Der planmäßige Zugverkehr auf der Hochrheinbahn zwischen Rheinfelden und Erzingen endet am Samstag, 25. April. 15 Monate lang werden Ersatzbusse fahren. Wie es jetzt weitergeht.
17 Stationen sind umzubauen, damit die Fahrgäste in Zukunft überall stufenfrei ein- und aussteigen. Aber weniger sichtbar ist der signal-technische Ausbau. Dieser ist vor allem zwischen Basel und Rheinfelden von besonderer Bedeutung.
Hier sollte ursprünglich der Zugverkehr während der langen Sperrung gar nicht eingestellt werden, aber wie das bei solchen Großprojekten manchmal ist. Es funktionierte doch nicht so, wie es vorgesehen war.
Haltepunkt für Warmbach
Zwar wurden in den vergangenen Monaten viele Kilometer Kabelkanäle neu gebaut und Kabel verlegt, doch der Zeitplan konnte nicht eingehalten werden. Vorgesehen war, dass weiterhin auf dem westlichen Abschnitt der Strecke im Kreis Lörrach Regionalbahnen im Gleiswechselbetrieb fahren. Erst dann, wenn auf einem Gleis keine Züge rollen, können auch die Haltepunkte Wyhlen und Herten auf der jeweils anderen Seite umgebaut und der neue Haltepunkt Warmbach vollständig angelegt werden.
Zahlreiche Abstimmungen nötig
Zwar wurden allein auf diesem Abschnitt zehn neue Signale aufgestellt, aber noch zeigen weiße Kreuze an, dass sie nicht genutzt werden. Über die Veränderungen des Ablaufs stimmte sich die DB mit dem Verkehrsministerium und den Landratsämtern Lörrach und Waldshut ab. Eine Verzögerung der Fertigstellung soll daraus nicht resultieren.
In Grenzach geht es voran
Gut voran geht es im Bahnhof Grenzach. In den Bahnsteig 1 wurden viele Leitungen eingebaut, auf einem Teil auch bereits die abschließenden Platten verlegt. Fertiggestellt ist der Behelfsbahnsteig 4, eine Holzkonstruktion an der Südseite. Ihn nutzen die Fahrgäste am Gleis 3, wenn der Inselbahnsteig umgebaut wird.
Allerdings wird der Zugang zu diesem zeitweiligen Bahnsteig recht lang sein, denn er erfolgt durch die gesamte Unterführung und dann über die Köchlinstraße.
Drei Bus-Kategorien
Während der Vollsperrung fahren zwischen Basel und Rheinfelden halbstündlich Regionalbahnen, jeweils zu den Minuten 6 und 36 ab Badischem Bahnhof und zu den Minuten 9 und 39 ab Rheinfelden. In Morgen- und Abendstunden kommt es zu geringfügigen Verschiebungen.
Wie bereits während der Sperrung im Vorjahr fahren als Schienenersatzverkehr wieder unterschiedliche Buskategorien. Mit „A“ sind die Schnellbusse nach Erzingen benannt, mit „B“ die Schnellbusse nach Waldshut. Diese halten nur in Bad Säckingen und Waldshut. „C“ bezeichnet die Ersatzbusse für die Regionalbahnen, die alle Bahnhaltepunkte bedienen. Allerdings halten die Busse nicht immer an den Stationen, sie bleiben nach Möglichkeit auf der Bundesstraße 34.
50 Busse aus ganz Deutschland kommen zum Einsatz
DB-Südbadenbus konnte für den Ersatzverkehr rund 50 Busse aus ganz Deutschland organisieren. Nahezu 80 Fahrer übernehmen diese Aufgabe. Aus Erfahrungen im Vorjahr wurden Änderungen abgeleitet.
So war der Fahrgastverkehr vor dem Rheinfelder Bahnhof so dicht, dass etliche Passagiere im Gedränge doch in die für sie falschen Busse einstiegen. Zwar kamen sie alle in Waldshut an, aber manche später, andere wiederum konnten nicht aussteigen, wo sie wollten, weil sie unbeabsichtigt in einem durchfahrenden Schnellbus saßen.
Busse in drei Kategorien
Uwe Mühl, Betriebsleiter von DB-Südbadenbus in Waldshut, regte danach an, beide Buskategorien zu trennen. Dafür wurde an der Güterstraße direkt an den Fahrradboxen von der DB eine neue Haltestelle angelegt. Dort halten die Schnellbusse der Linien A und B. Der Zugang erfolgt durch die Unterführung. Die Ersatzbusse C für die Regionalbahnen fahren weiterhin vorm Bahnhof ab.
Unterschiedliche Fahrtdauer
Haltestellen im Kreis Lörrach sind in Beuggen an der B 34 oberhalb des Bahnhaltepunktes und in Schwörstadt in der Ortsmitte am Feuerwehrhaus/Rathaus. Die Schnellbusse fahren jede Stunde, der Regionalbahnersatz alle 30 Minuten. Die Fahrzeiten bis Waldshut sind mit 59 beziehungsweise 69 Minuten kalkuliert, bis Erzingen zum Umstieg in die Anschlusszüge mit 91 Minuten.
Mehr Verkehr auf der B 34
Auf der B 34 wird also Ende April eine schwierige Zeit beginnen, nicht nur wegen der vielen Busse. Anzunehmen ist auch, dass etliche Berufspendler wegen der längeren Fahrzeiten aufs eigene Auto umsteigen. Die Straßenverwaltung im Regierungspräsidium sieht deshalb für die Dauer der Bahnsperrung keine großen Baustellen auf der Bundesstraße vor.
Infobroschüre im Internet
Genaue Informationen zu den Fahrzeiten der Züge zwischen Basel und Rheinfelden sowie zum Schienenersatzverkehr sind im Internet abrufbar unter www.bahn.de/service/fahrpläne/bauarbeiten. Dort ist auch eine Informationsbroschüre zu den Bushaltestellen und der Liniengliederung zu sehen.
Schon jetzt kein Spätzugverkehr mehr
Spätfahrer seien darauf hingewiesen, dass bereits jetzt für Bahnen nach 22 Uhr Ersatzbusse verkehren.