Rolf Hauser ist am 1. Mai im Alter von 96 Jahren überraschend verstorben. Foto: Familie Hauser

Völlig überraschend ist frühere Unternehmer Rolf Hauser 96-jährig am 1. Mai verstorben.

Rolf Hauser war ein Trossinger Urgestein, bekannt als „Obst Hauser“ und Chef des gleichnamigen Traditionsgeschäftes und zugleich ältestem Geschäft Trossingens, das vor drei Jahren geschlossen hat.

 

„Der Laden war sein Leben – 70 Jahre lang“, weiß sein Sohn Erwin Hauser. Geboren ist Rolf Hauser am 14. September 1929 und mit vier Brüdern und einer Schwester in Trossingen aufgewachsen. Zunächst erlernte er den Beruf des Kaufmanns bei der damaligen Strickerei Bechthold in Trossingen, um dann im Jahr 1953 nach dem Tod seines Vaters gemeinsam mit seiner Schwester und einem Bruder den bereits im Jahr 1919 von seinem Vater gegründeten Laden „Kolonialwaren Hauser“ in der Löhrstraße zu übernehmen.

Nach dem Ausstieg seiner Geschwister führte er gemeinsam mit seiner Frau Gretel, die er im Jahr 1956 geheiratet hat, den Laden in der Löhrstraße weiter bis 1967. Im November 1967 war dann die große Eröffnung des Neubaus unter dem Namen „Obst Hauser“ am Marktplatz, später kam noch eine Filiale in Aldingen hinzu, und von 1982 bis 2002 die Filiale in der Ernst-Haller-Straße.

Im Geschäft bis er 90 war

Die Geschäfte wurden im Jahr 1994 von Sohn Erwin übernommen, doch Senior Rolf Hauser blieb „seinen Läden“ treu, arbeitete weiter aktiv mit. Mit dem Lieferwagen ist er bis zu seinem 90. Lebensjahr mehrmals die Woche nach Oberkirch und auf die Insel Reichenau gefahren, um frische Erdbeeren, Spargel, Salat und vieles mehr zu holen. Weitere drei Jahre bis zur Geschäftsaufgabe im Jahr 2023 war er jeden Tag im Laden präsent. Ein großer Schicksalsschlag hatte ihn schon im Jahr 1992 getroffen, als seine Frau Gretel nach längerer, schwerer Krankheit verstarb. Doch sein Leben und seine Geschäfte mussten weitergehen. Er hat auch einige größere Reisen gemacht und später rund 25 Jahre lang wieder schöne Zeiten mit seiner Lebensgefährtin erfahren.

Der Tod kam plötzlich

Jetzt ist Rolf Hauser mit 96 Jahren völlig überraschend am 1. Mai verstorben. Dabei war er fit bis zu seiner letzten Minute, war morgens noch im Fitnessstudio, so wie jede Woche drei Mal. Nichts deutete auf einen Tod wenig später hin. Während eines Telefonats ist er verstorben. Dabei war der 96-Jährige sein Leben lang kerngesund. Das habe er auch immer sehr geschätzt, weiß sein Sohn Erwin.

Er habe in seiner neuen Wohnung, in die er vor drei Jahren umgezogen ist, noch immer selbst gekocht, gewaschen und gebügelt, lediglich eine Putzhilfe sei gekommen. „Mein Vater war täglich im Stadtbild präsent“, sein Ziel seien 15.000 Schritte gewesen, im letzten halben Jahr auch mit dem Rollator.

Jeden Donnerstag war Rolf Hauser in geselliger Runde bei den Weinabenden in der Hohnervilla. Aktuell war ein Familienwochenende im Harz mit seinen zwei Söhnen und zwei Enkeln, jeweils mit Partnern sowie dem kleinen Urenkel Bruno, der Rolf Hausers besonderer Stolz war, geplant. „Darauf hat er sich ganz besonders gefreut“, erzählt Erwin Hauser.

Da Rolf Hauser kulturell sehr interessiert war, sei bereits eine Reise nach Verona und zu den Bregenzer Festspielen gebucht gewesen. Die große Vorfreude war da, doch dann kam der überraschende Tod.