Nach einer zweijährigen Testphase sollen die von Kreis, Kommunen und Europa-Park getragenen zusätzlichen Busfahrten der „Südspange“ in den regulären ÖPNV aufgenommen werden – allerdings nur in einer leicht abgespeckten Version. Foto: Göpfert

Nach einer Testphase hat der Kreis zusätzliche Busverbindungen von Ringsheim nach Rust und Ettenheim überprüft. Die Zahlen sehen gut aus – dennoch werden Fahrten gestrichen.

Durchschnittlich nutzten 2025 rund 6900 Fahrgäste jeden Monat die ergänzenden Verbindungen der Südspange. „Das Angebot hat sich in der zweijährigen Erprobungsphase damit bewährt und wird gut angenommen“, so das Fazit der Kreisverwaltung bei der Sitzung des Umwelt- und Technikausschusses (UTA) am Dienstag. „Wir wollen die Linie künftig in den regulären ÖPNV übernehmen“, erklärte Landrat Thorsten Erny.

 

Die Buslinie 7231 hatten die beteiligten Kommunen – Ringsheim, Rust und Ettenheim – sowie der Kreis und der Europa-Park zum Juni 2024 eingerichtet. Es handelte sich um ergänzende Fahrten zur Taktverdichtung auf eine bestehende Linie der Firma Südbadenbus. In der Pilotphase trug der Kreis nur 50 Prozent der Kosten, die Kommunen 25 und der Europa-Park ebenfalls 25 Prozent.

2025 beliefen sich die Kosten auf 564 000 Euro – also rund 6,80 Euro pro Fahrgast. Ende April läuft die rund zweijährige Pilotphase aus. Bei der Prüfung von Optimierungsmöglichkeiten – und mit Blick auf klamme Haushalte auch Kosteneinsparungen – entwarf die Kreisverwaltung mit dem beauftragten Verkehrsunternehmen einen reduzierten Fahrplan.

Neun Fahrten-Paare sollen im Winter wegfallen

Auf der Relation Rust-Ringsheim sollen danach im Winter (November bis März) von 37, auf der Relation Ringsheim-Rust von 39 Fahrten jeweils neun Fahrten entfallen. Gleichzeitig sieht der Vorschlag vor, ganzjährig von den bisherigen 15 Fahrten zwischen Ringsheim-Ettenheim und Ettenheim-Ringsheim je drei weniger frequentierte Fahrten entfallen zu lassen. Pendler und Schülerströme würden durch die verbleibenden Fahrten abgedeckt, betonte Erny. Auch der Europa-Park sei weiterhin gut erreichbar.

Der Kreis will durch die „Optimierung“ die geschätzten Jahreskosten um rund 60 000 Euro drücken. Die abgespeckte Variante käme 2026 mit 546 000 Euro aus, 2027 und 2028 prognostiziert die Verwaltung Kosten in Höhe von 579 000 respektive 613 000 Euro.

CDU-Sprecher Stefan Hattenbach, Bürgermeister von Kappelrodeck, signalisierte Grünes Licht für seine Fraktion – und beantragte eine Erweiterung der Beschlussvorlage. Die sah eigentlich nur vor, dem Kreistag die verschlankte „Südspange“ zur Zustimmung zu empfehlen und die Verwaltung anzuweisen, die entsprechenden Mittel im Doppelhaushalt 2026/27 einzuplanen. Die CDU plädierte dafür, „im kommenden Doppelhaushalt auch für die weiteren Projekte in der Ortenau weitere Mittel vorzusehen“, um diese bereits formal „zu verankern“. Die Planungen dazu sollen bei der nächsten UTA-Sitzung vorgestellt werden.

Freie Wähler scheitern mit ihrem Antrag

Ringsheims Bürgermeister Pascal Weber sprach für die Freien Wähler von der „erfolgreichsten Linie in der gesamten Ortenau“. Er berichtete von einem Fahrgastplus von 25 Prozent 2025 – „und ich prognostiziere, dass es so weitergeht“. Er beantragte, die von der Verwaltung zur Streichung vorgesehenen Fahrten erst mit den Kommunen zu prüfen und die Möglichkeit einer Weiterführung vorzusehen, insofern sich diese weiter mit 50 Prozent der Kosten beteiligen wollten.

Grundsätzlich signalisierten alle Fraktionen Zustimmung für die Fortsetzung der „Südspange“. Die Kreisräte empfahlen dem Kreistag einstimmig die Weiterführung der Südspange unter Berücksichtigung der Einsparvorschläge im optimiertem Fahrplan. Der Antrag der Freien Wähler setzte sich bei zehn Ja- und zehn Nein-Stimmen nicht durch. Die CDU-Ergänzung wurde derweil einstimmig angenommen.

800 000 Fahrgäste

„Alles in allem besteht die ‚Südspange‘ aus der Zubestellung, den eigenwirtschaftlichen Verkehren und den vom Europa-Park finanzierten Verstärkungsfahrten“, erläuterte Infrastrukturdezernentin Alexandra Roth. Rund 800 000 Gäste würden jährlich so in den Europa-Park befördert.