Die Privatwald-Betriebsgemeinschaft Gersbach hat zur Mitgliederversammlung eingeladen. Der Vorstand wird einstimmig wiedergewählt.
Das Ziel des Pariser Klimaabkommens, die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, wird deutlich überschritten. „Der klimatische Wandel wird in den nächsten Jahrzehnten das vertraute Bild des Schwarzwaldes drastisch verändern“, sagte der Vorsitzende Wilfried Geiger bei der Mitgliederversammlung der Privatwald-Betriebsgemeinschaft Gersbach (PBG) vor den Zuhörern im Bürgersaal. Dieses Szenario untermauerte Geiger in seiner Powerpoint-Präsentation mit Auszügen aus der wissenschaftlichen Arbeit von Professor Ulrich Kohnle, von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt. Der daraus resultierende notwendigen Waldumbau zog sich wie ein roter Faden durch die nachfolgenden Beiträge der Referenten.
Nach der Totenehrung und nach der Entlastung der einzelnen Vereinsgremien stellte sich der gesamte Vorstand erneut zur Wahl. Er wurde von der Versammlung einstimmig auf weitere zwei Jahre wiedergewählt.
Im Anschluss erläuterte der Leiter des Forstamtes Kandern, Bernhard Schirmer, verschiedenen Varianten von Betreuungsverträgen, die Waldbesitzer mit der Forstverwaltung vereinbaren können. Dies kann für all diejenigen Waldbesitzer von Interesse sein, welche sich zum Teil oder ganz aus der Pflege und Bewirtschaftung ihres Waldes zurücknehmen wollen oder müssen. Auch die klimatischen Veränderungen und die notwendige Anpassung der Waldbewirtschaftung wurden von ihm angemahnt. Aber gerade diese Aufgabe bedinge eine noch intensivere Unterstützung durch den Förster im Privatwald vor Ort, forderte Geiger und schätzte die Einsparungsziele des Landkreises für den Forstbereich eher als kontraproduktiv ein. Auch Haftungsfragen und die PEFC-Zertifizierung wurden angesprochen und diskutiert.
Bezüglich der Wegunterhaltung berichtete Forstrevierleiter Jörg Gempp über durchgeführte und noch durchzuführende Maßnahmen. Er zeigt sich erfreut über eine anstehende „Sonderzahlung für die Wege-Unterhaltung“ von der Forstbetriebsgemeinschaft (FGB) Kleines Wiesental. Sie wird möglich, durch einen Ausgleich der gebildeten Rücklagen der beiden fusionswilligen FBG Kleines Wiesental und Dreiländereck. Auch wies er auf eine Bodenbeschaffenheits-Kartierung hin. Sie ermöglicht eine bessere Auswahl der Baumarten für den jeweiligen Standort zu treffen. Dies könne beim notwendigen Waldumbau eine entscheidende Hilfe sein.
Die Verbiss-Situation stellt sich unterschiedlich dar. Anwesende Waldbesitzer monierten für einzelne Waldflächen ein gravierendes Schadensbild. Förster Gempp empfahl den Waldbesitzer, die Jagdpächter verstärkt in die Pflicht zu nehmen und Verbiss-Schäden eventuell bei der Stadt anzumelden.
Bei seinem Bericht über die aktuelle Holzmarkt-Lage entführte Michael Meyer-Heisig, Geschäftsführer der FBG Kleines Wiesental, die Zuhörer weit über die Grenzen von Gersbach hinweg. Er versuchte die eng verwobenen, weltweit verzweigten Handelswege der Holzindustrie etwas zu entwirren. Dabei wurde deutlich: Nicht nur die deutsche Autoindustrie ist davon betroffen, wenn in China der berühmte Sack Reis umfällt. Er ermutigte die Waldbesitzer dazu – in Absprache mit dem Förster – Holz einzuschlagen. Die Holzpreise seien derzeit gut, bis sehr gut.