Die Hitze stellt für Patienten und Mitarbeiter des Klinikums ein Problem dar. In alten Gebäuden gibt es kaum Klimaanlagen – Alternativen sollen nun Linderung schaffen.
Angesichts brütend heißer Tage und tropischer Nächte schlagen Patientenschützer bundesweit Alarm. Hitzeschutzkonzepte und langfristig massive Investitionen in klimastabile Krankenhäuser und Pflegeheime werden gefordert – gelten doch alte und kranke Menschen als besonders gefährdet.
Auch für das Ortenau-Klinikum und das angeschlossene Pflege- und Betreuungsheim stellt das Wetter ein Problem dar. „In der Tat sind die aktuellen Temperaturen zumal in einem überwiegend älteren Gebäudebestand eine Herausforderung“, bestätigt Klinikumssprecher Christian Eggersglüß am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion.
Das Problem: Die meisten Patienten- und Funktionsbereiche verfügen nicht über eine umfassende Klimatisierung. In ausgewählten Bereichen wie beispielsweise Stationen und Untersuchungszimmern versucht das Klinikum sich mit mobilen Klimageräten zu behelfen. Auch bestimmte Funktionsbereiche wie Labore oder für die Aufbewahrung von Medikamenten werden mit technischen Anlagen gekühlt.
Gefährderte Personengruppen stehen im Fokus
Das Klinikum versucht mit einer Reihe von Maßnahmen gegenzusteuern. „Ziel ist es, insbesondere gefährdete Personengruppen frühzeitig zu schützen und die Versorgungsqualität aufrechtzuerhalten“, so Eggersglüß. Unterm Strich bleibt dem Klinikum meist aber nur, auf Hausmittel zurückzugreifen: Rollos runter, nur morgens Lüften, ausreichend Getränke und Mitarbeitern Ventilatoren zur Verfügung stellen.
„Alle Gebäude verfügen über Außenjalousien, die teilweise in den vergangenen Jahren nachgerüstet wurden“, erläuterte Eggersglüß. Lüftungen würden im Sommer so verwendet, damit die Nachtabkühlung ausgenutzt wird. Zudem verzichte man so gut es geht auf Geräte, die die Zimmertemperatur noch weiter in die Höhe treiben würden.
Trinkwasserbrunnen stehen zur Verfügung
„In den Kliniken wurden in den vergangenen Jahren Trinkwasserbrunnen aufgestellt. Wo diese nicht zur Verfügung stehen, wird zumeist Mineralwasser kostenlos angeboten“, berichtete der Kliniksprecher. Zudem würden Patienten über richtiges Verhalten bei Hitze aufgeklärt.
Das Pflege- und Betreuungsheim setzt laut des Kliniksprechers zum Schutz besonders gefährdeter Personen ein Hitzeschutzkonzept um. Das berücksichtige beispielsweise auch die Speiseversorgung – vermehrt leichte Kost und Kaltspeisen – und die Gestaltung der Tagesstruktur – Aktivitäten am Vormittag, angepasste Beschäftigungstherapie.
Erst Klinik-Neubauten sollen echte Verbesserung bringen
Eine echte Verbesserung der Situation im Sommer verspricht erst die Umsetzung der Agenda 2030. „Mit der Fertigstellung der drei Klinikneubauten in Achern, Offenburg und Lahr wird das Ortenau-Klinikum noch deutlich besser auf hohe Temperaturen reagieren und Patienten und Beschäftigte vor Hitze schützen können“, stellt Eggersglüß in Aussicht. Die Neubauten würden nach höchsten Klimavorgaben vollisoliert gebaut und in allen wichtigen Bereichen, einschließlich aller Patientenbereiche, mit Klimaanlagen ausgestattet sein.
Während die Inbetriebnahme des Acherner Klinikums voraussichtlich schon Mitte 2027 erfolgen wird, soll die neue Offenburger Großklinik erst 2030 ans Netz gehen – der Lahrer Klinik-Neubau laut Planungen sogar erst 2032. Patienten, Mitarbeiter und Besucher müssen sich also noch gedulden.