Trauer um Bernd Ilsen, der im Alter von 80 Jahren gestorben ist. Foto: Archiv

Bernd Ilsen, der ein Leben lang auf kommunalpolitischer, sozialer und sportlicher Ebene stark engagiert war, ist gestorben.

Er war eine Institution und geschätzte Persönlichkeit in Kandern. Jahrzehntelang hatte sich Bernd Ilsen in vielfältiger Weise für das Gemeinwesen eingesetzt und Verantwortung übernommen. Vor wenigen Tagen ist der langjährige Bürgermeisterstellvertreter, SPD-Stadtrat, Stimmenkönig bei Gemeinderatswahlen und langjährige Vereinsvorsitzende nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 80 Jahren gestorben. „Ich verneige mich tief vor Ihnen und bin berührt bei dem Gedanken, was Ihr Tun für so viele Mitbürger bedeutet und bewegt“, hatte Bürgermeisterin Simone Penner gesagt, als sie vor zwei Jahren Bernd Ilsen mit der Ehrenmedaille, eine der höchsten Auszeichnungen der Töpferstadt, für seinen bürgerschaftlichen Einsatz und sein verdienstvolles Wirken würdigte.

 

Bernd Ilsen ist in Duisburg groß geworden. Schon in jungen Jahren nach einem Ferienaufenthalt mit einer Jugendgruppe auf dem Platzhof hatte er sein Herz an Kandern verloren – der Liebe wegen. Denn beim Besuch des Kanderner Schwimmbades lernte der gelernte Dreher und Fachmann für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung seine spätere Frau Helge kennen. 1967 heiratete das Paar, das zwischenzeitlich in Duisburg wohnte. Zwei Jahre später kam Tochter Heike zur Welt. Nach fast fünf Jahren im Ruhrgebiet zog es die Familie 1971 nach Kandern. Die Töpferstadt wurde Bernd Ilsen zur zweiten Heimat, denn dank seiner Kontaktfreudigkeit hatte er schnell Anschluss gefunden.

Als leidenschaftlicher Fußballer schloss er sich dem FC Kandern an und war 13 Jahre lang überragender Torwart der ersten Mannschaft. Auch in der Kommunalpolitik machte sich Bernd Ilsen, der 55 Jahre SPD-Mitglied war, einen Namen. Er übernahm nicht nur für einige Jahre den Vorsitz des SPD-Ortsvereins, sondern kandidierte 1974 auch erfolgreich für den Gemeinderat. 25 Jahre gehörte der profilierte Kommunalpolitiker dem Gemeinderat an, 20 Jahre davon als Bürgermeister-Stellvertreter. Der stets hilfsbereite Sozialdemokrat, der auch einige Zeit das Jugendzentrum betreute, galt als meinungsstark und wurde geschätzt. Beruflich war er als technischer Angestellter und Leiter der Fertigung bei Freudenberg in Neuenburg tätig. 1988 wollte Bernd Ilsen Bürgermeister werden, unterlag jedoch im zweiten Wahlgang knapp Karl-Friedrich Klein. Die Gemeinderatswahl ein Jahr später spiegelte seine Popularität wider, denn er holte das beste Ergebnis aller Kandidaten und wurde Stimmenkönig. 1999 zog sich Bernd Ilsen aus der Kommunalpolitik zurück, wobei er beim Abschied als Anerkennung für seinen langjährigen bürgerschaftlichen Einsatz die Ehrenmedaille des Baden-Württembergischen Gemeindetags erhielt. Die rheinische Frohnatur blieb aber mit ihrer zupackenden Art und ihrer Verlässlichkeit in einigen anderen Funktionen aktiv und setzte sich für die Mitmenschen ein.

Für die Arbeiterwohlfahrt war Bernd Ilsen eine wichtige Stütze. „Er war die AWO“, sagt ein Weggefährte. Mehr als 40 Jahre und bis zuletzt stand Bernd Ilsen als engagierter Vorsitzender an der Spitze des Verbandes der Freien Wohlfahrtspflege. Die verankerten Grundwerte wie Freiheit, Gerechtigkeit, Toleranz und Solidarität verkörperte er. Sein soziales Engagement drückte sich auch als Helfer in anderen Vereinen und Vorstandsgremien aus wie zum Beispiel bei der Brezelstädter Laienbühne, dem DRK Kandern und dem Turn- und Sportverein.

Bernd Ilsen war ein geselliger Mensch. Mit Freunden unternahm er Radtouren, spielte Tennis, war in der TSV-Jedermänner-Riege und bei den Lieler Wanderfreunden aktiv, so lange es die Gesundheit zuließ.

Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 30. Juli, 14 Uhr, in der evangelischen Stadtkirche statt.