als Geschäftsführer der Wohnbau Trossingen GmbH ist derweil geregelt. (Archivfoto) Foto: Hans-Jürgen Eisenmann

Florian Widmann, der bisherige Wirtschaftsförderer und Wohnbau-Geschäftsführer, ist nicht mehr da. Einen Nachfolger gibt es, allerdings nur für einen der Aufgabenbereiche.

Vor fünf Jahren trat Florian Widmann seinen Dienst in Doppelfunktion als Trossinger Wirtschaftsförderer und als Geschäftsführer der Wohnbau Trossingen GmbH an – und jetzt ist er nicht mehr da.

 

Die Stadtverwaltung bestätigt auf Nachfrage, dass er nicht mehr für die Stadt tätig ist und die Wohnbau GmbH zum 31. Januar verlassen hat.

Offenbar kam diese Personalentscheidung relativ kurzfristig zustande.

Zu den Gründen werden derweil keine Angaben gemacht.

Stelle derzeit vakant

„Wir bitten um Verständnis, dass wir in Personalangelegenheiten keine weiteren Auskünfte erteilen“, sagt Bürgermeisterin Susanne Irion, die auch Vorsitzende des Aufsichtsrats der Wohnbau ist.

Fest steht: Die Stelle des Wirtschaftsförderers ist derzeit vakant. Eine Nachfolgelösung gibt es momentan noch nicht.

Florian Widmann, hier bei einem Termin im Jahr 2024 in Trossingen, hat die Stadtverwaltung jetzt verlassen. Foto: Ingrid Kohler

Anders sieht das bei der Wohnbau GmbH aus. Diese hat einen neuen Geschäftsführer, Ralf Allgaier, der auch Leiter der Geschäftsstelle Gutachterausschuss ist. „Er verantwortet ab sofort beide Aufgabenbereiche“, fasst die Bürgermeisterin zusammen.

Er übernimmt dabei einen anspruchsvollen Part, denn die kommunale Gesellschaft hat große Herausforderungen zu meistern.

„Entwicklung derzeit schwierig“

Auf die Frage, wie denn zum Beispiel die Planungen für das Bauvorhaben in der Schuraer Ortsmitte aussehen, wo die Stadt die ehemalige Bäckerei erworben hat, antwortet Susanne Irion so: „Unsere Kernaufgabe besteht darin, Menschen mit gut bezahlbarem Wohnraum angemessen zu versorgen. Allerdings ist unsere Wohnbau vergleichsweise klein und wie für alle kommunalen Wohnbauunternehmen stellen die hohen Baukosten in Verbindung mit den gestiegenen Zinsen ein Problem im Bereich des Bauträgergeschäftes dar, so dass die Entwicklung neuer Vorhaben derzeit schwierig ist.“

Mit der Wohnanlage „Wohnen am Stadtgarten“ habe man zudem erst vor Kurzem erfolgreich ein Großprojekt gestemmt, so dass die Wohnbau aktuell nicht über große Reserven zur Entwicklung neuer Projekte verfüge.

Überlegt wird „in aller Ruhe“

Zweite Aufgabe der Wohnbau sei es, „die städtebauliche Entwicklung positiv zu beeinflussen“. Zu diesem Zweck habe man die ehemalige Bäckerei in Schura gekauft und damit vorrangig „gesichert“.

Mit Fördermitteln aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) plane man, im laufenden Jahr abzureißen und uns in aller Ruhe Gedanken darüber zu machen, wie eine Nachbebauung aussehen kann und ob die Wohnbau diese aus eigener Kraft stemmen kann.

„Wie wir uns die kommenden Jahre aufstellen, entscheidet der Aufsichtsrat in den kommenden Monaten“, kündigt die Bürgermeisterin abschließend an.

Wirtschaftsförderstelle

Erst Matthias Sacher
2012 wurde Matthias Sacher Wirtschaftsförderer und Geschäftsführer der Trossinger Wohnbau GmbH. Vor ihm war Sonja Ohnmacht die Wirtschaftsförderin gewesen, die wiederum in Elternzeit ging. Sacher hatte zuvor die städtische Wohnungsbaugesellschaft in Villingen-Schwenningen geleitet. Zum Jahresende 2020 verließ er Trossingen und wechselte damals zur Tübinger Kreisbau GmbH.

Dann Florian Widmann
Als Nachfolger von Matthias Sacher trat Florian Widmann in der Doppelfunktion im Februar 2021 die Stelle an. Widmann, der aus dem Raum Freiburg stammt, hatte dort zuvor Mietwohnungen, Sanierungen und Großbauprojekte betreut, war dann bei einer Baugenossenschaft in Karlsruhe und schließlich auch noch bei der Baugenossenschaft Familienheim Bodensee in Radolfzell tätig, bevor er nach Trossingen kam.