Das Pelletwerk im Gewerbegebiet Dyn-A5 wird weiterhin von den wachsamen Augen der Mahlberger Bürgerinitiative beobachtet.
Die Mitglieder der Bürgerinitiative Gewerbepark Ettenheim/Mahlberg (BIGP) trafen sich im Orschweierer Gasthaus „Meilenstein“ – unweit des Pelletwerkes im benachbarten Gewerbegebiets Dyn-A5. Diese 2006 am südlichen Ortsrand angesiedelte Holzpellet-Fabrik hatte schon im darauffolgenden Jahr zur Bildung der Bürgerinitiative geführt. Das rief Klaus Deutschkämer, neben Peter Ohnemus der BI-Vorsitzende, in Erinnerung.
Gründungsanlass waren „unzumutbare Belästigungen“ – unter anderem durch Lärm – gewesen. Die zuständigen Behörden konnten damals dem Zustand angeblich nicht abhelfen. Doch Nachforschungen der BI hatten ergeben, dass die Betriebsgenehmigungen auf der Grundlage eines Bebauungsplan-Entwurfes erfolgten, der die eigentlich zulässigen Lärmkontingente bei weitem überschritt. Daraufhin wurden in den folgenden 18 Jahren verschiedene Gutachter bemüht, um den noch ausstehenden Bebauungsplan rund um die erteilten Genehmigungen herum normenkonform zu gestalten. Schließlich wurden nach dem Insolvenz-Konkurs der früheren Betreiberfirma „German Pellets“ mit der Rosenheimer Firma Rettenmaier JRS als neuem Betreiber in einem städtebaulichen Vertrag etliche Schallschutzmaßnahmen vereinbart. Im Gegenzug wurden dem neuen Werksbetreiber einige Erweiterungen zugestanden, die diesen Maßnahmen laut BI zumindest teilweise zuwider laufen. Nach langen Verhandlungen der sich uneinigen Zweckverbandsgemeinden Ettenheim und Mahlberg wurde dann im vorigen Jahr die inzwischen dritte Version eines Bebauungsplanes aufgestellt und veröffentlicht.
Gegen den neuen Bebauungsplan lief am 8.Juni des Vorjahres eine Einspruchsfrist ab. Weil die BIGP die für das Industriegebiet festgelegte Lärmschutz-Kontingentierung als nicht normenkonform betrachtet, hat sie über einen Anwalt einen Antrag auf gerichtliche Normenkontrolle „anhängig“ gemacht. Was dabei herauskomme, wisse man noch nicht. Auf eine Rückfrage zum aktuellen Stand sei noch keine Antwort eingegangen. Man wisse jedoch, dass die Justiz derzeit stark ausgelastet sei.
Anwohner klagen im Sommer über Gerüche
Insgesamt könne man feststellen, konstatierte Deutschkämer, dass Hartnäckigkeit und Ausdauer seitens der BI zu deutlichen Verbesserungen auf dem Zweckverbandsgebiet und zu einer besseren Sensibilisierung der Behörden beim Thema Umweltbelastungen geführt hätten.
Nach nahezu kompletter Besiedelung des Dyn-A5-Areals entstünden jedoch in unmittelbarer Umgebung ständig neue Gewerbegebiete wie etwa in den „Wolfsmatten“ und „Süßen Matten“, bei denen man nur hoffen könne, dass sie konfliktfrei bleiben.
Mahlbergs Bürgermeister-Stellvertreterin Ulrike Kesselring versicherte, dass die Stadt weiterhin die Arbeit der BIGP sehr hoch schätze, auf spezielle Umweltschäden zu achten. Sie dankte für das ehrenamtliche Engagement als längst anerkannte Umweltvereinigung.
BI pocht auf Filteranlage
In der anschließenden Aussprache tauschten Anwohner ihre aktuellen Erfahrungen zum Pellet-Produktionsbetrieb aus. Der herüberwehende penetrante Geruch von Lagerspänen habe sich zwar merkbar reduziert, sei jedoch insbesondere im Sommer immer noch nicht verschwunden. Rätselraten herrscht noch darüber, ob bei dem offenbar vorgesehenen Ersatz des betagten Heizwerkes für die Pellet-Trocknung auch ein neuer Gewebefilter ausgerüstet wird. Ein solcher hatte die BIGP bei der bisherigen Anlage juristisch erstritten. Ebenso unklar ist, was aus Erweiterungsvorhaben der Produktion wird. Co-Vorsitzender Ohnemus mahnte weitere Aufmerksamkeit an: Man müsse darauf pochen, dass auch ein Ersatz-Heizkraftwerk mit einem Gewebefilter ausgestattet werde. Immerhin habe man das beim bisherigen Heizwerk als einzigem in Deutschland mit unter 20 Megawatt Leistung mit einer Klage durchgesetzt.