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PC-Fernwartung und Videokonfis Teamviewer vor größtem Tech-Börsengang seit dem Dotcom-Boom

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Das Logo des Software-Herstellers Teamviewer am Hauptsitz des Unternehmens in Göppingen. Foto: Sebastian Gollnow Foto: dpa

Göppingen - An diesem Mittwoch (25. September) wagt sich das Technologieunternehmen Teamviewer in Frankfurt am Main an die Börse. Für den Hersteller von Software zur Computer-Fernwartung und Videokonferenzen sowie dessen Eigentümer, den Finanzinvestor Permira, geht es dabei um viel:

Sollten bis zum Dienstagabend alle angebotenen 84 Millionen Aktien zum Höchstpreis von 27,50 Euro angedient werden, wäre der Börsengang 2,3 Milliarden Euro schwer.

Zum Vergleich: Beim Börsengang des Start-up-Investors Rocket Internet 2014 betrug das Emissionsvolumen 1,6 Milliarden Euro. Diesen Wert würde Teamviewer selbst dann übertreffen, wenn nur die bis zu 75 Millionen angebotenen Aktien von Permira zum Mindestpreis von 23,50 Euro platziert werden können. Dazukommen könnten noch die 9 Millionen Anteile, die die Investmenbanken bei ausreichender Nachfrage über die sogenannte Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) losschlagen.

Da das Interesse der Investoren dem Vernehmen nach sehr hoch ist, ist derzeit von einer Platzierung eher zum oberen Ende der Preisspanne zu rechnen. Somit dürfte der größte Tech-Börsengang seit dem Frühjahr 2000 anstehen. Damals hatte der früher zum Siemens-Konzern gehörende Chiphersteller Infineon rund sechs Milliarden Euro erlöst - kurz danach war der Börsenhype in Deutschland vorbei, und der sogenannte Neue Markt kollabierte.

Teamviewer wurde 2005 in Göppingen gegründet und beschäftigt rund 800 Mitarbeiter in Europa, den USA und in Asien. Das Unternehmen, das bei dem Börsengang mit bis zu fünfeinhalb Milliarden Euro bewertet wird, profitiert unter anderem davon, dass es bereits im vergangenen Jahr die Umstellung auf das Abo-Modell abgeschlossen hat. Derzeit hat Teamviewer rund 368.000 Abonnenten - mehr als doppelt so viele wie Ende Juni 2018. Die Software des Unternehmens, die in der Basisversion für Privatkunden kostenlos ist und bleiben soll, wird derzeit auf mehr als 340 Millionen Geräten aktiv eingesetzt.

Der Börsengang sei "der nächste logische Schritt", schreibt das Unternehmen auf seiner Website. Damit wolle es den "verborgenen Teil der oft verwendeten Hidden-Champion-Zuschreibung hinter sich lassen und als börsennotiertes Unternehmen zu einem sichtbaren Akteur" werden. Zum einen verspricht sich das Management um Oliver Steil eine höhere Markenbekanntheit. Zum anderen erhofft es sich mehr Flexibilität und die Möglichkeit, das Geschäft weiter voranzutreiben und auszubauen.

Der Gang aufs Parkett lohnt sich vor allem für Permira. Der Finanzinvestor hatte Teamviewer 2014 für 870 Millionen Euro gekauft. Nun will er mit dem Teilverkauf seiner Aktien Kasse machen - und gleichzeitig als Großaktionär engagiert bleiben: "Wir sind von dem enormen Wachstumspotenzial Teamviewers überzeugt, das auf der Erweiterung der Anwendungsmöglichkeiten, dem Zuwachs an Neukunden und der globalen Expansion basiert", sagte Permira-Manager Jörg Röckenhäuser Ende August.

2018 stiegen die in Rechnung gestellten Umsätze von Teamviewer um ein Viertel auf 230 Millionen Euro. Für dieses Jahr wird laut dem Börsenprospekt ein Wachstum von bis zu 39 Prozent auf bestenfalls 320 Millionen Euro erwartet. Das Unternehmen gilt als äußerst profitabel.

Die Aktien sollen unter dem Kürzel TMV gehandelt werden. Nach Angaben des Unternehmens sind für das laufende und das kommende Jahr noch keine Dividenden geplant. Erst von 2020 an sollen die entsprechenden Möglichkeiten hierzu ausgelotet werden.

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