Sich neu erfinden – das sieht man im Villinger Heimathafen als wichtige Devise angesichts des kriselnden Einzelhandels an. So steigt nun Florist Patrick Weigert mit ein.
Die Lage im stationären Einzelhandel bezeichnet Heimathafen-Geschäftsführerin Simone Mader als „herausfordernd“ – den Kopf in den Sand zu stecken, kommt für sie trotz Umsatzrückgängen dennoch nicht in Frage. „Wir glauben an die Innenstadt“, verkündet sie.
Der Laden in der Oberen Straße mit Concept Store in der Rietstraße erfindet sich deshalb gerade neu und kann einen prominenten „Neuzugang“ verkünden. Dank Patrick Weigert hält die Floristik dort nun Einzug. Damit werden neue Symbiosen geschaffen, nachdem Weigert Wiebelt Lifestyle in der Bickenstraße aufgrund einer Neuausrichtung nach fünf Jahren verlassen hat.
Simone und Frank Baumhäckel hatten sich entschlossen, in den Wiebelt-Räumen Platz für „neue Ideen“ zu schaffen, wie sie bereits vor Wochen in einem Kundenbrief erklärten. Bürobedarf und Schreibwarenartikel sind in das Kerngeschäft in der Vockenhauser Straße verlagert worden, die bisherigen Verkaufsräume sollen auch für Veranstaltungen genutzt werden. Erste Events sind bereits bestens angenommen worden.
In diesem Zuge suchte Weigert nach neuen Möglichkeiten für sein Blumenangebot. Seinen Mittelpunkt wollte er dabei weiterhin in der Innenstadt haben – aufgrund der großen Verbundenheit mit der Stadt. „Villingen liegt mir am Herzen“, erklärt er. Da kam es gerade recht, dass Heimathafen-Geschäftsführerin Mader die Neuausrichtung in Angriff nahm und mit dem Floristen ins Gespräch kam. „Das muss Schicksal gewesen sein“, sagt Mader lachend.
Kleidungsangebot reduziert
Seit 1. Februar ist Weigert nun mit im Boot und übernimmt die Filialleitung für den Heimathafen in der Oberen Straße. Dieser Standort sei angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung am Scheideweg gestanden, erklärt Mader: schließen oder doch noch einmal eine Chance geben? Man entschied sich für Letzteres. „Wir wollen hier mehr in Konzepten und Themen denken“, erklärt die Einzelhändlerin, die gleichzeitig Citymanagerin ist.
Kleidung habe man in der Oberen Straße reduziert und Blumen, Deko sowie Geschenkartikel in den Vordergrund gestellt. Zwar sollen auch weiterhin ausgesuchte Trendteile im Angebot sein, allerdings passend zu den jeweils umgesetzten Themen. Mader: „So möchten wir mehr Abwechslung und Vielfalt reinbringen.“ Der Heimathafen soll eine Anlaufstelle für Inspirationen werden.
Weigerts Stammkundschaft freut sich
Derzeit finde zwar noch die Feinjustierung statt, doch schon jetzt sei das Feedback überaus positiv. Die Stammkundschaft von Weigert zeigt sich zudem glücklich darüber, dass das Angebot an hochwertiger Floristik in der Innenstadt erhalten bleibt. Im Heimathafen finde man nun das „Komplettpaket“, um das Leben schöner zu machen, wie Mader erklärt. Weigert möchte dort gemeinsam mit einer Auszubildenden weiterhin Ansprechpartner für Auftragsarbeiten von Blumengestecken sein – beispielsweise im Trauerfall, für Hochzeiten oder auch für Events.
Beide sind davon überzeugt, dass der Einzelhandel nur mit entsprechenden Veränderungen überlebensfähig ist – gemeinsam wolle man nun diesen Weg beschreiten und damit auch eine passende Ergänzung zum Heimathafen in der Rietstraße bieten. Die Neuausrichtung soll mit einer offiziellen Eröffnung gefeiert werden – und zwar am Donnerstag, 9. April, mit einem kleinen Rahmenprogramm ab 18 Uhr.