Melinda Huber (links) aus der Klasse 6a hat für die Ausstellung in der Stadtbücherei ihr Traumzimmer als Weltraumzimmer im Karton gebastelt. Ihre jüngere Schwester Isabel und Mama Alina Huber sind begeistert. Foto:  

Was macht mich aus? Schüler der Löhrschule gehen dieser Frage in einer Ausstellung in der Stadtbücherei nach – mit starken Bildern und persönlichen Botschaften.

„Wir sind stolz darauf und es macht uns eine große Freude, dass wir in der Bücherei den Löhrschülern eine Bühne geben können“, sagt Margit Haunschild, Mitarbeiterin der Stadtbücherei.

 

„I AM – Identität und Selbstbildnis“ – unter diesem Motto läuft in der Stadtbücherei die Kunstausstellung der Haupt- und Werkrealschule Löhrschule.

Und wie kam es überhaupt zu der Idee? Rektor Steffen Finsterle blickt zurück ins Jahr 2025.

„Damals sei Lehrerin Christine Dangel-Eberle auf ihn zugekommen, da im Landratsamt Tuttlingen eine Schulkunstausstellung geplant war.

Start in Stuttgart

Schon damals waren es auf Initiative von Christine Dangel-Eberle und Lena Dippel Schülerinnen und Schüler der Löhrschul-Klassen 5b, 7a und 9a, die sich an dieser Schulkunstausstellung im Landratsamt beteiligen.

Die damals im Unterricht des Fachs Bildende Kunst entstandenen Arbeiten zeigten eindrucksvoll die Vielfalt an Ideen und die kreative Umsetzung der jungen Künstler. Kein Wunder also, dass es zwei Werke der Siebtklässlerinnen Jessica und Carina einige Wochen später bis ins Landesfinale nach Stuttgart geschafft haben.

Wichtig für Persönlichkeitsbildung

„Die Ministerin hat damals in Stuttgart betont, wie wichtig die musischen Fächer für die Persönlichkeitsbildung der Schüler sind“, sagt Finsterle, denn „hier haben auch schwächere Schüler die Möglichkeit, sich zu entfalten“.

So sei die Fachschaft Kunst mit Christine Dangel-Eberle, Lena Dippel, Natalie Efinger, Melissa Lang, Christina Sichwardt und Tamara Wormsbecher auf die Idee einer eigenen Ausstellung gekommen, bei der sich alle Klassenstufen einbringen.

Und man sehe: „Kunst macht vor keiner Schule halt“, denn „diese Werke hier in der Stadtbücherei könnten auch von Gymnasiasten oder Erwachsenen sein“.

Optimaler Ort

Dass Büchereileiter Ralf Sorg sofort bereit gewesen ist, die Ausstellung in der Stadtbücherei zu präsentieren, kam den Löhrschülern zugute, denn „es gibt keine bessere Möglichkeit in Trossingen“, betont Steffen Finsterle.

Dass für die Ausstellung den Titel „I Am – Identität und Selbstbildnis“ gewählt wurde, findet er „eine coole Idee – jeder Schüler konnte sich selbst verwirklichen“ und „ich bin stolz auf alle und hoffe, dass die Ausstellung, die noch bis zum 22. Mai zu sehen ist, auf große Resonanz in der Bevölkerung stößt“.

Selfie bis Mantra

Wer die Werke genau betrachtet, erkennt schnell die große Vielfalt, aber auch, dass sich die Löhrschüler sehr intensiv mit ihrem jeweiligen Unterthema beschäftigt haben.

„MySelfie“ war das Thema der Klasse 10a. Neben einigen großen Selbstbildnissen mit Kohle auf Papier stehen auf einem schwarzen Tisch kleinere Rahmen mit Radierungen, so wie sich die Schüler selbst mit dem Handy sehen.

Ausgediente Computertastaturen wurden von der Klasse 8a als Kunstwerke mit dem Titel „Mein Mantra“ umfunktioniert , während sich die Klasse 8b mit „Mehr als Oberfläche“ beschäftigte. Entstanden sind Collagen aus Wellpappe und weiteren Materialien. Was sich in ihren Köpfen bewegt, zeigen die bunten Zeichnungen von Sechstklässlern. Schüler der Klasse 6a haben ihr Traumzimmer mit vielen kleinen Details in einen Karton gebaut.

Nachdenklich machende Worte

Dem Titel „On my mind“ haben sich Schüler der Klasse 9b verschrieben. Tiefsinnige Worte, Sätze und Gedichte haben sie als Papierstreifen über ihre selbst aufgenommenen Fotos in Schwarz-Weiß geklebt. „Die Menschen auf der Straße sind verwundet und am Weinen“, heißt es da, „Menschen werden aggressiv, weil Schmerz in ihrer Seele klebt“ oder „Wenn du keine Freunde hast, fängst du an, Drogen zu schätzen“ wie auch „Gefangen in den eigenen Gedanken bist du drauf“ – Worte, die den Betrachter der Kunstwerke zum Nachdenken anregen, denn sie sind Identität und Selbstbildnis von jungen Künstlern aus der Klasse neun.