Der neu zugewiesene Drogenkonsumplatz im Freiburger Colombipark sorgt für Unmut. Die Stadt kündigt Bürgergespräche an und will nachbessern.
Der Colombipark in der Freiburger Innenstadt ist seit Jahren als Ort verrufen, an dem Drogen nicht nur verkauft sondern auch konsumiert werden. Immer wieder gab es Konflikte, bis die Stadt vor über fünf Jahren ein neues Konzept aus der Taufe hob, um den Park wieder für alle Menschen attraktiv zu machen. Dazu gehörte auch, dass die suchtkranken Menschen mit einem Pergolaplatz einen neuen Ort im Park zugewiesen bekommen und am bisherigen Platz ein Römerspielplatz entsteht.
Der Umzug auf den 1,45 Millionen Euro teuren Pergolaplatz ist mittlerweile über die Bühne gegangen, der öffentliche Konsumplatz für Suchtkranke liegt nun in unmittelbarer Nähe zum Drogenkonsumraum und der Drogenberatung der Awo in der Rosastraße.
Stadt ist gesprächsbereit
Doch reibungslos hat die Umsiedlung der rund 30 Personen umfassenden Klientel nicht funktioniert, wie Rathaussprecher Toni Klein einräumt: „Der Stadt liegen mehrere Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern vor.“ Dabei geht es um die räumliche Nähe zwischen Konsumplatz und Anwohnern, um Lärm und um Suchtkranke, die auch außerhalb der Öffnungszeiten des neuen Pergolaplatzes in dessen Umfeld Drogen konsumieren.
„Es findet ein intensiver Austausch mit der Awo-Drogenhilfe und der Polizei statt“, erklärt Toni Klein. Sowohl für die Nutzer des Konsumplatzes als auch für die Anwohner, die von Anfang an kritisch gegenüber der neuen Platzaufteilung im Park waren, sei die Situation neu. Man habe aber bereits Maßnahmen zum Sicht- und Hitzeschutz umgesetzt. Weitere Möglichkeiten werden geprüft. „Der kommunale Vollzugsdienst und die Polizei nehmen das Umfeld des Colombiparks ab sofort nach den Schließzeiten des Käfigs verstärkt in den Blick“, erklärt Klein. Ende des Monats werde es zudem ein Anwohnergespräch mit Vertretern aus Verwaltung, Polizei und Vollzugsdienst sowie Mitarbeitern der Awo-Drogenhilfe geben.
Investitionen von vier Millionen Euro
Im September sollen die Bauarbeiten für den Römerspielplatz an der Ecke des Colombiparks beginnen, an dem sich die suchtkranken Menschen aufgehalten haben. Insgesamt nimmt die Stadt für Umgestaltung des Parks über vier Millionen Euro in die Hand.