Einen Paukenschlag gab es in Hüfingen: Der noch amtierende und wieder kandidierende Bürgermeister Michael Kollmeier wurde bei den Bürgermeisterwahlen klar abgewählt.
6006 Hüfinger waren aufgerufen, bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag ihre Stimme abzugeben. Auswahl hatten sie reichlich: Patrick Haas, Andreas Hofmann, Tassilo Koch, Christina Meckes und Amtsinhaber Michael Kollmeier warben um ihr Vertrauen.
Angesichts der Fülle an Kandidaten galt ein direkter Durchmarsch eines Einzelnen als eher unwahrscheinlich und ein zweiter Wahlgang als umso wahrscheinlicher. Doch diese Rechnung wurde ohne Patrick Haas gemacht: Er siegte auf Anhieb und mit Klarheit. Eine Klarheit, die auch den Wahlsieger selbst überraschte – „Ich bin absolut sprachlos. Damit hätte niemand gerechnet“, wurde Haas anschließend zitiert.
Die Stimmenverteilung im Detail
61,33 Prozent der 3503 Wählerstimmen bei 6006 Wahlberechtigten, das konnte sich sehen lassen. Absolut waren das 2138 Wählerstimmen, die auf Patrick Haas am Sonntagabend entfallen waren. Um 18 Uhr hatten die Wahllokale dicht gemacht. Bis dahin hatten 58,33 Prozent der Berechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Flugs wurden die Urnen mit den Stimmzetteln ausgeschüttet und begann das große Zählen. Und das ging schnell: Schon kurz nach 19 Uhr stand das Ergebnis fest. Und dies mit einer viele überraschenden Klarheit.
Haushoch vorne lag der 30-jährige Patrick Haas, der aus Mönchweiler stammt und studierter Politik- und Verwaltungswissenschaftler ist. In seiner Heimatgemeinde Mönchweiler wird man sich nun wohl nach einem Nachfolger für seine Aufgabe als Koordinator für Jugend- und Vereinsentwicklung umschauen müssen. Mit 2138 Wählerstimmen heimste Haas fast sechsmal so viele ein wie der Amtsinhaber Michael Kollmeier mit 358 Wählerstimmen (10,27 Prozent). Zweitplatzierte wurde Christina Meckes mit 660 Wählerstimmen (18,93 Prozent), an dritter Stelle lag Kollmeier, dahinter Andreas Hofmann mit 247 Wählerstimmen und 7,09 Prozent, Schlusslicht wurde Tassilo Koch mit 82 Stimmen und 2,35 Prozent.
Großes Interesse mündet in einer Menschentraube
Hoch her ging es am Wahlabend im Hüfinger Rathaus, wo sich neben interessierten Gemeinderäten auch Bürgermeister aus benachbarten Städten und Gemeinden sowie der Landrat des Schwarzwald-Baar-Kreises Sven Hinterseh eingefunden hatten.
Schon beim ersten ausgezählten Wahllokal wurde Haas’ Vorsprung deutlich. Etwa eine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale war bereits mehr als die Hälfte der zehn Wahllokale ausgezählt – überall lag Haas vorne, in Summe dann schon mit mehr als 60 Prozent.
Bereits dann rangierte Christina Meckes auf Platz zwei und Amtsinhaber Kollmeier lediglich an dritter Stelle. Eine Rangfolge, an der sich bis zum Ende der Auszählung nichts mehr ändern sollte. Und dann stand für Patrick Haas – seine Lebensgefährtin Nele Schmalbach an seiner Seite – vornehmlich eines an: Hände schütteln im Akkord, denn vor dem Rathaus hatte sich längst eine große Menschentraube gebildet, die den künftigen Bürgermeister in Empfang nehmen wollte. Mittendrin im Geschehen: der gerade abgewählte Michael Kollmeier.