Noch ist das Schild nach Efringen-Kirchen über das Promillesträßchen wegen der Kanderbrücke zugehängt. Doch es wird wohl so bleiben, denn das Sträßchen ist nun auf Gemarkung Efringen-Kirchen für den Durchgangsverkehr gesperrt. Foto: Jutta Schütz

Das Promillesträßchen ist auf Gemarkung Efringen-Kirchen für den Durchgangsverkehr gesperrt. Der Bürgermeister von Eimeldingen sieht nun noch längere Staus kommen.

Das Promillesträßchen auf Gemarkung Efringen-Kirchen ist für den Durchgangsverkehr geschlossen. Nun müssen Autofahrer, die das 3,50 Meter breite Verbindungssträßchen zwischen Weil am Rhein-Märkt und Efringen-Kirchen, regelmäßig genutzt haben, andere Wege suchen und einer davon führt über Eimeldingen.

 

Den wochentags vorhandenen Dauerstau im Berufsverkehr in Eimeldingen, sieht Bürgermeister Oliver Friebolin nach den Pfingstferien noch einmal länger werden, wie er auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt.

Noch wird an der Kanderbrücke auf dieser Verbindungsstraße gebaut – eigentlich hätte die Brücke Ende Mai fertiggestellt sein sollen. Das Ortshinweisschild in Richtung „Efringen-Kirchen“ ist deshalb abgeklebt.

Eimeldingen erwartet mehr Verkehrsdurchfluss

„Vor Pfingsten stauten sich die Autos von Märkt her bereits über 200 Meter zurück, durch die Bahnunterführung hindurch – vor allem Linksabbieger, die aus Richtung Märkt auf die B3 nach Norden Richtung Freiburg abbiegen möchten, könnten künftig während der Zeit des Berufsverkehrs an der Haltelinie verhungern“, prophezeit Friebolin.

Denn der Fahrzeugdurchfluss auf der Bundesstraße 3, die zugleich die Eimeldinger Ortsdurchfahrt ist, werde durch die Schließung des Promillesträßchens noch einmal stark anwachsen.

Die Entscheidung der Experten, die die Verbindungsstraße bei einer Verkehrsschau begutachtet hatten und diese wegen der geringen Fahrbahnbreite von nur 3,50 Meter als für den Durchgangsverkehr ungeignet befanden, hatte im Gemeinderat Efringen-Kirchen zu einem wahren Aufschrei – Stichwort „Schildbürgerstreich“ – geführt. Nur noch landwirtschaftlicher Verkehr soll dort künftig erlaubt sein, Eine entsprechende verkehrsrechtliche Anordnung ist bereits ergangen, hatte Bürgermeisterin Carolin Holzmüller im Gemeinderat mitgeteilt.

Petition für Offenhaltung des Sträßchens gestartet

Doch mindestens 15 Prozent der Bürger würden diese Verbindung auf dem Weg zur Arbeit und von der Arbeit nutzen, hatte es seitens der Efringen-Kirchener SPD geheißen. Diese Arbeitnehmer müssen nun auf die morgens und abends eh schon belastete B 3 ausweichen.

Friebolin berichtet auf Nachfrage unserer Zeitung, dass auf der Plattform „Change.org“ im Internet nun eine Petition für die Offenhaltung des Promillesträßchens geschaltet ist. Am Montagabend „hatten dort schon 2856 Bürger unterzeichnet“, teilt er mit. Gestartet worden war die Unterschriftenaktion Achim Zimmermann „den ich aber nicht kenne“, so der Eimeldinger Bürgermeister.

Aus Friebolins Sicht haben die Verkehrsexperten bei ihrer Entscheidung nicht bedacht, dass die dauerhafte Schließung des Sträßchens nur Nachteile für den Durchgangsverkehr in Eimeldingen habe.

Bürgermeister: Verkehr verschiebt sich nach Eimeldingen

Mit der Weiler Verwaltung habe er bereits telefoniert, doch die Stadt sei von dem „Problem, das wir dann künftig haben, nicht betroffen“. Und dass viele Bewohner Märkts es gut fänden, wenn Pendler nicht mehr durch den Weiler Ortsteil auswichen um auf das Sträßchen zu gelangen, könne er nachvollziehen: „Nur verschiebt sich das Verkehrsaufkommen dann noch weiter zu uns.“ Friebolin hat nun mit Verkehrsexperten des Regierungspräsidiums Freiburg gesprochen. Denn schon lange sei am erwähnten Kreuzungsbereich auf die B3 in Eimeldingen ein Kreisverkehr geplant. Platz genug dafür sei vorhanden, nur „ein kleiner Landerwerb von Privatleuten ist erforderlich“, erklärt der Bürgermeister: „Ich habe das Regierungspräsidium gebeten, jetzt endlich zu handeln – Ende Juni weiß ich mehr.“

Erinnerungen an eine Posse

Das Argument, das Promillesträßchen sei für den Allgemeinverkehr zu schmal und dort habe es auch schon Unfälle gegeben, hält er wie viele Bürger für nicht nachvollziehbar. Zum einen galt dort Tempo 50 und wer sich daran hielt, hatte Zeit genug dem Gegenverkehr auszuweichen.

Noch ist die Durchfahrt von Märkt nach Efringen-Kirchen auch wegen der Sanierung der Kanderbrücke nicht möglich. Doch mit oder ohne Baustelle wird das wohl so bleiben (Archivbild). Foto: Maja Tolsdorf

Zum anderen – das finden Bürger – müsste man dann weitere kleine Durchgangs- und Gemeindeverbindungsstraßen, die ebenfalls nur eine Breite von 3,50 Meter oder geringer ausweisen, sperren, wie unter anderem Teile der Römerstraße zwischen Efringen-Kirchen und Schliengen. Die Entscheidung zur Sperrung des Promillesträßchens – Stichwort „gefährlicher Gegenverkehr“ – erinnert an die Posse um die Gefährlichkeit des Binzener Dreispitz. An dem Kunstwerk könnten sich Autos aufspießen, hieß es damals.

Entenkreisel als Gefahr für den Verkehr betrachtet

„Am Eimeldinger Entenkreisel lag dann bei uns ein großer eiförmiger Stein, auch der erschien Experten als Gefahr für den Verkehr und zuerst hab ich gesagt, dass ich den nicht entfernen lassen würde, weil der niemanden stört“, erzählt Friebolin.

Dann aber habe man ihm gedroht, man würde ihn persönlich haftbar machen. „Ich weiß nicht, wie ich so alt werden konnte, ohne die Hilfe all dieser Vorschriften“, sieht Friebolin es mittlerweile mit einem Augenzwinkern.