Bei einem Cyberangriff sind landesweit zehntausende Daten von Klinik-Patienten gestohlen worden. Das SRH-Krankenhaus in Oberndorf blieb verschont, hat die Lage aber genau im Blick.
Cyberkriminelle haben bei ihrem Angriff auf einen Klinik-Dienstleister fette Beute gemacht: Allein landesweit sollen mehr als 70.000 Patientendaten gestohlen worden sein. Unter anderem ist das Schwarzwald-Baar-Klinikum in Villingen-Schwenningen betroffen. Das sorgt bei vielen für Verunsicherung. Das SRH Krankenhaus in Oberndorf gibt auf unsere Nachfrage Entwarnung. Wir wollen darüber hinaus wissen: Ist man hier ausreichend vor Angriffen dieser Art geschützt?
Dass sich Kriminalität zunehmend in die digitale Welt verlagert, zeigt die Statistik der Polizei für das Jahr 2025, die jüngst vorgestellt wurde. So stieg die Belastung im Bereich Cybercrime – dazu zählen auch der Angriff auf Computersysteme und das Ausspähen und Abfangen von Daten – im Kreis Rottweil um rund 31,6 Prozent an.
Beim Datendiebstahl, der nun Schlagzeilen macht, haben die Cyberkriminellen im großen Stil zugeschlagen. Ziel des Angriffs war der Dienstleister Unimed mit Sitz im Saarland, der für viele Kliniken bundesweit die Versorgung von Privatpatienten und ärztliche Wahlleistungen abrechnet.
Unter anderem wurden an der Uniklinik Freiburg Stammdaten – Name, Geburtsdatum und Adresse – von mehr als 50.000 Patienten gestohlen, außerdem Rechnungsdaten, die Rückschlüsse auf Diagnosen zulassen. Die befürchteten möglichen Folgen durch die Kriminellen reichen von Identitätsdiebstahl über Betrug bis zu Erpressung der betroffenen Patienten.
Hohe Sicherheitsstandards
Auch wenn das SRH-Krankenhaus in Oberndorf nicht vom Cyberangriff betroffen war, so ist man hier sensibilisiert. „Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informiert regelmäßig über die Bedrohungslage für Cyberangriffe für alle Unternehmen in Deutschland, die allgemein als hoch gilt. In dieser Folge haben wir hohe Sicherheitsstandards an unsere Dienstleister, sowohl gesetzlich als auch in den eigenen Auswahlprozessen, etabliert“, teilt Pressesprecherin Heidi Mielke mit.
Unabhängig von dem von jüngsten Vorfall gebe es in der SRH festgelegte Maßnahmen zur Prävention, erklärt sie. Dazu gehöre beispielsweise die Beobachtung von sämtlichen Cyberangriffen auf Gesundheitseinrichtungen (Lagebericht des BSI) für ein Lagebild hinsichtlich Häufigkeit und Schwere der Angriffe. „Außerdem führen wir engmaschige und regelmäßige Überprüfungen unserer Anbieter durch und sind zusätzlich verpflichtet, uns vom BSI regelmäßig hinsichtlich dieser Sicherheit zertifizieren zu lassen.“