Die neue Beauftragte für Chancengleichheit im Zollernalbkreis legt ihren Fokus auf die Kommunalpolitik. Dort sieht sie Frauen noch immer unterrepräsentiert.
Estelle Koschnike-Nguewo ist von Landrat Günther-Martin Pauli zur neuen Beauftragten für Chancengleichheit im Zollernalbkreis berufen worden. Zum 15. Juli übernimmt sie diese Aufgabe und wird Städte und Gemeinden in Fragen der Gleichstellung beraten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Landratsamt ausbauen.
Gleichstellung versteht Koschnike-Nguewo nicht als „Gleichmacherei“.
Koschnike-Nguewo folgt in dieser Position auf Silke Edele, die im Juni 2022 die Aufgabe als Beauftragte für Chancengleichheit übernommen hatte und im Frühjahr 2023 zur Bürgermeisterin von Weilen unter den Rinnen gewählt worden war.
Gleichstellung versteht Estelle Koschnike-Nguewo laut Mitteilung vom Landratsamt nicht als „Gleichmacherei“: Es gehe nicht darum, dass Männer und Frauen, alle Menschen gleich sind oder die gleichen Fähigkeiten und Interessen haben, sondern darum, dass alle Menschen unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft oder Religion die gleichen Chancen und Möglichkeiten erhalten.
Stereotype sollen aufgebrochen werden
Und dass niemand aufgrund dieser Merkmale diskriminiert wird, sei es am Arbeitsplatz, im Bildungssystem oder in der Gesellschaft allgemein. Chancengleichheit sei ein Ziel, „an dem wir alle kontinuierlich arbeiten sollten“, wird Koschnike-Nguewo zitiert.
Ein Hauptaugenmerk will sie auf die Kommunalpolitik legen: Dort seien Frauen – ebenso wie grundsätzlich in Führungspositionen – unterrepräsentiert. Sie wolle sich dafür einsetzen, dass sich das ändert, indem Stereotype aufgebrochen werden, die bestimmte Berufe oder Fähigkeiten bestimmten Geschlechtern zuordnen.
Bewerbung erfolgte hausintern
Koschnike-Nguewo ist seit Januar 2020 beim Landratsamt Zollernalbkreis in der Stabsstelle Integration tätig und engagiert sich darüber hinaus im Migrationsbeirat des Zollernalbkreises. In ihrer bisherigen Funktion hat sie bereits Projekte mit der bisherigen Beauftragten für Chancengleichheit durchgeführt.
Zudem arbeitet sie als freiberufliche Bildungsreferentin für das Programm „Bildung trifft Entwicklung“ des Entwicklungspädagogischen Informationszentrums Reutlingen und ist vielfältig ehrenamtlich engagiert.
Auf die Stelle der Beauftragten für Chancengleichheit (Stellenumfang 50 Prozent) hatte sie sich hausintern beworben. Durch das Chancengleichheitsgesetz von 2016 ist jeder Stadt- und Landkreis dazu verpflichtet, eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte zu bestellen.