Patrick Mainka, der Kapitän des 1. FC Heidenheim, hat seit dem Bundesliga-Aufstieg keine Minute auf dem Platz verpasst. Vor dem Heimspiel gegen den VfL Bochum spricht der Innenverteidiger über seine Dauerbrenner-Qualitäten und die Bedeutung des Abstiegsgipfels.
Der 1. FC Heidenheim könnte mit einem Sieg am Freitag (20.30 Uhr/Voith-Arena) den VfL Bochum sicher in die zweite Liga schießen und selbst entscheidende Punkte für den Relegationsplatz sammeln. FCH-Kapitän und Dauerbrenner Patrick Mainka (30) ordnet die hochbrisante Lage ein.
Herr Mainka, in Ihrem persönlichen Ranking der schönsten Siege mit dem FCH – wo rangiert das 1:0 beim VfB?
Es war in erster Linie ein sehr emotionaler und wichtiger Sieg. Ein Siegtreffer kurz vor Schluss ist immer besonders, aber eine Einordnung kann erst nach der Saison stattfinden. Nach der Saison soll es heißen, dass der Sieg in Stuttgart ein sehr wichtiger Schritt zum Klassenerhalt war.
„Wir haben uns gewehrt und gekämpft“
Warum war dieser Erfolg so extrem wertvoll?
Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, war gut. Dass wir den VfB im Ballbesitzspiel nicht dominieren würden, war uns im Vorfeld klar. Aber wir haben uns gewehrt, gekämpft und als Team über das gesamte Spiel hinweg zusammengehalten, auch wenn der VfB natürlich Druck ausgeübt hat.
Welche Bedeutung hat die nächste Partie gegen den VfL Bochum? Ist es das wichtigste Heimspiel der Saison?
Ja, so wie die aktuelle Konstellation sich darstellt, ist es das wichtigste Spiel bislang. Wir treffen auf einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, den wir distanzieren können. Unser Heimspiel gegen Holstein Kiel vor einigen Wochen hatte eine ähnliche Bedeutung. Das haben wir erfolgreich gestalten können und das ist selbstverständlich auch unser Ziel am Freitag.
Haben Sie auch noch Hoffnung, den Klassenverbleib auf direktem Weg zu schaffen?
Es gibt nur ein Ziel und das ist der Klassenerhalt an sich. Wie dieses Ergebnis zustande kommt, ist mir am Ende völlig egal. Der Fokus liegt jetzt klar auf dem Spiel gegen Bochum und danach wird es eine neue Situation geben, die es zu bewerten gilt. Aber sich vorher damit zu beschäftigen, lenkt nur den Fokus ab.
Sie standen seit dem Bundesligaaufstieg in allen 65 Punktspielen von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz. Die Fans spielten zuletzt in einer Choreografie auf die Unzerstörbarkeit des Superhelden an. Wie schaffen Sie das?
Das hat viel mit Trainings- und Spielvorbereitung sowie einer guten und schnellen Regeneration nach den Spielen zu tun. Hinzu kommt, dass ich jede Minute Profifußball absolut wertschätze und nicht als selbstverständlich betrachte. Mir ist aber auch einfach bewusst, dass es nichts Wichtigeres als die Gesundheit gibt. Das gilt aber nicht nur für den Fußball, sondern ganz im Allgemeinen.
„Ich investiere viel“
Wie kommen Sie ohne Verletzungen und Sperren durch? War dies schon immer so in Ihrer Karriere?
Zum Glück ist es so, dass ich fast durchgehend gesund bleibe. Das ist erst einmal Voraussetzung und da investiere ich auch viel für. Ansonsten glaube ich, dass ich zwar robust und auch aggressiv verteidige, dabei aber immer fair bleibe. So kommt es, dass ich kaum gesperrt bin.
Sie sind 2018 von Borussia Dortmund II nach Heidenheim gekommen. Was schätzen Sie am FCH und der Ostalb? Wie lauten Ihre persönlichen Ziele und die mit dem Verein?
Aktuell gibt es nur das kurzfristige Ziel des Klassenerhalts. Dem gilt es in dieser Phase der Saison Vieles unterzuordnen. Der FCH war schon immer ein ehrgeiziger und ambitionierter Verein, der aber keine Schritte überhastet geht und dennoch sehr familiär geführt ist. Diese Herangehensweise und Werte des FCH passen zu mir als Persönlichkeit. Dazu ist die Ostalb in den Wintermonaten vielleicht nicht ganz so gemütlich, aber trotzdem ruhig und die Natur in der Umgebung wirklich schön.
Als Kapitän sind Sie der erste Ansprechpartner des Trainers. Wie würden Sie Frank Schmidt und Ihr Verhältnis zu ihm beschreiben? Was schätzen Sie an ihm am meisten?
Unsere Kommunikation ist offen und vertrauensvoll. Wir beide wollen immer nur das Beste für die Mannschaft und den Verein erreichen. Er ist auch sehr ehrgeizig und strahlt eine hohe Siegermentalität aus. Aufgeben gibt es bei ihm nicht und das überträgt sich auch auf die Mannschaft.
Was würde ein Abstieg für den FCH bedeuten?
Damit beschäftige ich mich nicht. Unser Fokus gilt einzig und allein dem, was wir jetzt gemeinsam erreichen können. Und das ist der Klassenerhalt.
„Wir gewinnen 2:0“
Stimmen Sie zu, dass Drinbleiben in dieser Saison einfacher wäre, als nächste Saison aus der zweiten Liga sofort wieder aufzusteigen?
Das ist ein Blick in die Zukunft, den man nicht mit Sicherheit sagen kann. Diese Saison ist es noch ein steiniger Weg bis zum Klassenerhalt.
Ihr Ergebnistipp gegen den VfL Bochum – wie geht’s aus?
Mit unseren Fans im Rücken gewinnen wir 2:0.
Zur Person
Karriere
Patrick Mainka kam am 6. November 1994 in Gütersloh zur Welt. Er spielte in der Jugend und in der zweiten Mannschaft bei Arminia Bielefeld, für die Profis absolvierte der 1,94 Meter große Innenverteidiger nur ein Spiel. Über die Stationen Werder Bremen II und Borussia Dortmund II wechselte er 2018 zum 1. FC Heidenheim. Seit der Saison 2021/22 ist er Kapitän des Teams.
Persönliches
Mainka ist verheiratet mit Laura. Er studiert nebenbei Sportmanagement an einer Fernuniversität. Sein Hobby ist lesen. (jüf)