Der Radweg auf den Wimberg soll die Altburger Straße queren und dann durch den Wald bergauf führen. Foto: Klormann

An vielen Stellen sollen Radwege ausgebaut werden. Doch der Stadt fehlt oft Geld und Personal für die schnelle Umsetzung. Manchmal hemmt auch die Bürokratie ein Vorankommen.

Immer mehr Menschen fahren Rad. Besonders, seit es E-Bikes gibt. Damit lässt sich die anspruchsvolle Topographie im Nordschwarzwald nicht nur durch Leistungssportler bewältigen. Die Stadt will ihre Radwege ausbauen, damit es für die Menschen einfacher wird, vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen.

 

Stadtplaner Bernd Wössner erklärte im Gemeinderat nun, wie die Ausbauprojekte voran kommen.

Kernstadt nach Wimberg

Die Trasse verläuft ab der Kreuzung Altburger Straße mit der Kreisstraße auf teilweise vorhandenen Waldwegen, erst nach Nordosten, dann nach Westen. Südlich von Alzenberg trifft er dann auf den Calwer Weg. Von da aus geht es bis nach Wimberg zur Straße „Am Windhof“. Auf den insgesamt 1,3 Kilometern überwindet der Radweg 96 Höhenmeter.

Das Projekt ist seit 2018 in der Planung. Vor allem naturschutz- und wasserschutzrechtliche Genehmigungen sorgten für Verzögerungen. Im Dezember wurden die Bauarbeiten für 847 000 Euro vergeben. Losgehen soll es nach der Winterpause. Die geplante Stahlbrücke über den Wurstbrunnenbach muss noch ausgeschrieben werden. Die Stadt rechnet hier mit Kosten von 283 000 Euro. Insgesamt wird das Projekt zu 90 Prozent gefördert. Die Fertigstellung von Radweg und Brücke ist laut Wössner Ende dieses Jahres geplant.

Wimberg nach Altburg

Hier gibt es schon einen Radweg, den auch Fußgänger nutzen. Weil der Weg viel genutzt wird, will die Stadt ihn von 1,8 auf 2,5 Meter verbreitern. Somit wäre auf einer Länge von 1,3 Kilometern ein Verkehr in beide Richtungen ohne Probleme möglich.

Teilweise muss die Stadt dafür Flächen kaufen. Vor allem in Oberriedt hakt es dabei. Die Verwaltung will den Radweg trotzdem weiterplanen. Eine genaue Kostenschätzung gibt es noch nicht. Der Landkreis hat aber eine Förderung von 50 Prozent oder maximal 100 Euro pro Meter in Aussicht gestellt.

Radstreifen Ortsdurchfahrt Altburg

Ein baulich getrennter Radweg ist hier aus Platzgründen nicht möglich. Die Stadt will deshalb einen einseitigen, bergaufwärts führenden Schutzstreifen auf der Straße einzeichnen. Am Ortsende bis zur Oberreichenbacher Straße kann er nicht weitergeführt werden, da das laut Landratsamt außerorts nicht erlaubt ist.

Deshalb plant die Stadt den dortigen Fußweg auf etwa 120 Metern auszubauen, um die Radfahrer auch auf dieser kurzen Strecke vom Autoverkehr zu trennen. Die Maßnahme könnte zusammen mit dem Radweg zwischen Wimberg und Altburg vom Landratsamt gefördert werden.

Als Sofortmaßnahme will die Stadt den Bordstein in Höhe des Ortsschilds auf drei Metern absenken. Der Schutzstreifen auf der Ortsdurchfahrt kann erst angebracht werden, wenn die Ausbesserungsarbeiten der neuen Fahrbahndecke erledigt sind. Beim Rest will die Stadt auf Fördermittel warten, die frühestens 2026 bewilligt werden. Mögliche Kosten nannte die Verwaltung nicht.

Stammheim nach Holzbronn

Aktuell bleiben Radfahrern zwischen den beiden Ortsteilen zwei Möglichkeiten: die Kreisstraße oder schlecht ausgebaute Forstwege. Schon lange will die Stadt hier Abhilfe schaffen.

Die Trasse soll von Stammheim zwischen Kreis- und Bundesstraße über den Parkplatz bis zum Lindenrain verlaufen. Hinter dem Gewerbegebiet biegt die Trasse dann ab und führt durch den Wald nach Holzbronn.

Manche Teile der Strecke sind schon hergestellt, aber nicht alle. Später wird der Weg nicht komplett asphaltiert sein, soll laut Verwaltung aber einen Ausbaustandard haben, der für den Alltagsverkehr tauglich ist.

Kosten soll das 4,2 Kilometer lange Projekt knapp 885 000 Euro. Fördermittel hat die Stadt beantragt und wartet auf Bewilligung. Fließen die Gelder, will die Stadt noch 2025 mit dem Bau beginnen.

Radnetz Baden-Württemberg

Von der Uhlandstraße bis in den Hirsauer Wiesenweg sowie von der Badstraße bis in den Walkmühlenweg soll eine Fahrradstraße ausgewiesen werden, in welcher der Rad- Vorrang gegenüber dem Autoverkehr hat. Ein Umsetzungsdatum nannte Wössner nicht. Zudem sollen auf den Radnetz-Strecken im Nagoldtal und Richtung Weil der Stadt die Markierungen verbessert werden.

Kimmichwiesen

Entlang des KSK-Geländes und dann Richtung Firma Kömpf soll ein Radweg entstehen und so das künftige Baugebiet Hubäcker und die Gansäcker anschließen. Planung und Förderung will die Stadt 2026 angehen.

Kritik aus dem Gemeinderat

Vor allem Dieter Kömpf (FW) störte sich daran, dass bei den Radwegen in Calw nichts vorangehe. Von den Plänen sei in den vergangenen fünf Jahren nichts umgesetzt worden. „Es ist zum verzweifeln“, sagte er. OB Florian Kling verwies auf mangelndes Personal und mangelnde Finanzen. Man könnte schneller bauen, müsste man nicht auf Fördermittel warten. Ohne die fehle der Stadt aber das Geld.

Und manchmal bremse die Bürokratie. Johannes Schwarz (SPD/Grüne) fragte nach einer sicheren Querung der Bundesstraße beim Ölanderle. Die dürfen man an der Stelle nicht laut Landratsamt nicht bauen, so Kling, 150 Meter weiter aber aber schon. Dafür müsste die Stadt auf beiden Seiten der Bundesstraße auf der kurzen Strecke einen Radweg bauen. Das sei zu teuer. Eine billigere Querungshilfe direkt an der Kreuzung sei wegen der Behinderung des Autoverkehrs aber nicht genehmigungsfähig.